La Gomera – durch das Gebüsch

Ui, da standen sie, meine Wanderschuhe im Schuhfach des Studios.
Nach dem stärkenden Frühstück lachte die Sonne wunderschön vom Himmel, die Wanderutensilien waren gepackt und alles war startklar für einen neuen Wandertag auf der Insel La Gomera.
Mit dem Auto erstmal die Höhe hinauf und weiter ins Tal Vallehermoso.
Am Straßenrand eine passende Lücke für das Auto gefunden. Den Rucksack aufgezogen, mein braunes Tuch um die Haare gebunden, ein Schluck Wasser und los ging die Tour.

Der Weg führte hinauf durch eine bunte Blumenwiese. Nach Anis und Fenchel riechende fast 2m hohe Gewächse rankten in den Weg. Schwer kam ich voran. Hier ist noch keiner gegangen, denn zahlreiche Spinnweben legten sich mir ins Gesicht und über die Arme. Langsam entwickelte ich eine Strategie diesen zu entrinnen. Den Stock etwas höher haltend marschierte ich weiter. Die fein gesponnenen Fäden blieben am Holz haften. Plötzlich war der Weg zu Ende. Schade, dachte ich, von dem würzigen Duft wollte ich mich nur schwer trennen.

Wo ging es weiter?

Der Blick auf die Karte verriet mir den weiteren Verlauf des Weges. Erst um einen Felsen und dann sah ich einen breiteren Pfad.

Von Ferne bimmelten Glocken, wohl ein paar Ziegen in einem rechter Hand gelegenen Gehöft. Ängstlich blickte ich dorthin, ob eine Hundehütte oder ähnliches zu sehen war. Einem Hund wollte ich nicht begegnen. Ein lautes Gebell oder wildes Anspringen bereitete mir schon immer Angst. Dieses Mal hatte ich Glück, kein Hund war zu sehen und zu hören. Erleichtert atmete ich aus und setzte den Weg fort. Konnte nun die Gegend, die vielen blühenden Blumen und Schmetterlinge sorgloser betrachten.

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Bergdorf – La Gomera

So ging ich bereits über eine Stunde und gewann langsam an Höhe. Die Vegetation veränderte sich zusehends. Zuvor roch es von Wiesen. Nun siedelten sich mannshohe Nadelgewächse und Kiefern dazu. Nach und nach setzte ein Wind ein und brachte einen Harzduft in meine Nase. Links lag ein breiter Stamm am Wegesrand. Dieser kam genau zum rechten Zeitpunkt für eine Rast. Das vom Vortag gekaufte Obst schmeckte süß und saftig, genau passend als kleine Mahlzeit.

Huch! Erschreckt hob ich den rechten Fuß vom Boden. Da kroch etwas über den Waldboden und fast über den Stiefel. Was war das? Einen Meter vor mir blitzte etwas grün-bräunlich in der Sonne – ein Bonbonpapier? Als ich näher hinschaute, sah ich eine Eidechse, die starr dalag. Fast zwanzig Zentimeter lang. Ach, nun war das Rätsel gelöst! So etwas kleines wollte über meine Schuhe!

Ich beobachtete noch eine zeitlang das reglos Tier, bis es sich sicher fühlte, und langsam begann davon zu kriechen. Ich freute mich noch lange über das Gesehene, machte mich rasch auf, um weiterzukommen. Ich wollte ja noch zu dem Aussichtspunkt.

Die weitere halbe Stunde verging mit einer schwierigen Kraxelei den steilen Berg hinauf. Oben angekommen setzte ich mich auf einen großen Stein und beschloss, bis hierher und nicht weiter!

Trank aus meiner Wasserflasche fast alles leer und biss von der letzten Banane ab. Hm, die munden doch hier auf den Kanaren besonders gut! Gerade die kleinen sind so herrlich süß.

Hier oben wehte ein kühlerer Wind. Fast fing ich an zu frösteln. Das T-Shirt war doch schon nassgeschwitzt. Aber da sah ich plötzlich von rechts einen Adler in die Lüfte aufsteigen. So mühelos sah es aus. Ich wünschte mir sofort so zum Auto hinübersegeln zu können, die Füße schmerzten und waren angeschwollen. Die Oberschenkelmuskeln zogen schon heftig. Aber so wie der Adler seine Kreise zog…

Ich musste mich von meiner Träumerei losreißen und den Rückweg beginnen. Es ging nun die meiste Zeit bergab, und das motivierte mich zu schnellerem Vorwärtskommen. So war es auch. Nach 1,5 Stunden erreichte ich gesund und glücklich das Auto und war froh, dass ein zweites Paar Schuhe im Auto dabei war. Welch Wohltat in leichtere Schuhe zu schlüpfen! Für den Tag hatten die Wanderstiefel genug getan.

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Am Gipfel
Fotos ©Kerstin Paar

Autorin: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald

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