Das gewisse Etwas… still… ich

Das gewisse Etwas… still… ich

Liebes Hirn, was bewegt dich so? Möchte mal erleben, dass Du still bist, glaubst Du, das ist einmal möglich? Ach weißt, meint die logische linke Hälfte, den Wunsch kannst Du Dir nur selbst erfüllen.

Bleib still. Hör zu.

Gut, ja bin ganz Ohr. Aber zuvor, du weißt, hab einen Brief zu schreiben, daran einen großen Anhang in komprimierter Form zu hängen, dies geschwind drahtlos an Firma XY zu senden. Das hat jetzt oberste Priorität. Doch später gern zurückgekehrt, versprochen. Bist ja immer da und hast Zeit.

Oh, wie schön, jetzt scheint die Sonne zum Fenster herein, könnte einen Spaziergang draußen im Sonnenschein genießen. Der innere Schweinehund schweigt. Nütze die wunderbare Gelegenheit und entschwinde für gewisse Stunden. Aber….der Brief….mit pdf-Anhang….

Überzeugt, das Wichtige wird sofort erledigt. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Lieber Laptop, warum piepst du so? Was willst du mir sagen? Du bist doch eh mein ein und alles. So ohne internette Welt, unvorstellbar. Mir reicht kein Lexikon oder Duden, das sind eben mal 1000 Seiten. Viel zu wenig.

Gut, fahr dich erstmal runter und wieder hoch, dann klappt es bestimmt. Die Zeit passt grade für eine Kaffeepause, die ist verdient.

Danach sinngerecht und kompetent die Wörter aneinandergereiht. Sätze gebildet. Verziert mit guten Eigenschaften und Fähigkeiten. Formatiert im Briefstil.

Alles drin, alles dran. Hurra, nur noch ein Klick vom „Senden“ entfernt. Ausgeführt. Schon geschehen, ausgeatmet. Jetzt ist der Kopf, ja du mein Hirn, frei fürs Nächste.

Wollte noch nach Kant und Freud googeln, diese Persönlichkeiten hatten weise Worte geschrieben. Wikipedia gibt erste Aufschlüsse mir, doch in meinem Wissensdrang überzeugt, da geht noch mehr. Finde vieles und merke kaum, wie schnell es finster wird. Da war doch noch etwas vor ein paar Stunden…so still auf einmal…

Fast am Ende. Eines ist erwähnenswert, habe es geschafft, die Wörtchen „nicht“, „müssen“, „sollen“, „ich“ komplett zu verbannen. Kleinwenig stolz wächst in mir.

Nun, mein Herz, was wolltest Du von mir?

Still. Hören. Zuhören. Hinhören. Hineinhören. Anhören. Gehören.

 

Ein Organ,

ein Etwas.

Blutdurchtränkt.

 

Lebendig und

schlägt bum, bum.

Im Takt.

 

Holpert ab und zu,

wenn es menschelt,

in Begegnung.

 

In Liebe,

Emotion und

Gefühl.

 

Rein körperlich,

Doktor blickt hinein und sieht,

handvoll Gewebe, Sehnen, Muskelfleisch.

 

Sehe tief,

erblicke zart und fein

das kleine Seelchen rein.

Herz

©Kerstin Paar
Autorin: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald

There is 1 comment for this article
  1. Christian Atlanta Bonkowski at 09:35

    Hallo,

    wie schön geschrieben. Wie wahr geschrieben.

    Wie aktiv das Gehirn doch ist und oft das Herz übertönt. Dabei ist es der Klang der Stille im Herzen der einen viel mehr bewegen kann.

    Danke und Gruß,

    Christian

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