Barfußpark Egestorf – Die Haut der Erde erfahren

Barfußpark Egestorf – Die Haut der Erde erfahren

Der Barfußpark Egestorf führt über drei Rundwege unterschiedlicher Länge durch die landschaftlich reizvolle Lüneburger Heide. Auf der Sinnes- und Erlebnis-Tour begegnen die Besucher der Vielfalt an Sinneswahrnehmungen. Neben dem Fühlen, dem Riechen oder Sehen wird auch der Geschmackssinn angesprochen. Denn auch kulinarisch wird der Gast im Gastronomie-Bereich „Naturium“ verwöhnt. Der Park enthält aktuell 62 Sinnes-Stationen und ist von wunderschöner Natur umgeben.

Beeindruckt war ich sehr, weil wir es nicht mehr gewöhnt sind barfuß zu laufen. Vielmehr ist es Gewohnheit, in Schuhe zu schlüpfen und loszulaufen. Solange alles „läuft“, ist alles gut. Aber wenn es beginnt, irgendwo nicht „rund zu laufen“, erst dann schätzt man, was gut war.

Über die Fußsohlen nehmen wir Kontakt mit der „Haut der Erde“ auf, die uns trägt. Je nach Beschaffenheit des Bodens fühlen wir uns wohl oder es schmerzt. Aber barfuß gehen, heißt Freude an der Natur zu haben, den Füßen Freiraum und Luft zum Atmen zu geben, sowie die Verbindung zur Erde und der Bodenbeschaffung intensiver wahrzunehmen.

Anreise zum Barfußpark Egestorf

Meine 17-km Tour startete mit dem E-Bike in Amelinghausen. Über Soderstorf querte ich nach knapp 45 Minuten die Autobahn A7. Nach wenigen Kilometer war Egestorf erreicht und ich kam nach einer Stunde am Barfußpark an.

Integriert auf dem etwa 14 ha großen Areal liegt das „Freizeit- und Badeparadies Aquadies“ mit Naturschwimmbecken. Ein separater Eingang eröffnet Wassersportfreunden den Zugang zum erfrischenden Vergnügen.

das Naturschwimmbad Egestorf

Barfuß durch den Wald

Für meine Rundtour über das Gelände wählte ich die „lange Runde“. Die etwa 2,7 km lange Tour verlief auf feucht-kühlem Waldboden, durch Matsch, Torfbecken, über blaue Steine, durch ein Salzhaus und vielem mehr.

Doch starten wir von Anfang an.

Schließfächer für die Schuhe, ab hier nur noch barfuß

Erstmal Schuhe aus, die Füße atmen auf und freuen sich auf den „freien Lauf“. Meine Schuhe sperrte ich sicher ins Schließfach und los ging es!

am Wasserlauf entlang die erste Erfrischung

„Gemütlich und ruhig soll man die Tour durch den Park gehen“, so war die Empfehlung auf dem Hinweis-Schild gleich zu Anfang.

Achtsam und bewusst den Untergrund spüren, auf Geräusche hören und den Augen Entspanntes gönnen, wenn der Blick über das freie Feld oder den stillen Wald schweifte. Das fiel mir nicht schwer, schließlich war es wirklich wunderschön und so abwechslungsreich.

über Steine laufen

Erste Hürde, über Steine laufen. Schon ziemlich fies, wie es unter den Fußsohlen zwickt. Aber man will ja ins Spüren kommen … 🙂 Also los, dann gehen wir eben.

Sieht so schön aus, am liebsten würde ich rechts dran vorbei … aber nein, das muss gefühlt werden. Wie fühlen sich blau-lila Glasscherben an? Ich weiß es jetzt, versuch du es mal bei deinem Besuch! 🙂

lila, blaue Steine zum Drüberlaufen

Das Salzineum verbirgt sich in einem kleinen Häuschen. Die Wände sind vollkommen aus Salz und der Raum verströmt ein angenehmes und heilsames Raumklima.

im Salzineum waren Wände aus Salz

Im Kräutergarten roch es fein, wie aus einer Kräuterküche. Da durfte man auch vieles Ertasten, Sehen und Riechen. Aus den Riech-, Tast- und Fühlkisten roch es unwiderstehlich gut …

zum Tasten aufgestellte Kästen

„Ach, jetzt etwas entspannen, tief die gute Luft einatmen und abhängen können, das wär schön …“. Als hätte man es „gehört“, schon bei der nächsten Biegung hingen mehrere Hängematten!

Hängematten im Barfußpark Egestorf

Großartig, jetzt ging es richtig in den Matsch. Und das nicht nur einmal.

Becken mit Matsch

Das Sonnenlicht zauberte den Wald in eine besondere Stimmung.

Als es aus dem Waldstück ging, war der Blick frei auf diesen schönen Rastplatz.

„Wer springt wie weit?“ – das war eine richtig knifflige Frage. Denn hättest du gewußt, dass ein Eichhörnchen bis zu 4 m springen kann? An dieser Station lernte man noch weitere Tiere und deren Entfernungen kennen, die ich nicht wußte

wer springt wie weit

Nun kam ich an den Summstein. Als ich das Schild las, dachte ich sofort an den Klangweg in Riedenburg, denn im Landkreis Kelheim (Niederbayern) besuchte ich vor knapp sechs Jahren den hörenswerten Weg. Ein Beitrag dazu erschien im November 2011.

Summstein, damit hört man seine eigenen Geräusche

Ein Blick zurück auf die Station „Wer springt wie weit“.

Nun tauchte ich wieder in den Wald ein und absolvierte weitere Stationen auf dem „langen Weg“. Ich kam zum Sandpendel. Dieses Pendel „malte“ ein Sandbild in den Kasten.

Balancieren und in Balance sein!

Fühlt sich rundum gut an. Frische Luft und Zellstimulierung an den Fußsohlen, das war ja sicher ein Festtag für die Füße im Barfußpark.

meine Paar Füße

Reisig unter den Füßen spüren.

Ein Stück weiter konnte man nachspüren und fühlen, wie Menschen mit Sehbehinderung ihren Tastsinn einsetzen. Es ging darum, Bäume zu fühlen.

am Seil konnte man entlanggehen und musste Bäume ertasten

So kurz vor dem Ende hörte ich ein dumpfes Geklopfe. Was das wohl war?

Der Park war während meines Besuches sehr sauber, es lag nirgends Müll oder Unrat am Weg und die Beschilderung hielt ihr Wort.

Über einen kleinen Abstecher konnte man im Park noch zu 9 Yoga-Wald-Stationen gehen.

Praktisch war die „Waschstraße“ bevor man den Park verließ. Denn die Füße zeigten die Spuren an, wodurch man am „langen Weg“ ging.

um die Füße zu waschen, gab es zahlreiche Waschstationen

Auszeichnungen des Barfußparks

Das Mitmach-Portal von Eltern für Eltern, FamilyChecks, wählte für das Bundesland Niedersachsen den Barfußpark Egestorf als beliebtestes Ausflugsziel für 2017 und rangiert nun unter den TOP-Zielen.

Im Jahr 2013 wurde der Sinnes- und Erlebnispark ein Kooperationspartner der Internationalen Gartenschau in Hamburg. Er erhielt eine Nominierung für den Deutschen Tourismuspreis 2010. Und im Jahr 2009 wurde der Barfußpark mit dem Sonderpreis „Tourismus“ ausgezeichnet.

Park-Infos:

Ahornweg 9, 21373 Egestorf, Telefon: 04175 1423

Öffnungszeiten: Mai bis Oktober täglich von 9 – 18 Uhr

E-Mail: info@egestorf.de

Website: https://barfusspark-egestorf.de

Hast du Interesse an mehr Barfuß-Themen? Schau dir doch mal das Fußdiagnose-Kartenset von Rita Fasel und Ruediger Dahlke an. Meine Eindrücke kannst du im Beitrag nachlesen.

Rückfahrt mit E-Bike über Eyendorf, Raven und Oldendorf/Luhe

Nach der zweistündigen Tour durch den Park schwang ich mich wieder auf mein E-Bike und fuhr eine andere Strecke zurück.

Die 20-km Tour führte mich an idyllischen Pferdekoppeln, der bekannten Eyendorfer Windmühle und dem Archäologischen Museum in Oldendorf/Luhe vorbei.

Pony

mit Ebike an der Eyendorfer Windmühle

Eyendorfer Windmühle, eine Museumsmühle

Das Archäologische Museum in Oldendorf/Luhe öffnet täglich außer montags in den Sommermonaten. Speziell zur Heideblütenfestwoche führt Christel Wegener am Donnerstag um 15 Uhr durch die Oldendorfer Totenstatt. Zur vergangenen Führung am 17. August 2017 findet sich hier der Bericht.

das Archäologische Museum Oldendorf Luhe

Vielen Dank dem Team des Barfußparks Egestorf für die einmalige kostenfreie Chance im Rahmen des Blogbeitrages den Park zu besuchen.

Unberührt ist und bleibt mein Eindruck und Wahrnehmung, dieses in meinen Augen großartigen Parks, der die Sinneseindrücke, die Beobachtungsgabe und die Wahrnehmung unseres Körpers und der Natur vorbildlich schult. Für Groß und Klein. Und sicher ist, ich komme wieder.

Danke für dieses Engagement.

Autorin: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald

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