Sag Nein, aber lass die Handbremse los

Sag Nein, aber lass die Handbremse los

Es ist keine Schande: Nein sagen ist gesund. Es eröffnen sich darin neue Chancen, ein ungeahntes Potenzial wird freigelegt. Ich will dir dies an einem eigenen Beispiel erzählen.

Ohne Nein sagen spürte ich es am Körper

Schon als Kind war ich bei längeren Autofahrten oder im Bus so entspannt, dass ich nach kurzer Zeit zu träumen begann. Doch nahm ich immer unbewusst alles mit auf. Gerade die Stimmungen. Wurde hart diskutiert, zog es mich mehr und mehr zum Boden hin. Als wollte ich kleiner werden. Ich nahm sehr Anteil am gesprochenen Wort und ausgesendeten Schwingungen. Verkrampfte mich am Körper und konnte keine Träne weinen. Ja, ich schrieb jetzt in der Tat „am“ Körper. Warum nur? Es geht nur im Körper.

Jahre vergingen und später als die meisten Jugendlichen machte ich den Führerschein. Ich fand es toll mit dem Auto zu fahren. Übernahm so gerne das Steuer und fuhr vorsichtig und achtsam. Es ist fast wie eine Meditation. Man sitzt hinter dem Steuer und alles fliegt optisch am eigenen Auge vorbei.

Als Fahrer ist es gut, dass der Blick nach vorne gerichtet ist. Dabei nehme ich heute auch sehr intensiv die schnellen Bäume rechts und links der Straße war, obwohl ich keine hohe Geschwindigkeit am Tacho habe. Doch konzentriere ich mich auf einen weit vor mir liegenden Punkt.

Ein zweites wurde mir erst in letzter Zeit bewusst. Da ich schnell einschlief, wollte ich dies anderen oder zumeist fremden Menschen nicht sagen. Das ging nicht. Ein Nein sagen war nicht möglich, wie sieht das aus? Ich sitze kaum bei jemand im Auto und werde nach einer Stunde so müde, dass ich ein kleines Nickerchen machen will? Konnte ich mir nicht leisten. Wer weiß, was der Fahrer mit mir tut.

Nun, so wollte ich doch lieber selbst das Steuer lenken und jede Situation unter Kontrolle halten. Ja, genau das war es. Dieses Verhalten wird zwar öfters Männern zugesprochen, dass diese Situationen unter Kontrolle halten dürfen, aber mir war es egal. Ich als Frau wollte über mein Leben selbst bestimmen. Gesagt, getan.

Bis eines Tages sich mein Körper so heftig wehrte, dass mir dabei Angst wurde. Ich bekam Panik, sobald ich als Beifahrerin in ein Auto steigen musste und mich von jemand anderem fahren lassen. Was war das für eine peinliche Situation, wenn am ganzen Körper eine Reaktion sich zeigt und man kaum ein Wort noch sagen kann? Es kam nicht über die Lippen: Halt an, bitte! Diese drei Worte versanken sprichwörtlich im Beifahrersitz und der Drang nach unten war da. Einfach nur festen Boden unter den Füssen spüren, der sich nicht bewegt. Standhaftigkeit erleben können. Vielleicht mal an jemand mich anlehnen können. Was wär das schön gewesen!

So erzählte ich dies einem Menschen. Dieser antwortete: „Sehr schön, du hast dir selbst geholfen und hast dein Bedürfnis geäußert.“

Ich? Wie, ich verstand die Welt nicht mehr. Ich konnte doch kaum noch etwas sagen. Bekam keine Luft. Zitterte am ganzen Körper.

Aber genau das öffnete mir die Augen: Sag Nein

Trau dich, mute dich anderen zu. Lass dich bequem im Beifahrersitz nieder und genieß es, dich fahren zu lassen.

Klar werde ich weiterhin selbst hinter dem Steuer sitzen und liebend gerne mein Lenkrad lenken.

Doch ein Nein sagen, öffnet einen Weg zu mir selbst zurück. Auto fahren, Beifahrerin

© Kerstin Paar

Autorin: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald

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