Der Klangweg in Riedenburg

Der Klangweg in Riedenburg

Kling – ein helles Glöckchen! So klang der selbstgebastelte außergewöhnliche „Zaun“ um eine Schafherde! Ja, ich staunte sehr über den Anfang des Klangweges!

Der Klangweg in Riedenburg schlängelt sich den Jachenhauser Berg hinauf, zwischen Schullandheim und der Ortsmitte. Mehrere Stationen laden ein, mit dem Ohr hinzuhören was in der Umgebung erklingt, aufzuhören laut zu sein und dem Klang sich hinzugeben.

Der Weg wurde initiiert von Schülerinnen der Mädchenrealschule St. Anna aus Riedenburg mit der Lehrerin Frau Karin Dachs und dem Ansbacher Künstler Herr Thomas Fitzthum. Gefördert aus Mitteln der EU, der Regierung Niederbayern und des Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e. V.

Vor ca. drei Jahren begannen Vorbereitungen und im Juli 2011 wurde die erste Station, der Summstein aus Essing, fertig gestellt. Am 28. Oktober 2011 fand schließlich die offizielle Einweihung des einmaligen Weges statt. Dies wurde in sehenswerten Fotoaufnahmen auf der Homepage der Mädchenrealschule St. Anna dokumentiert.

Riedenburger Klangweg – ein (Hör)genuß für Ohren, Augen und die Seele

Ein Besuch lohnt sich wirklich öfters, um die Ruhe hoch über dem Altmühltal genießen zu können. Abseits des Alltagslärms wandert man an Wacholderheiden und über Kalkmagerrasen an den einzelnen Stationen vorbei.

Der Klangweg besteht aus zwei Teilstücken. Station 1 bis 6 am Altmühl-Panorama-Weg von Kelheim nach Dietfurt Kanal aufwärts rechts gelegen, ein leicht zu gehender ebenerdiger Weg. Die Stationen 7 bis 11 am Hang des Jachenhausener Berges und vom Schwierigkeitsgrad als mittel schwer einzugruppieren.

Die Klangarten werden in drei Gruppen eingeteilt: ein mechanisch erzeugter Ton, ein wohlklingender und ein lauter Klang.

Ich entschied mich Anfang November 2011 erst den oberen Weg am Jachenhausener Hang zu erkunden, wollte zuerst die größere Anstrengung und danach den entspannenden Teil erwandern. Dazu führt die Straße auf der Nordseite des Main-Donau-Kanals gerade hochwärts, rechterhand zweigt eine Straße zum Rathaus ab, jedoch weiter nach oben folgend bis zur Infotafel des Klangweges. Hier treffen zahlreiche andere Wanderwege wie der Jurasteig, zum Aussichtspunkt „Schwammerl“ am Schullandheim, zum Teufelsfelsen/Falkenhorst etc., aufeinander.

Jede einzelne Station wird anhand einer Tafel erklärt und mit einem Bild zeichnerisch dargestellt, diese fand ich sehr schön, liebevoll und ausführlich gestaltet.

Nun geht es los:

Die MOBILE Station (7): wie Naturmaterialien hängend leise Töne erzeugen!

FLIESSWIPPE Station (8): wie „Regen“ klingt!

Am Weg fand ich ein aus Ton gefertigtes Mobile an einem dicken Ast aufgehängt.

Auch mit Bast und Bambusröhrchen gebundene Handwerkskunst. So wurde der Weg mit den zusätzlichen Kunstwerken noch attraktiver. Dazwischen lud eine Sitzbank zu einer Ruhepause ein, um die bisher gesehenen und gehörten Eindrücke Revue passieren zu lassen, die Stille und Sonne zu genießen.

LAUSCH Station Berg (9): lauschen mit einem Ohr, hört sich wie ein traditionelles Musikinstrument aus Australien an!
MEDITATIONS Station (10): in einer kleinen Talsenke einer großen Glocke beim Schwingen zuhören

Dieser Ort hatte auf mich eine besondere magische Faszination ausgeübt, ringsum Steilwände und in der Mitte die Skulptur der Klangschale und der Klangröhren, ideal um sich zu zentrieren und in die eigene Mitte finden.

in einer Talsenke gelegene Klang-Skulptur

SUMMSTEIN Station (11): im Innern eines Steines die eigenen und äußeren Geräusche wahrnehmen

Der Summstein stammte aus dem Kalksteinbruch bei Essing, ca. 10 Kilometer entfernt in Richtung Kelheim.

Diese Station bildete das Ende des oberen Teilweges. Nun ging es die steile Straße hinunter zum Altmühlkanal. Ein herrlicher Ausblick ins Tal zur Kirche und hinauf zur Rosenburg belohnte den vorangegangenen steilen Aufstieg!

Ich war ja schon sehr auf die weiteren Stationen gespannt und neugierig, was sich die Schülerinnen noch alles einfallen ließen.

HALLRÖHRE Station (1): aus einer bunt bemalten Röhre besonders „nachhallend“ gehört werden
LAUSCH Station Tal (2): im Tal sind andere Klänge wie am Berg
GEBETSMÜHLE Station (3): im Einklang von Natur- und Altmaterialien

KLANGHOLZBANK Station (4): allein zum Sitzen viel zu eintönig
KLANGBALANCE Station (5): mit Klang und Gehör im Gleichgewicht
RÜTTEL-SCHÜTTEL-BLECHE Station (6): für mich als letzte Station grollte ein Donner und zuckte es Blitze in der Sonne zum krönenden Abschluss!

Der Rückweg führte über die nächste Brücke und auf einer Parallelstrasse zur Umgehungsstrasse wieder zum Ausgangspunkt zurück. Gerade in der spätherbstlichen Nachmittagssonne spiegelte diese sich in den Fenstern der Mädchenrealschule St. Anna. Ich blickte fröhlich zur Schule und sagte ein inneres großes DANKESCHÖN an alle Beteiligten des wundervollen Klangweges.

Ich möchte allen Besuchern in den Wintermonaten den Tipp geben: gerade den unteren ebenerdigen Teil möglichst vor 15 Uhr zu besuchen – wer dazu die Sonne genießen will! Später zieht die Sonne hinter den Bergen der Rosenburg ihren „Weg“ weiter.

Im Anschluss findet der Besucher für eine gemütliche Kaffeepause oder eine stärkende Mahlzeit ein kulinarisches vielfältiges Angebot in der Stadt Riedenburg vor.

Für einen möglichst langen Erhalt der Kunst der Schülerinnen bitte achtsam mit den Gegenständen umgehen, zum Schutz der Natur auf den Wegen bleiben, keine Pflanzen ausgraben, keinen Abfall hinterlassen und kein offenes Feuer entzünden.

Mein großes Dankeschön gilt der freundlichen Genehmigung und das angenehme Telefonat mit Frau Anna Maria Müller, Schulleitung der Mädchenrealschule St. Anna Riedenburg, und der freundlichen Genehmigung zur Veröffentlichung meiner Fotos von den Kunstwerken, auch der Abklärung mit dem Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e. V.

Weitere Informationen:
Mädchenrealschule St. Anna Riedenburg

Stadt Riedenburg

Und nun lass ich weitere Bilder „sprechen“ – die im Oktober 2015 entstanden sind – viel Freude 🙂

Klangweg Riedenburg, Summstein

Eine Infotafel am Summstein informiert über die einzelnen Stationen und deren Lage am Riedenburger Klangweg

Klangweg Riedenburg, Klanginstrumente

Riedenburger Klangweg, Klangschale, Gong

Riedenburg, Altmühltal, Klangweg,

Riedenburg – die Perle des Altmühltales im Oktober 2015

 

Autorin: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald

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