Von der Nordheide in die Südheide

Von der Nordheide in die Südheide

Die ersten Kilometer ab Amelinghausen lagen hinter mir. Das Rad lief flott auf dem neu ausgebauten Radweg in Richtung Munster.

Gegen den kräftigen Wind band ich ein Stirnband um die Ohren und ein Tuch darüber. Schüttelte einmal die Schultern aus. Die Anspannung der vergangenen Tage war deutlich im Nacken gesessen.

Kneif‘ mich mal, ich bin „on tour“

Die Radtour quer durch Deutschland mit meinem E-Bike hatte begonnen und ich konnte das noch nicht realisieren. Erstmal konzentrierte ich mich auf diesen Tag. Was gab es alles zu sehen, woran fahre ich vorbei? Wie wird die erste Übernachtung sein? Fragen die mich beschäftigten. Gleichzeitig zogen Felder, Windräder und Waldabschnitte an mir vorbei.

Ab Grenzgebiet Nordheide in die Südheide

Hinter Munster lernte ich die App Komoot ein Stückchen besser kennen. Der Pfeil irritierte mich anfangs. Es zeigte an, ich war zu weit geradelt. Umgedreht und an der nächsten Kreuzung links abgebogen in Richtung Hermannsburg.

Landkreisgrenze Celle

Die Landkreisgrenze Celle – ein Streckenabschnitt zwischen Lüneburg und Celle, den ich schon lange vorhatte zu erkunden

Mit dem Flüsschen Örtze wurde es nicht langweilig. Wir begegneten uns immer wieder, lachten uns an und trennten uns wieder. Die endgültige Trennung war hinter Eversen. Doch zuvor radelte ich durch zauberhaften Märchenwald, an einem idyllisch gelegenen Waldweiher vorbei und durch dichten Wald. Auf einem Wegweiser stand „Oldendorf“. Da dachte ich gleich an liebe Freunde im Nachbarort von Amelinghausen, dem gleichnamigen Dorf „Oldendorf/Luhe“. Das Bild schickte ich abends einer lieben Freundin mit dem Gruß, „war eben in Oldendorf“. Zwischen Oldendorf und Oldendorf/Luhe lagen etwa 55 Kilometer.

Waldweiher nahe Hermannsburg Suedheide

Zwischen Hermannsburg, Oldendorf und Altensalzkoth lag ein faszinierend schöner Wald mit großem Waldweiher

Noch ungeübt mit der App Komoot musste ich immer wieder stehenbleiben und mich vergewissern, ob ich noch richtig war. Konnte es nicht glauben, dass mein Handy im dichten Unterholz die Route exakt anzeigt. Aber das klappte!

Unterwegs ein paar Tomaten, Bananen und Brötchen besorgt für zwischendurch und abends. Ein Schluck Kaffee aus der Thermoskanne und die letzten Kilometer zur Unterkunft standen an.

Nach Eversen links abgebogen und als ein Wegweiser anzeigte, 13 Kilometer nach Celle, da las ich linkerhand an Häusern schon den Namen der heutigen Unterkunft: Landhotel Helms.

Nordheide Südheide - Unterkunft nahe Celle

Das Landhotel Helms in Altensalzkoth, etwa 13 km vor Celle

Ich war viel zu aufgekratzt, als dass ich diese Etappe beenden wollte. Las auf einer Infotafel über die Naturschönheiten der Südheide und ausgewiesene Wanderwege direkt von der Unterkunft aus. Sollte ich noch eine kleine Wanderung anhängen? Ich entschied mich für das Einchecken. Packte die Taschen vom Rad. Nach den üblichen Formalitäten bekam erst mein Bike eine schöne Garage als Unterstellmöglichkeit für die Nacht. Danach bezog ich mein Zimmer. Beim Anblick des Bettes schmunzelte ich innerlich, „ja, du gehörst mir gleich“. Es breitete sich ziemlich schnell die Müdigkeit in mir aus. Die letzten Tage kaum geschlafen. Seit halb elf mit Rad an der frischen Luft. Das war noch ungewohnt.

Nach einer warmen Dusche holte ich mir vom Restaurant eine Tasse Kaffee auf das Zimmer. Das war fein. Aß von meinen Brötchen, testete WLAN und darüber schlief ich gegen halb sieben abends ein. Irgendwann vor Mitternacht wachte ich auf, putzte gewissenhaft in schläfriger Müdigkeit meine Zähne und verschwand schnell wieder unter der Bettdecke. Die erste Etappe war geschafft.

Im Landhotel Helms schätzte ich die Alleinlage (trotz Straße nebenan). Um das Hotel konnte man an zwei Terrassen im Freien verweilen. Das weitläufige Gelände lag mitten im Grünen mit Zugang zu Wanderwegen. Neben Geschäftsreisenden und Urlaubern fanden Zweiradfahrer in dieser Unterkunft eine gute Herberge für ein oder mehrere Nächte. Das Frühstücksbuffet war reichhaltig, Nahrungsmittelunverträglichkeiten wurden berücksichtigt (im Voraus angemeldet) und der Kaffee mundete fein.

Tagesetappe: 62 km

Am nächsten Tag führte meine Deutschlandroute nach Peine.

Autorin: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald