Zwei Flüsse – der Versuch, zu einem Strom zu fliessen

Zwei Flüsse – der Versuch, zu einem Strom zu fliessen

Flissly kannte sich gut in der Landschaft aus. Er war einer der zwei Flüsse. Ein schmaler mit runden Kurven geschwungener Fluss. Sein Ursprung lag im Bärland. Tatsächlich angelten stämmige Braunbären nach Fischen in ihm. Menschenkinder und -erwachsene standen an seinem Ufer mit Angeln. Er bahnte sich seinen Weg durch majestätische Gipfelspitzen hindurch, begrünte mit seinem Wasser den Ufersaum und kroch durch Hüttenansiedlungen der Menschen.

Swimmie dagegen, floss breitbahnig an Ackerland und Großstädten entlang. Sie begann ihre Wanderung durch die Landschaft im Märchenland, wollte unbedingt mal Bärentatzen spüren und schwamm extra schnell ans Ziel, das Bärland zu erkunden.

Sie hatten Gemeinsamkeiten, Flissly und Swimmie waren nass, trugen öfters schwere Last, teils sogar kratzige eisige Schollen. Doch die Quellen waren unterschiedlich.

Eines Tages schwoll Swimmie nach einem heftigen Regenschauer zu einem mächtigen Strom an. Schwomm lachend schnell dahin, spritzte über die Ufer und flutete Wiesen. So ein kleiner Rinnsal machte sich selbständig, er wollte ausbüchsen. Rann und rann durch die Grashalme, neugierig und voller Abenteuerlust.

Plötzlich sah er etwas vor sich, seinen Zwillingsbruder Flissly, der viel grösser war. Rinnsal probierte und schmeckte Flissly. Aaah, wie er schmeckte, so lecker! Flüssig schwomm er geschwind hin und sank ein in die Tiefen der Strudel. Geschmeidig fühlte er sich dort und genoß jede Welle. „Komm, komm…“ rief er Swimmie hinterher, „hier ist es lustig und schmeckt so wässrig!“

Swimmie folgte artig und vereinte sich mit Flissly. An dieser Stelle bauten Menschenkinder gerade noch rechtzeitig eine Brücke. So konnten sie von Bärland zu Märchenland wandern.

Swimmie, Rinnsal und Flissly waren glücklich, ein dicker breiter Strom zu sein.  Das Ufer gedeihte üppig grün, die Bären fingen fleissig Fische, und Rinnsal machte sich seinen Spaß, an den Angeln der Menschenkinder zu ziehen.

Rinnsal war es nach kurzer Zeit aber langweilig. Er wollte nicht mehr mit dem Strom mitschwimmen, war alt genug sich seinen Weg alleine zu bahnen.

Schwitzend schwamm er weg von Swimmie und Flissly, winkte mit Spritzern fröhlich zurück, und schwupps, war er wieder über dem Ufer.

Toll, die große Freiheit lag vor ihm, ihn konnte nichts aufhalten, dachte Rinnie, so nannte er sich. Er wurde schliesslich älter und breiter. Rinnie zog genüsslich seine Bahnen, machte eine lange Kurve und legte sich mit seinem gesamten Gewicht hinein.

Breit grinste er über seine gewonnene Freiheit und hielt Ausschau nach Elfen am Ufer. Lustvoll starrte er Tröpfchen für Tröpfchen an und sah durch die Nebelschwaden Schwärme von lieblichen Gestalten. Wassermusik drang an seine Ohren. Ihm wurde ganz heiß, sodaß Wasserdampf empor stieg. Der Dampf vereinte sich mit Nebel und den Elfen, alle sangen tropfende Lieder.

Und wenn sie nicht getrocknet werden, dann triefen sie noch heute 🙂

Wie erging es Ihnen mit den Zungenbrecher „fliessende Flüsse fischen Flissly“, oder „Swimmie schwamm geschwind zum Strom“? 🙂

Ein nachdenklicher Hintergedanke ist darin versteckt, konnten Sie fündig werden?

Fluß, Schwimmen, Freundschaft

Tummelnde Elfen

(Foto + frei erfundener Text unter Copyright Kerstin Paar)

Autorin: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald

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