Friedhof – ein Ort des Lebens

Friedhof – ein Ort des Lebens

Vor einigen Tagen ging ich abends spazieren ohne Ziel. Doch während des Gehens entschied ich mich spontan zum Waldfriedhof zu marschieren. Gegenüber vom Michelsberg führt ein beleuchteter Fussweg den Weltenburger Berg hinauf. Es ist der Anfang des Wanderweges zum berühmten Kloster Weltenburg.

Da es leider sehr finster war am menschenleeren Parkplatz, entschied ich, bei Tag ein andermal hinzuwandern. Doch bereits damals war die Ruhe und Stille sehr angenehm.

ein Kreuz, außerhalb des Waldfriedhofgeländes in Kelheim

ein Kreuz, außerhalb des Waldfriedhofgeländes in Kelheim

 

Waldfriedhof in Kelheim

Es ist ein wunderschön weitläufiges Waldstück mit den einzelnen Gräbern. Während meines zweiten Besuches sah man Familien mit Kindern, Menschen, die die Gräber pflegten, den alltäglichen und gewöhnlichen Umgang von Besuchern. Und mit etwas Glück, bietet sich ein sehr schöner Blick auf die Befreiungshalle auf dem Michelsberg.

Friedhof_Wald

Friedhof_Befreiungshalle

Mag sein, dass meine Überschrift „Friedhof – ein Ort des Lebens“ vielleicht manchem nicht behagt, man möge mir es verzeihen, aber aus meiner persönlichen Sicht und Erfahrung ist das Sterben und der Tod etwas, das zum Leben dazugehört. Freilich, falls kürzlich bei dem einen oder anderen ein lieber Mensch verstarb, so kann dies eine traurige Stimmung oder Tränen auslösen. Mir selbst ging es so, als ich über den Waldfriedhof ging, man erinnert sich plötzlich wieder an Freunde, Familienangehörige oder Bekannte, die ihre körperliche Hülle ‚liegengelassen’ haben. Und da dürfen und können Tränen fließen. Das ist so natürlich wie ein Lächeln.

Da ich mich über Bestattungsformen bereits früher ausführlich informiert hatte, wurde ich durch eine Bekannte bei Facebook auf die Fanseite FriedWaldDeutschland aufmerksam, sowie die dazugehörige Website. Ehrlich gesagt, es ist aus meiner Sicht eine wunderschöne Art, die körperliche Hülle so der Erde wieder zurück zu geben. Die Fanseite postet in regelmäßigen Abständen Informationen dazu, in einem Medium, das voller Lebendigkeit und aus internationalen Kontakten besteht.

Leben – Mensch und Baum

So gehört dieses eher sensible Thema (fast) zum Alltag, fügt sich ein und ergänzt die bunte Vielfalt der virtuellen Welt. Mal abgesehen von den zahlreichen Möglichkeiten der Medien, ist es immer wieder für mich Entspannung, Erholung und Klärung von Gedanken, die Kraft der Bäume und des Waldes real zu spüren. Ja, die Lebendigkeit der Natur. Die undurchsichtigen Gemeinsamkeiten und gegenseitigen Abhängigkeiten des Menschen mit dem Wald und der Natur zu beobachten. Dies kann sich das menschliche Gehirn kaum vorstellen, wie alles in allem miteinander ‚verwoben’ ist und zusammengehört. Auch wenn kein direkter Kontakt zu sehen ist, so fühlt oder spürt man es, „Alles ist Eins“. Die Lebendigkeit des menschlichen Körpers, der einzelne Baum, die Familie, die sich am Grab einfindet, die Kinder, Menschen, die die Blumen auf die Erde legen. Das Wort „Tod“ gehört zum Leben. Ich habe mich damit gedanklich schon lange auseinandergesetzt und weiß, ich bin Gast hier und das „körperliche“ Dasein ist für eine Zeit. So bemühe ich mich den Moment zu nützen, zu würdigen und zu leben. Wertzuschätzen, dass ich bin.

Danke, dass Du bis hierher gelesen hast. Das schreibe ich dieses Mal bewusst. Es war ein Thema, das nicht alltäglich ist, und doch zum Alltag dazugehören darf. Wie denkst Du darüber?

am Nachhauseweg, die ehemalige Franziskanerkirche auf der gegenüberliegenden Seite

am Nachhauseweg, die ehemalige Franziskanerkirche auf der gegenüberliegenden Seite

 

©Kerstin Paar

Autorin: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald

There are 2 comments for this article
  1. Michael at 11:40

    Hallo Kerstin,
    ein interessanter Beitrag.
    Zumal ich bei dem Thema so denke, wie du es tust.
    Sich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen, ist nicht jedermanns Sache.
    Wenn man es aber sachlich betrachtet, gehört es eben zum Leben dazu.
    Und niemand kann behaupten, dass nach dem Tod alles aus ist. Umgekehrt zwar auch nicht, – also lassen wir uns mal überraschen. 🙂

    Ich habe vor einiger Zeit einen ähnlichen Beitrag über den kölner Melatenfriedhof geschrieben. Vielleicht magst du ja mal reinschauen.

    Viele Grüße

    Michael

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