Nur Fühlen und Loslassen

Nur Fühlen und Loslassen

Ein großer Wunsch von mir ist es, einfach nur zu fühlen.

Ich fahre die Straße entlang, sehe die Bäume rechts und links, erfreue mich an dem Morgen und dem Sonnenaufgang. Aber schwupps, schon frage ich mich, hab ich alle Unterlagen für den Termin dabei, ist alles notwendige eingepackt und überdenke noch einmal die kommende Besprechung. Da fallen mir zusätzliche Stichpunkte ein und es ergibt sich ein schlüssiges Vorgehen. Doch statt nur zu fühlen, hat sich der Verstand eingeschaltet.

Tja, aber wie war es? Ich wollte einfach fahren, ohne groß nachzudenken. Aber ich darf mich nicht beklagen und traurig sein, schließlich kristallisierte sich während der Autofahrt diese geniale Idee heraus.

Nun stellt sich mir trotz allem noch einmal die Frage:

Kann man sich frei machen vom Verstand, vom eigenen Nachdenken und nur fühlen?

Mir wird öfters gesagt, denk nicht so viel nach. Doch schließlich macht es mir einesteils Freude, „hinter die Kulissen“ zu blicken, also zu hinterfragen, warum etwas so ist, oder wie sich die Dinge entwickelten. Andererseits zeigt es mir in der Rückschau die Lösungswege auf, die zum Ziel führten.

Würde es bedeuten und gelingen, ganz bewusst in sich hineinzuspüren, um dem Fühlen näher zu kommen? Und dann ist da ja wieder der Verstand. Mensch, kann man ihn nicht einmal in den Urlaub schicken? Ich will einfach mal füüüüüüüüühleeeeeeeeeeeeeeeen.

Einfach mal 24 Stunden nur fühlen, sich fühlen, ach, und schon wieder schaltet sich das Hirn ein und meint, „du brauchst mich, ohne mich klappt nichts. Du kannst nicht arbeiten und nicht schreiben ohne mich. Also, lass es sein, lehn dich zurück und akzeptiere einfach wie es ist. Nimm mich als deinen Spielgefährten. Sehe mich nicht als Feind, sondern als Freund. Ich gehör zu dir, wie die Sonne zum Mond, wie der Hass zur Liebe und die Blume auf die Blumenwiese.“

Gebe ich mich damit wirklich zufrieden?

Einfach den Verstand integrieren, mein Denken akzeptieren und Eins-Sein mit Denken und Fühlen

Jetzt ergänzt mein Verstand noch eine wichtige Botschaft: „du und ich, wir sind wie eine Liebesbeziehung. In so manchen intimen Begegnungen fühlst du nur und denkst nicht. Du spürst nur, und denkst nicht. Du spürst den Kuss auf der Haut, Lippen die sich begegnen, Hände sich berühren und Körper an sich schmiegen. Also, da bin ich richtig still, lass dich einfach sein wie du bist. Ich hab da nichts zu meckern. Siehst du, wir sind ein unzertrennliches Paar. Wir gehören zusammen, ein Leben lang.“

Langsam steigt in mir ein beruhigendes und entspanntes Gefühl auf, ich lass den Verstand jetzt nämlich auch einfach so sein wie er ist 🙂

Ja, bis jetzt war es eine Anekdote, ironisch und etwas witzig, aber im Kern beschäftigt mich tatsächlich diese Geschichte sehr, ob für einen Tag einfach mal der komplette Verstand ausgeschaltet werden kann. Und jeder Mensch wird mir sagen, Nein, funktioniert nicht. Doch gebe ich mich dem nicht zufrieden. Es wird mal auf ein Experiment ankommen. Ein ganzer Tag wird eine sehr große Herausforderung sein. Denn bei einer Meditation von etwa 15 Minuten merke ich, wie intensiv, schnell und vielseitig die Gedanken umherschwirren.

Dem leisen Einfühlen in sich, dem Hinfühlen, wahrnehmen und annehmen, passen die Schlüssel in verschiedene Schlösser, die letztendlich zum letzten stillen Tor einen führen. Hinter diesem Tor wird sich ein wunderbarer Mensch zeigen, der wahre Kern in vollster Klarheit, das eigene „Ich“.

Indem man den Dingen ihren Lauf lässt, nichts erzwingt und sie geschehen lässt, lösen sich viele Denkweisen und Verstrickungen.

Ruhe kann einkehren und mit jedem Atemzug fühlt sich der Körper leichter und wohler an.

Nur Fühlen und Loslassen, Achtsamkeit, Bewusstheit

 

Autorin: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald

There are 3 comments for this article
  1. Bernd Kohl at 11:46

    Hallo Kerstin,

    Sonnenfernweh gefällt mir außerordentlich gut und mir fällt es im Moment schwer, die passenden Worte Für deine Beiträge zu finden.

    Ich wäre dir sehr dankbar, wenn du mir erlauben würdest, Sonnenfernweh auf meiner Homepage verlinken zu dürfen.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,

    Bernd

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