Kinästhetik in Social Media? Social Life – Week No. 45

Kinästhetik in Social Media? Social Life – Week No. 45

Etwas Fühlen, Spüren, Sehen oder den Kaffee riechen, erwecken unbeschreiblich wohlige Gefühle, an die wir uns gerne erinnern, vielleicht sogar danach sehnen. Da tauchen Geschichten, Erinnerungen, Szenen vor dem inneren Auge auf, die einem eine kleine Minipause mitten im Alltag schenken. In Social Media wird viel mit Bildern und Videos gearbeitet, spricht Menschen mit hoher Kinästhetik an.

Doch plötzlich las ich eine Frage bei Twitter: Social Media auch für Kinästheten geeignet? Die Frage war mit meinem früheren Blogartikel verlinkt.

Niemand kann die erwähnten Gegenstände in den Netzwerken tatsächlich in die Hand nehmen, an den Kaffeebohnen riechen, oder einer Katze über ihr Fell streicheln….

Fühl mal – Kinästhetik

Unbewusst speichert unser Gehirn von Beginn an diese Eindrücke ab. Erst etwas später mit einigen Jahren können wir uns unsere eigene Meinung über die Sache oder das Ereignis bilden und den jeweiligen Eindruck „bewerten“. Über verschiedene Stufen läuft die Einschätzung: von sehr angenehm, über angenehm, gut oder mittelmäßig, weniger gut, schlecht bis zur untersten Abschwächung sehr schlecht.

Hier tritt dann die Lösung auf für die Frage, ob man in Social Media etwas Fühlen oder Spüren kann. Durch die verankerten Erlebnisse und den dazugehörigen Gefühle entstehen Bilder, Assoziationen, Affirmationen, die uns demnach den erlebten Zustand neu, eventuell mit neuen Bildern, erleben lassen.

Gesellschaft Kinästhetik und Kommunikation e. V.

Ein kleiner Exkurs zur Thematik Kinästhetik bietet die Website der Deutschen Gesellschaft für Kinästhetik und Kommunikation e.V.

Denn sehr oft liest man in Bezug zur Kinästhetik die Bewegung, die Kraft, die Beweglichkeit. Auf der Website ist ein sehr interessantes Kinästhetik-Poster verlinkt, mit einem Überblick zum Bewegungskonzept.

Etwas anderes in Bezug zur Kinästhetik empfinde ich ebenfalls wichtig zu hinterfragen: Wie wird mit unseren Gefühlen generell im Marketing umgegangen, egal ob in sozialen Netzwerken oder der herkömmlichen Marketing-Maßnahmen? Werden stets positive Erinnerungen und Wünsche geweckt? Oder steckt auch ein gewisses Gefahrenrisiko dahinter?

Gefahren des Marketing?

Ich denke da an Marketing im Allgemeinen, das kann über Werbung im Fernsehen oder Radio, über Plakatwerbung oder in Zeitungen sein, natürlich auch in den sozialen Netzwerken. Dass es heute eine hohe Rate von Drogenproblematik gibt, ist offensichtlich, jedoch ein schwieriges Thema, über das eher geschwiegen wird. Und dabei denke ich nun an die Menschen, die vor, während oder nach einer Therapie stehen. Wie leicht läuft man Gefahr oder wie einfach verfügbar sind Alkohol, Zigaretten, härtere Drogen und all die anderen Abhängigkeiten? Wie gehen wir damit um?

In schicken Werbeslogans möchte man emotional den Bürger ansprechen, oder einen Reiz schaffen und ihn von einer Marke, einem Produkt oder Dienstleistung überzeugen. Läuft man dabei nicht auch Gefahr, daran „mitschuldig“ zu sein, dass andere Menschen möglicherweise rückfällig werden? Gerade in sozialen Netzwerken tauchen viele Bilder auf, die in Zusammenhang mit Alkohol, Zigaretten etc. stehen. Läuft einem sprichwörtlich da nicht das „Wasser im Mund zusammen“, bei dem Bild eines Glas Rotweines oder ein Glas Bier?

Nun komme ich noch einmal auf die erwähnte Frage zurück, kann man in Social Media etwas fühlen oder spüren?

Mit passenden Bildern, der Musik oder bewegten Bildern, Videos, Podcasts von den Produkten zu überzeugen ist heutzutage mit Cross Media oder in Social Media mit den technischen Funktionen möglich.

Daher stimmt es, man kann aufgrund früherer Erfahrungen sofort positiv stimmuliert und angeregt werden, wenn nur ein Bild mit frisch aufgebrühten Kaffeebohnen bei Facebook & Co. auftaucht. Dabei „riecht“ man doch den Kaffee gleich durch den Laptop, das Smartphone oder das Tablet hindurch 🙂

Doch nicht zu 100 % wird das Gefühl aus meiner Einschätzung dem erlebten Ereignis gleichkommen. Das kann für jeden eine andere prozentuale Größe sein. Also spielt die Kinästhetik aus meiner Sicht nach wie vor eine große und bedeutende Rolle, doch können kinästhetisch veranlagte Menschen in Social Media das erspürte Erlebnis nicht vollkommen erfahren.

Welche Gefahr besteht für sehr empathische Menschen?

Darin sehe ich aus meiner Sicht eine kritische Zone, wer nicht genau auf seine eigenen Gefühle achten kann, keine Grenze ziehen kann, um sich selbst zu schützen, läuft Gefahr, sich zu sehr den Aussagen anderer zu „unterwerfen“ ohne zu hinterfragen. Das kann große Mißverständnisse hervorrufen. Nehmen wir mal das Tool Twitter, wer hier vielen Menschen folgt und den Stream regelmäßig mitliest, könnte geneigt sein, es sehr persönlich zu nehmen. Eventuell sogar als Kritik an den eigenen Tweets, an Gedanken, die man früher bereits tweetete, dass diese jemand anders aufgreift und dazu seine eigene Meinung twittert.

Was auch bei Twitter und den anderen Netzwerken für mich oft fehlt, ist die Mimik und die Sprache des Anderen, um Mißverständnisse aus dem Weg zu räumen.

Soziale Netzwerke können das reale Leben nicht ersetzen. Wenn zwei Augenpaare sich gegenüber sitzen, anlächeln, einige Worte über die Lippen kommen, man sich berührt, gemeinsam lacht, oder auch weinend in den Armen liegt… ist dies niemals machbar bei Facebook & Co.

Das Gegenüber zu Spüren kann nicht in sozialen Netzwerken geschehen. Daher ist und bleibt es eine „Brücke“ zum Anderen, ein Miteinander, ein „Aufeinander-Zugehen“. Eine länderübergreifende Chance „Around-the-World“ zu kommunizieren, fantastische technische Chancen zu nutzen und dies in hoher Geschwindigkeit und kürzester Zeit. Briefe schreiben in „geheimer Mission“, innerhalb Gruppen oder anderen etwas Wichtiges, Interessantes oder Schönes mitzuteilen.

Doch Face-to-Face ist anders.

Was meint Ihr dazu? Welche Erfahrung habt Ihr gemacht?

Danke, Maren, für diese Frage und das Telefonat zu diesem Thema 🙂

Autorin: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald

There are 4 comments for this article
  1. Petra Metzger at 13:40

    liebe kerstin,

    für mich persönlich verstärken bilder botschaften wesentlich besser, da ich ein visueller typ bin…

    wenn ich beispielsweise einen aufruf zu kollektiver hilfe auf facebook mache, versuche ich mittels beigestelltem reizbild bei den lesenden ein gefühl entstehen zu lassen bzw. zu verstärken.

    GANZHEITLICHKEIT ist leider nicht umsetzbar, aber eine ausschließlich schriftlich abgefasste information zumeist REIZlos…

    <– meine meinung…

    lg, petra 🙂

    • Kerstin Paar Author at 14:19

      Liebe Petra,
      danke Dir für Deine Einschätzung, diese deckt sich so auch mit meiner Meinung/Erfahrung…
      Ich freue mich weiter auf Deine Bilder, die ansprechend, motivierend sind 🙂
      Lieben Gruß aus Kelheim,
      Kerstin

  2. Martina at 10:10

    Das hat mich jetzt spontan dran erinnert, wie wir mal bei einer Tasse Kaffee/Tee im Café des Botanischen Gartens gesessen sind. Ein sehr angenehmes Treffen, dass wir unbedingt mal wiederholen sollten, wie ich finde. Ein Facebook-Post mit Kaffeebildchen – und wenn es noch so lecker aussieht – spricht mich dagegen überhaupt nicht an …außer vielleicht, wenn es mit einer persönlichen Einladung oder einem realen gastronomischen Angebot verbunden ist 😉

    • Kerstin Paar Author at 10:19

      Stimmt Martina, da hast Du Recht!
      Denke gerne auch an unser Treffen zurück, überhaupt die Zeit in München war gefüllt voller Erlebnisse, Neuem, und Interessantem.
      Bei Deinen schönen Bildern des Gartenkulturführers oder Deinen Berichten der Naturspuren denke ich automatisch an unsere Gespräche oder den Botanischen Garten in München zurück.

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