Zum Sonnenaufgang auf den Mosesberg

Einmal den Sonnenaufgang auf dem Mosesberg sehen…. Da hatte ich etwas Besonderes im Hinterkopf…

Und das war in der Tat ein einzigartiges Erlebnis! Jedoch anders als ich es mir vorstellte.

Ich träumte von einer kleinen Reisegruppe, maximal 15 Personen, die den Berg in der Nacht hochwandern, in aller Ruhe und Stille, mit Fackeln in der Hand. Oben angekommen findet jeder seinen Platz, um die Sonne zu begrüßen und Fotos zu machen. Ach, und was erlebte ich?

Nun gut, die Tour war gleich nach meiner Ankunft in Ägypten und startete um 22 Uhr mit der Abholung am Hotel. Per Kleinbus ging es etwa drei bis vier Stunden durch die Wüste zu einem kleinen Cafe. Dort konnte ich einen wärmenden Tee trinken, bevor der Aufstieg begann. An besonders warme Kleidung dachte ich beim Kofferpacken zu Hause nicht, hätte aber gut Mütze und Schal benötigen können, ja, es war richtig kalt.

Vom Cafe fuhr der Minibus weiter zum Katharinenkloster, und da sah ich, dass wir in der Tat nicht die einzigen waren. Eine Unmenge von großen Reisebussen standen schon da. Viele Menschen und zahlreiche Einheimische leuchteten mit Fackeln den Weg. Jeder wollte als Führer fungieren und bot seinen Dienst an. Nur mit Mühe konnte ich dem örtlichen Reiseführer aus unserem Bus folgen, durch die Menschenmassen und die Dunkelheit hindurch. Es waren hunderte von Menschen bereits vor uns auf dem Weg den Berg hinauf. Den Wegverlauf konnte man durch die Fackeln gut erkennen. An verschiedenen Stellen waren kleine Schutzhütten im Fels zum Ausruhen, ein Gläschen Tee zu trinken und an Feuerstellen sich aufzuwärmen.

Ich bin ja nun schon oft Berge hinauf und runter gegangen, aber das war durchaus eine Herausforderung. Die vielen Mitwanderer auf dem Weg nach oben, die kalte Luft und völlig übernächtigt nach dem Hinflug gleich diese Tour, waren dann doch etwas zu viel. Aber ich wollte endlich diesen vielbesagten Sonnenaufgang auf dem Berg Moses erleben!! Also Schritt für Schritt ging ich weiter.

Der Kreislauf versagte irgendwann auch einmal, während einer Rast versank ich in Schlaf, aber an Umkehren war nicht mehr zu denken, ich war ja kurz vor dem Ziel! Noch ein paar hundert Meter.

Und plötzlich wurde es in der Menschenmenge langsamer, aber auch unruhiger. Jeder versuchte einen guten Stehplatz zu bekommen. Ich schaffte es nicht mehr bis hoch zum Gipfel, begnügte mich mit dem momentanen Stand und konnte es kaum erwarten: Er war da, der Moment! Schon ging die Sonne auf!!

Die ersten Sonnenstrahlen legten sich über die höchsten Gipfel und erhellten von oben nach unten den Fels mit rötlich-gelbem Schein.

Ein Raunen ging durch die Menschenkette, ein „Ah“ und ein „Oh“ war zu hören von unterschiedlichen Sprachen. Jeder wendete das Gesicht der Sonne zu und viele Fotos wurden geknipst. Langsam erwärmten die Sonnenstrahlen mein Gesicht, obwohl der kalte Wind noch um die Ohren pfiff.

Das war nun der Sonnenaufgang auf dem Mosesberg in 2.285 m Höhe!

Sonnenaufgang am Mosesberg in Sharm El Sheikh © Kerstin Paar

Der Abstieg war bedeutend stiller, jeder zog seines Weges und erst jetzt sah ich, wie ich an einfach gekleideten Menschen aus ärmeren Ländern vorbeiging. An den Füssen nur Sandalen! Über Felsen und Steine! Wie leicht konnte da bei falschem Auftreten der Fuß umknicken. Aber flink meisterten sie den Weg.

Bei einem der Unterschlüpfe saßen nur noch vereinzelt Einheimische und plötzlich waren dort auch Dromedare. Noch vor ein paar Stunden in der Nacht sah alles ganz anders aus.

Dromedar Sharm El Sheikh © Kerstin Paar

Kurz nach der letzten Wegbiegung lag das Katharinenkloster sehr schön eingebettet in der Talsenke vor mir. Ein Ort, an dem angeblich der brennende Dornbusch lag und Gott sich Moses offenbarte.

Die Tour endete mit einem gemeinsamen Frühstück in einem außerhalb liegenden kleinen Restaurant. Danach begann die Rückfahrt durch die Wüste ans Meer zum Hotel zurück. Nomadenzelte, rennende Kamelherden und vereinzelt schwarz gekleidete Beduinen in der Steppe beobachtete ich aus dem Busfenster.

Es waren etwa 16 Stunden seit der Abfahrt vom Urlaubshotel vergangen, eine Zeit, die mich in eine andere Welt führte. Ein armes und einfaches Leben am Straßenrand, inmitten Lkw-Wracks und Bauruinen.

Die Rückkunft im Urlaubshotel begrüßte ich und freute mich nur noch auf eine warme angenehme Dusche, und eine erholsame Zeit.

Sehr schön und unvergesslich war das Erlebnis auf dem Mosesberg.

Katharinenkloster Sharm El Sheikh

Autorin: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald

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