Auf dem Weg zu einer speziellen Wintersonnenwendefeier, für mich wie Weihnachten

Auf dem Weg zu einer speziellen Wintersonnenwendefeier, für mich wie Weihnachten

…. dem Fest der Wintersonnenwende am Zürichsee.

Das klassische Weihnachtsfest am 24. Dezember und die darauffolgenden Feiertage feiere ich seit einigen Jahren nicht mehr. Ich bin an diesen Tagen alleine, genieße die Stille und Ruhe. Nutze tagsüber die Zeit für ausgiebige Wanderungen oder E-Bike-Touren. Abends bearbeite ich die Bilder des Tages und schreibe dazu Blogbeiträge, oder erledige andere Arbeiten.

Im Jahr 2017 feierte ich mit anderen Menschen ein ganz spezielles Wintersonnenwendefest, das zu einem Weihnachtsfest wurde. Dazu ein paar persönliche Zeilen, vom „auf dem Weg sein“, über „die Komfortzone verlassen“ und überraschend doch den richtigen Ort zu finden. Man ist immer am richtigen Ort, zur richtigen Zeit …

Auf dem Weg sein

Auf dem Weg war ich am 22. Dezember wahrlich eine längere Strecke. Als nach dem Abschied am Hotel Boldern es leicht zu regnen begann, entschied ich mich trotzdem zu Fuß zur nächsten Station meiner Kurzreise zu gehen. Die Aussage von Google Maps meinte 7,5 km und ich dachte, das ist kein Problem. Geschwind war ich den Fußweg wieder zurück in Männedorf am Bahnhof. Dort in der Nähe wärmte ich mich kurz in einem Migros auf, bevor die nächste Etappe entlang des Seeufers am Zürichsee auf mich wartete.

In Gedanken überlegte ich mir, wie es im Sommer wohl aussehen mag, das muss wirklich zauberhaft sein, überall grüne Wiesen, lachende und badende Menschen, einige, die sich am Ufer entspannten oder eine Runde Minigolf spielten.

So ging ich meines Weges entlang an der Seestraße.

Zürichsee im Dezember vor Weihnachten

Nach einiger Zeit sah ich das Ortsschild Stäfa. Der Ort sah sehr hübsch aus, ältere Häuser, in der speziellen Bauweise der Schweiz, manche trugen die Schweizer Flagge, „hach ja, im Sommer möchte ich unbedingt die Schweiz besuchen und auch eine Tour mit den Schweizer Bahnen unternehmen“. Tja, meine Gedanken gehen beim Wandern hin und her, manchmal super-schnell querfeldein (zu besonderen Bahnen folgen unten ein paar Bilder).

Da ich gut im Zeitplan war, trocknete ich mich, meine Regenjacke und den Rucksack in einem Bistro an einer Tankstelle in selbigem Ort. Ein Gläschen Tee tat da richtig gut.

Schon eigenartig, wenn man ohne Netz, ohne Internet, alleine so da sitzt … also Internet hätte ich sicher nutzen können, jedoch waren die Roaminggebühren nicht ganz ohne. Also nutzte ich die Zeit und sass genüsslich da und schaute den Menschen beim Tanken zu …

Aber es ging ja noch ein längeres Stück, also machte ich mich wieder auf und zog weiter.

Mein Ziel lag rund 5 Kilometer vor Rapperswil.

Raus aus der Komfortzone

Bislang übernachtete ich gewöhnlich in Pensionen, Hotels oder Ferienwohnungen. Bei fremden Menschen, in deren eigenen Häusern oder Wohnungen hatte ich mich noch nie hingewagt zu übernachten.

Das Angebot über airbnb, die schnelle Buchbarkeit sind hervorragende Gelegenheiten, günstiger in persönlicher Atmosphäre zu übernachten. Das hatte ich für diese Reise zum ersten Mal getan.

Ich war gespannt, wie vor Ort es aussehen wird. Welche Menschen mir begegneten und wie mein Bauchgefühl dabei war.

Jetzt, nach der Übernachtung weiß ich, es war genau das richtige für diesen Anlass. Ich fühlte mich sicher, ich nutzte das Zimmer nur für kurze Zeit, es war eine separate Toilette und Dusche vorhanden, mir wurde die Möglichkeit geboten, den Wasserkocher zu nutzen, was ich jedoch nicht beanspruchte. Hinzu kam eine süße Begegnung mit einem Hund. Ja, zuerst war er etwas neugierig und verteidigte sein Revier. Vermutlich roch ich dann doch ganz gut, und er ließ mich ins Haus. Danach begegnete er mir mit rollenden großen Augen, einem wedelnden Schwanz und war mucksmäuschen still.

Fazit: Es lohnt sich öfters die Komfortzone zu verlassen und Neues auszuprobieren!

Gefunden: Mein Ziel erreicht

Zu Hause nutzte ich Google Maps, um mir den Ort der Wintersonnenwendefeier vorzustellen und einzuprägen. Eine Bahnstation und davon lag kurzerhand der Ort entfernt. Aber durch irgendwelche „Schweizer Luft“ hatte ich an dem Spätnachmittag plötzlich den Kreisverkehr im Kopf und davon Richtung See zu gehen. Was „täuschte“ mich plötzlich so? So ging ich mehrmals ums Viereck und war einmal sogar knapp am richtigen Ort vorbeigegangen, wie es sich später herausstellte. Bis ich dann plötzlich doch vor dem Treffpunkt stand, rutschte mir mein Herz ab und an in die Hosentasche, ich hatte Sorge, in der Dunkelheit, ohne GPS, den Ort nicht mehr zu finden. Auch Menschen, die ich unterwegs fragte, konnten mir nicht weiterhelfen.

Aber wie schön war es, als plötzlich eine männliche Stimme, ein großgewachsener Mann meinen Namen rief und mit seinem Schubkarren auf mich zukam und einfach so in seine Arme nahm. Gleich darauf riefen Adriana und Martina nach mir und ein großes „Hoi“ war da, wie es die Schweizer Freunde so schön sagen. Wie schön! Ich hatte sie gefunden und war letztendlich zwanzig Minuten über der vereinbarten Zeit. Alles fein … Jetzt war Weihnachten!

Feier der Wintersonnenwende

Wir halfen im Team alle zusammen und überraschenderweise erledigten wir die Vorbereitungen in guter Zeit. So kamen auch schon die ersten Gäste, die Spannung stieg und pünktlich starteten wir gemeinsam, in großer Freude, die Feier der Wintersonnenwende. Das Licht kommt zurück und die Tage beginnen, mehr an Helligkeit zu spenden. Für mich eine große Freude! Ich genieße helle Zeiten sehr, schätze die dunklen Rauhnächte und stille Zeiten ebenso, doch nach den Monaten November und Dezember mag ich es sehr, wenn es möglichst rasch Frühling wird.

Doch zurück zu diesem Abend …

Es war besonders schön. Die Feier war begleitet von Musik, fröhlichen erwartungsvollen Augen und den Worten Adrianas. Nach den einleitenden Begrüßungsworten wechselten wir aus dem trockenen Raum hinaus ins Freie. Es gab zwei Feuerstellen für das Ritual, ein besonders schön gelegtes Mandala, das die Elemente darstellte. Holz, Feuer, Luft, Wasser und Erde. Martina hat dafür zwei geschickte Hände und kreierte das äußerst hübsch. Zusätzlich legte man für die Ahnen an einer weiteren Feuerstelle ein Mandala. Von dort begleitete der Blick einen über den zauberhaft beleuchteten Zürichsee.

Adriana ließ Saint Germain zu Wort kommen und er hatte liebevolle Worte an alle zu richten, zum vergangenen Jahr und mit einem Ausblick auf das Kommende. Danach folgte ein Ritual, um Gedanken, Wünsche und Bitten auf Papier im Feuer zu verbrennen. Eine reinigende und wohltuende Geste. In all dieser Freude über Mutter Erde, Lady Gaia, übernahm sie überraschenderweise am Feuer das Wort und sprach über Adriana zu all den Teilnehmern. Berührende Worte. „Verwurzel dich mit mir“ … ich nahm das für mich so an, dass es Wertschätzung und Dank ist, unserer schönen Erde nah zu sein.

In Erinnerung blieb mir sehr eindrücklich, ein liebevoller Umgang mit sich und den Mitmenschen. Ein liebevolles Miteinander, ein liebevolles kommunizieren im persönlichen, wie im beruflichen.

Im Trommelwirbel verwurzelte man sich mit der Mutter Erde. Wir sangen gemeinsam und es herrschte eine ausgelassen fröhliche Stimmung.

Zum Abschluss wechselte man wieder in das trockene Gewölbe und tauschte sich bei mitgebrachten Leckereien und Tee aus.

Das war mein persönliches Weihnachtsfest zur Wintersonnenwende, im Rahmen lieber Menschen. Dafür war und bin ich sehr dankbar. Es war so schön …

Am nächsten Tag nahm ich die Bahn der SBB und fuhr über Rapperswil und Pfäffikon ans gegenüberliegende Zürichufer. Mit dem Stopp bei einer lieben Bekannten endete der Kurztrip in die Schweiz am Nachmittag, und der ICE fuhr mich zurück in den hohen Norden Deutschlands.

Wie es dort weiterging, kannst du im Blog an anderer Stelle weiterlesen.

Und jetzt noch ein paar Bilder, für mich gehörten auch Züge dazu, es war ja schließlich eine Bahnreise aus dem Norden in die schöne Schweiz :-)

Beispielsweise der TVG aus Paris über Basel nach Zürich. Als ich die Geschwindigkeit las, war ich sehr beeindruckt, das bemerkt man erst, wenn man direkt davor steht: Es ist der schnellste Zug mit 574 km/h! Unglaublich!

Oder in Rapperswil der Voralpen-Express.

Authored by: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald