Was heißt es, den Weltschmerz auf sich zu nehmen? Social-Life

Was heißt es, den Weltschmerz auf sich zu nehmen? Social-Life

In dieser Woche traf mich eine Frage, deren ich nachging und sie für mich prüfen wollte. Sonntags ist oft so ein Tag, der zur Rückschau einlädt. Eine Zeit, passend zur momentanen Fastenzeit und der in Kürze bevorstehenden Karwoche gewidmet.

Früher wuchs ich in eher strenger katholischer Erziehung auf. Da gab es sonntägliche Pflichten, die mir nicht wirklich etwas bedeuteten, aber man tat es halt. Zudem herrschte in der Familie oftmals großes Schweigen, auf meine kindlichen Fragen, die offen blieben. Vor einigen Jahren entschied ich mich zum „Ausstieg“. Mein heutiges Denken ist geprägt von einer achtsamen, bewussten Umsicht auf mich, auf andere Menschen, einer wertebewussten Lebensweise (man kann auch spirituelle Sichtweise sagen). Und doch bin ich, wie jeder Andere nicht ohne Fehler.

Nun die Frage, die mich beschäftigte.

Was heißt es, den Weltschmerz auf sich zu nehmen?

Über das Lesen der Bibel aus jungen Jahren ist mir bekannt, dass Jesus die Person war, die die Schuld auf sich nahm und dafür symbolisch für die Welt am Kreuz verstarb.

Sollen wir dem nun folgen und uns die Weltsünde auferlegen?

Wir sind doch als völlig sündenfreie, jedoch eher geprägt durch unsere Ahnen auf die Welt gekommen. Liegt darin ein Unterschied? Ich denke ja. Denn im Laufe des Heranwachsens kann man verzeihend den Ahnen ihre Geschichte anerkennen, es ihnen zurückgeben und sich selbst von dem Schmerz freisprechen.

Ich glaube daran (bzw. bin bemüht es mir immer wieder ins Gedächtnis zu rufen), dass jede Zelle eines Körpers gesund ist. Die Zelle sich innerhalb eines gewissen Zeitraumes wieder reproduzieren kann und bei Krankheit gesundet.

„Sei gesund, glücklich, fröhlich, und für andere Menschen da, wenn sie in Not sind.“

Das sind Wünsche von Menschen an mich getragen, die ich schon von Kindesbeinen an hörte. Damals verwechselte ich es ab und an, denn ich konnte nichts mit dem Begriff „Nächstenliebe“ anfangen und ich bemühte mich, immer den anderen zu schätzen. War also stets im Außen.

Ich nahm es mir gerne auf die eigene Schulter, für andere immer da zu sein. Nur sehr wenig für mich selbst. Das gelang mir erst, nach einigen intensiven Zeiten, einigen Lehrjahren und durch Gespräche mit Freunden. vom Weltschmerz befreien

Den Weltschmerz zu spüren kann ich nachvollziehen, denn manchmal sind es feine Antennen, die einem etwas sagen und körperlich spüren lassen. Doch stellt sich mir die nächste Frage: Wie fühlt sich das an? Diesen Weltschmerz zu fühlen?

Steckt dahinter vielleicht etwas ganz anderes, vielleicht ein unerfülltes Bedürfnis?

Die Welt an sich ist wunderschön. Mit offenen Augen durch eine Landschaft zu wandern, die Kleinigkeiten am Wegesrand zu beobachten, lässt einen wachsam werden, welch grosses Geschenk es ist, hier auf Erden sein zu dürfen!

Der Mensch an sich ist schon ein Wunderwerk. Auch wenn viele Wissenschaftler und Forscher alles versuchen zu ergründen, ich denke, es wird immer Geheimnisse geben, die wir mit unserem „Spatzenhirn“ einfach nicht erklären können. Und das ist ok so.

Wenn ich sehe, dass sehr viel Müll am Strand landet. Wenn ich sehe, dass Tiere unter unwürdigen Bedingungen gehalten werden. Dann ist es meine „Brille“, die auf meiner Nase sitzt und durch die ich auf die Welt blicke. Einem anderen Menschen fällt das vielleicht nicht auf. Er sieht es ja auch aus seiner „Brille“.

Wir können versuchen, es dem anderen zu erklären, ihn aufmerksam zu machen, dass vielleicht etwas nicht in Ordnung ist. Wir können uns verbünden und gemeinsam verpflichten, die Welt ein Stück zu verbessern. Handeln und tatkräftig Verbesserungen herbei zu führen.

Doch letztendlich sich die ganze Schuld der Welt, eine Weltschuld aufzubürden, dafür sind wir – so meine Meinung – nicht geboren. Wir sind geboren, um zu leben. Geboren, um glücklich zu sein. Um es uns gut gehen zu lassen. In dem Sinne, dass ich für mich gut sorge. Wenn ich es für mich als richtig ansehe, morgens einen Spaziergang zu machen, dann ist das gut so. Andere könnten zwar sagen, wie kann Kerstin nur morgens spazierengehen, ohne Hund, ohne eine Pflicht zu erfüllen, sie müsste doch eigentlich arbeiten. Doch sieht der andere Mensch es nicht, zu welchen Zeiten, wie lange und wann ich arbeite. Ja, und da sind wir wieder mit der „Brille“ und der Sicht auf die Dinge. Was heißt es, den Weltschmerz auf sich zu nehmen?

Und die Sicht auf die Dinge kann man immer erneut prüfen. Wenn es gestern noch grün war, kann ich es heute aus der rosaroten Brille sehen. Oder umgekehrt. Wer weiß, vielleicht ist es sogar eine kunterbunt schillernde Welt, die mir begegnet.

Wie siehst du es? Magst du mir schreiben? Ich freue mich auf deine Zeilen.

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Zu den letzten vergangenen Ausgaben der Social-Life-Week:

Nr. 10 – Manchmal fehlen Worte …

Nr. 9 – Einfach Pause machen …

Nr. 8 – Abschied und Neubeginn …

Nr. 7 – Versunken im Blogumzug …

Nr. 6 – Kommunikation und so …

Nr. 5 – Mit Kooperationen gemeinsam mehr bewirken …

Nr. 4 – Inmitten einer zauberhaften Winterlandschaft …

Nr. 3 – Von der Kaffeepause mal anders …

Nr. 2 – Vom Schneeeinbruch und so …

Nr. 1 – Was das 2017 so bringen wird …

Autorin: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald

There are 2 comments for this article
  1. Ursula at 21:52

    Hallo Kerstin,
    ich wuchs auch in einer katholischen Familie auf – und es war, wie du es am Anfang im Artikel beschreibst – man ging den sonntäglichen Kirchgang, weil es sich so gehörte, den man aber nur selten erlebenswert fand. Irgendwann als junge Frau fragte ich mich, ob ich überhaupt in diese Gemeinschaft gehöre. Ich verstand vieles nicht, und ich bekam auch nicht die Antworten, die ich mir erhoffte. Eines Tages trat der Bruder meines heutigen Ehemannes in mein Leben – ein Jesuitenpater. Er erschloss mir eine ganz andere, mir bisher total unbekannte Sicht, auf die Dinge rund um Jesus, die Bibel, den Sinn der christlichen Lehre und damit veränderte sich auch die Sicht aufs Leben an sich – auf den Sinn des Lebens. Aus anderen Weiterbildungen und Büchern habe ich darüber gelernt, was Leute erfolgreich macht, was Leute glücklich macht, dass jeder andere Normalitäten empfindet. Daraus habe ich mir dann mein eigenes neues Weltbild geschmiedet und es ändert sich täglich. Alles ist gut wie es ist, wir selbst entscheiden, wie wir es empfinden und was wir daraus machen. In diesem Sinne, alles Gute und herzliche Grüße,
    Ursula

    • Kerstin Author at 22:16

      Hallo Ursula,
      vielen Dank für deine Zeilen.
      Schön, von deiner Sicht der Dinge zu lesen, und sicher war das eine große Bereicherung, die Begegnung.
      Danke für deine Offenheit und den Einblick in deine Sichtweise.

      Herzliche Grüße
      Kerstin

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