Empathie, das Zauberwort gegen Wut

Empathie, das Zauberwort gegen Wut

Wütend zu sein, kann durchaus im ersten Moment erleichternd und lösend sein. Doch Empathie hilft auf weitere Weise zu ganz anderen Dimensionen und Erkenntnissen. Diese Kenntnisse sind, wie sie sind, erstmal da. Weder negativ noch positiv, sondern wertfrei. Im zweiten Schritt können sie Emotionen wie Angst, Freude oder ein liebevolles Gefühl entfachen. Auf jeden Fall schafft es Erleuchtung und Erleichterung, einen Zustand nun damit besser zu verstehen.

Zwei sind sich sympathisch und empfinden Empathie

Empathie bedeutet aus meiner Sicht, innere Freude über etwas zu haben, das man in Händen tragen kann. Dabei entsteht bei mir das innere Bild mit einem Schmetterling, der sich in den Handflächen nieder läßt.

Empathie heißt auch, diesem Schmetterling in seinem Schatten sich zu nähern, dass er nicht erschreckt wird und gleich weiterfliegt.

Bei Empathie ruht die Konzentration beim anderen Menschen, die Empathie hört in den Menschen hinein und hört hin. Die Stimme, die dann empfangen wird sagt etwas aus. Diese Aussage gilt es zu ent-coden, ent-schlüsseln. Wer kaum Zugang zu den eigenen Gefühlen hat, wird sich schwer tun in andere Menschen sich hineinzufühlen.

Mit Mitgefühl mehr Verständnis

Das mag so durchaus seine Berechtigung haben, doch darf die Empathie mit dem Mitgefühl nicht auf gleicher Ebene betrachtet werden. Denn Empathie besitzt eine andere Qualität und Eigenschaft. Damit spürt man zum einen die inneren Gefühle und nimmt sie wahr. Zum anderen „hört“ man beim Gegenüber in seinen Aussagen Botschaften, die verstanden werden können. Warum sagt er das und zum jetzigen Zeitpunkt?

Welche Verletzungen und Einstellungssätze hindern ihn anders zu handeln? Statt mit Lebensfreude, wird mit einem Vorwurf argumentiert.

Wie schön ist es, den eigenen Gedanken und Gefühlen nachzuspüren und diese zu analysieren. Bei sich selbst finde ich das Wort „analysieren“ völlig passend. Doch breitet sich Unbehagen aus, wenn vom anderen Menschen gesprochen wird, dass dessen Gefühle analysiert werden. Ich kann aus meiner Betrachtung den Anderen nur versuchen zu verstehen. Dabei ihn befragen. Ohne zu manipulieren und zu werten. Wer sich über den Ehemann äußert mit, „er spricht so wenig mit mir“, wird folglich kaum gesehen. Er wünscht sich mehr Beachtung. Mehr Zuneigung, oder einfach nur ein Gespräch. Es kann auch sein, dass der Mensch in Angst lebt, vielleicht geht der Partner fremd oder hat einen Liebhaber. Sucht sich bei anderen seine Bestätigung.

Nun entstanden in einem viele verschiedene Ursachen. Vorteilhaft ist es, wenn diese Ursachen der andere aber selbst erkennt. Und dazu kann man ihm lediglich Fragen stellen, auf die der andere selbst seine Antworten suchen kann.

Empathie kann wie Magie sein: es verzaubert und plötzlich erlebt man ein „AHA-Erlebnis“. Es zeigt einem eine mögliche Lösung auf. Falls der Schritt oder der Weg zum Ziel noch nicht klar erkenntlich ist, kann weiter geforscht werden oder man wendet sich an andere Menschen und fragt nach deren Meinung. Aber mit Bedacht, das ist wiederum nur deren Betrachtungs- und Sichtweise. Tief in einem wird anfangs vielleicht erst sehr leise eine innere Stimme zu hören sein. Vielfach sind äußere Geräusche so laut und übertönen die zarte Stimme. Schenkt man sich selbst Aufmerksamkeit und Geduld, wird sich eines Tages der Schmetterling wieder in der Hand nieder lassen. Folgt man intuitiv seinem Bauchgefühl, erlebt man innere Freude und tiefe Zufriedenheit. Eine Erkenntnis, etwas schon lange in sich zu tragen.

Empathie bedeutet, sich Zeit zu nehmen, den Willen und die Bereitschaft zu haben, etwas verstehen zu wollen. Wäre man häufiger empathischer, käme es zu weniger Auseinandersetzungen, Missachtungen von Gefühlen und dafür mehr Akzeptanz. Wie schön das wäre, mit Empathie die Welt ein Stück weit friedvoller zu gestalten.

empathie

© Kerstin Paar

Autorin: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens.

Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand.

Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de – freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald

There is 1 comment for this article
  1. Carlo Düllings at 02:06

    Es war sehr interessant, Ihre Meinung zur Empathie zu lesen, auch wenn diese viel „weicher“ ist, als meine eigene. Für mich geht es bei Empathie aber nicht nur um das Gefühl, welches jemand gerade in dem Moment hat, sondern auch darum, was einem anderen grundsätzlich wichtig ist, was ihn antreibt, was ihn motiviert und was ihn wütend macht.

    Alles, was Sie schreiben, dass man sich Zeit nehmen muss, dass man in sich reinhorchen muss, etc., was ich bereits häufiger unter dem Begriff „entschleunigen“ gesehen habe, bezieht sich meiner Auffassung nach auf die emotionale Seite der Empathie (im Gegensatz zur kognitiven Empathie). Auch ich finde es gut und hilfreich, wenn man seine emotionale Empathie kultiviert, aber unsere Welt wird immer schneller und hektischer und viele Menschen sehen Empathie als eine soziale Kompetenz unter vielen an. Viele sind deshalb nicht bereit, besonders viel Zeit in die Entwicklung ihrer emotionalen Empathie zu investieren.

    Inzwischen arbeite ich seit 2 Jahren als Empathie-Trainer. Meiner Erfahrung nach wollen viele Leute lieber eine „Checkliste“, mit der sie andere analysieren können, um dann zumindest grob zu wissen, wen sie vor sich haben, wie sie mit ihm umgehen müssen, etc. Und dann geht es eben schon darum, möglichst viel von dem, was man bei einem anderen beobachten kann, zu analysieren, sprich mit seinem Charakter in Verbindung zu bringen: das Auftreten, die Sprache, die Themen, die Hobbys, die Berufswahl, usw.

    Ich denke auch nicht, dass ein Mehr an Empathie die Welt unbedingt besser machen würde, da es immer Menschen gab, gibt und geben wird, denen Macht und/oder Geld am wichtigsten sind. Bei diesen Menschen führt ein Mehr an Empathie eher dazu, dass sie dann besser wissen, wie sie sich bei anderen durchsetzen können und weniger, dass sie dann hilfsbereiter werden und mehr Rücksicht auf andere nehmen.

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