Hünenbett Oldendorfer Totenstatt

Oldendorfer Totenstatt bei Amelinghausen

Die Oldendorfer Totenstatt bei Amelinghausen ist ein sehr gut erhaltenes Bestattungsfeld aus der Jungstein- und Bronzezeit.

Zur Info: Erstmalig erschien dieser Beitrag im März 2016. Im August 2019 wurde er um eine Planskizze, Text und Bilder während der Heideblüte ergänzt.

 

Aus allen vor- und frühgeschichtlichen Epochen findet man in dem sagenhaften Gräber- und Bestattungsfeld Funde. Anhand der Großsteingräber, den Gräberfunden und Grabbeilagen ordnet man die Oldendorfer Totenstatt der Trichterbecherkultur zu.

 

Hünenbett Oldendorfer Totenstatt
der südliche Teil des Hünenbettes IV – wunderschön in blühender Heidelandschaft (Aufnahme vom 24. August 2019)

 

Mein Weg begann nicht beim Parkplatz an der Oldendorfer Totenstatt, sondern von Süden aus Amelinghausen kommend. Informative Standtafeln zeigen den jeweiligen Standort und die Details. Hier sieht man einen Teil des Rundweges „Sagenhafter Hünen-Weg“ – beginnend in Amelinghausen in die nördliche Region. Unter anderem auch zum Marxener Paradies, von dem ich an anderer Stelle bereits berichtete.

 

Oldendorf, Rundweg, Wanderweg, Sagenhafter Hünen Weg, Amelinghausen
Ab der Landstraße Amelinghausen nach Oldendorf zweigt rechts der Wanderweg zur Oldendorfer Totenstatt ab. Als Teil des Rundweges „Sagenhafter Hünen-Weg“.

 

Im weiteren Verlauf des Weges erinnert linkerhand eine auf Stein gemeisselte Schrift an die ursprüngliche Einmündung der Lopau in die Luhe – zwei fröhlich plätschernde Flüsschen :-) Man begegnet ihnen bei Radtouren und Wanderungen bei Amelinghausen und dem Lopausee.

 

Lopau, Luhe, Oldendorfer Totenstatt, Oldendorf, Amelinghausen, Lopausee
Nahe der Oldendorfer Totenstatt erinnert ein Steindenkmal an die ursprüngliche Einmündung der Lopau in die Luhe – zwei kleine natürlich fließende Flüsschen

 

Fasziniert war ich besonders von folgender Infotafel (das ist heute noch so), da diese zeichnerisch sehr anschaulich die Tierwelt darstellt. Erinnert hatte es mich an frühere Kinderbücher, kennt ihr diese auch noch? :-)

Sagenhafer Hünen Weg, Amelinghausen, Oldendorf, Totenstatt, Lüneburger Heide
Wunderschön bemalte Info-Tafel am Rundweg „Sagenhafter Hünen-Weg“ – im Hintergrund das Gelände der Oldendorfer Totenstatt. (Aufnahme März 2016)

 

Die einmaligen Großsteingräber baute man vor rund 4000 Jahren. Drei Grabkammern als Hünenbett und das Steingrab II auf einem ovalen Hügel. Weitere Gräberhügel sieht man in der Oldendorfer Totenstatt, sowie Gräber nahe Soderstorf und Raven.

In der Jungsteinzeit bestattete man die Gräber immer weiter nach. Noch im 4. / 5. Jahrhundert nach Christi fand man Urnen und Zeugnisse von späteren Bestattungen.

Der Landkreis Lüneburg nahm das Oldendorfer Gräberfeld unter Pacht und befindet sich seit dem 19. Jahrhundert unter Staatsbesitz.

Übersichtsskizze des Gräberfeldes.

 

Übersichtsplan zur Oldendorfer Totenstatt
skizziert von Kerstin Paar (August 2019)

 

Hünenbett I

 

Hünenbett
Hünenbett I (aktualisiert 24. August 2019)

Das Hünenbett I liegt leicht erhöht auf einem Hügel und war ursprünglich 45 Meter lang, sowie 7 Meter breit. 76 Findlinge umgaben das Hünenbett und am Boden fand man Pfeilspitzen, Gefäßscherben und Knochenreste.

Steingrab II

Steingrab
Steingrab II (aktualisiert 24. August 2019)

Zwischen Hünenbett I und Steingrab II ist der Waldweg, der weiter ins Gräber- und Heidefeld führt. Das Steingrab II ist bedeutend kleiner als alle anderen Grabstellen und liegt auf einem ovalen Hügel. In dem Steingrab fand man Henkelschalen, bekannt aus dem südosteuropäischen Raum.

Hünengrab III

Rechterhand einige Schritte weiter kommt man zum ältesten Hünengrab III. Zu damaliger Zeit war es 60 Meter lang und 7 Meter breit. Es hatte keine Steinkammer, sondern eine Kammer aus Holz. Ein weiteres Kennzeichen, einen runden Hügel mit einem Durchmesser von 4 Metern, wies das Grab aus.

 

Steingrab im Hünenfeld
Hünengrab III (aktualisiert 24. August 2019)

 

Hünenbett IV

Das Hünenbett IV war früher ein 80 (!) Meter langer und 6,5 Meter breiter Erddamm, und ist heute noch eines der schönsten Gräber. 108 Findlinge und eine Mauer umgaben früher das Grab.

Das Grab wurde während der Trichterbecherkultur ausgeräumt, um Platz zu machen. Denn danach kam die Kugelamphorenkultur.

Feuersteinmesser, Streitäxte, Beile und weitere Gegenstände legte man ins Grab.

 

Hünenbett inmitten Heidelandschaft
Hünenbett IV (aktualisiert 24. August 2019)

 

Nahe dem Hünenbett IV sieht man einen gespaltenen Findling. Weshalb er gespalten wurde, weiß man heute nicht, aber früher nahm man nicht nur Grabbeilagen mit, sondern versuchte die Steinfindlinge wegzutragen. Vielleicht wollte man dieses besonders schöne Exemplar für ein neues Grab verwenden? Die Spalten bleiben wohl für immer ein Rätsel …

 

Findling
Stein gespalten, aus bislang unerfindlichen Gründen … (aktualisiert 24. August 2019)

 

Tipp: Besuch des Archäologischen Museums in Oldendorf/Luhe

Das Archäologische Museum empfiehlt sich zu besuchen, ob vor oder nach dem Spaziergang durch die Oldendorfer Totenstatt. Das Museum liegt 1,5 km westlich der Totenstatt in Oldendorf/Luhe und ca. 3 km nördlich von Amelinghausen.

Das Museum zeigt im Erdgeschoss sehenswertes Anschauungsmaterial aus der Jungsteinzeit, daneben kann man über Audio-Dateien Wissenswertes zur Geschichte, der Totenstatt und der damaligen Zeit hören. Das ist sehr gut aufbereitetes Material, mit angenehmer Stimme, so dass das Hinhören ein Ohrgenuss ist.

Im Obergeschoss findet man schöne Fossilien und früher verwendete landwirtschaftliche Geräte, unter anderem auch aus Feuerstein. Ein weiteres Highlight sind Kurzvideos, die Vieles zur Oldendorfer Totenstatt zeigen.

 

Museum Oldendorf, Oldendorfer Totenstatt bei Amelinghausen
Das Museum Oldendorf beherbergt sehenswerte Fossilien, sowie sehr interessante Informationen zur Oldendorfer Totenstatt (Aufnahme März 2016)

 

Als Reisebloggerin berichte ich freiberuflich von Radtouren aus der Lüneburger Heide, meiner Wahlheimat Amelinghausen und Lüneburg, sowie deutschlandweit. Fahre mit dem Fahrrad und reise umweltfreundlich. Mit Social-Media-Beratung, der Umsetzung von Marketingstrategien für Tourismusregionen, sowie für Selbstständige und Solopreneure unterstütze ich Menschen in unterschiedlichen Branchen. Mit einem eigenen Blog bauen Gründerinnen, Freiberufler und touristische Regionen sich ihre eigene Marke auf und stärken die Vertrauensbildung. Das Blog ist mit der Website ein wesentlicher Pfeiler im Marketing. Mehr zum Bloggen | Social Media | Webdesign lesen.
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