Tag des offenen Hofes – Hörpel | Lüneburger Heide

Tag des offenen Hofes – Hörpel | Lüneburger Heide

Der „Tag des offenen Hofes“ dient Landwirten die Bevölkerung zu informieren und sorgt für Transparenz. Hof Hankemeyer aus Hörpel öffnete sonntags die Türen am dritten Juniwochenende und Interessierte strömten durch die offenen Kuhställe. Kinder erfreuten sich am Ponyreiten, Groß und Klein bestaunten Traktoren, landwirtschaftliche Geräte und betraten interessiert das Innere eines Tiertransporters.

E-Bike-Tour zum „Tag des offenen Hofes“ in der Lüneburger Heide

Die Wettervorhersage versprach trockenes, teils bedecktes Wetter, so holte ich geschwind mein E-Bike und fuhr über Soderstorf, Evendorf nach Hörpel (16 km). Auf dem Weg zum „offenen Hof“ lag kurz vor meinem Ziel rechter Hand eine Pferdekoppel. Jungtiere hüpften erfreut über das frische Gras und probierten ihre ersten kräftigen Sprünge. Allein das war schon so ein bezaubernder Anblick, immer wieder auf’s Neue erfreut mich dies.

Pferdekoppel Lüneburger Heide

Übrigens, Hörpel liegt unweit von Bispingen, Döhle und dem Naturpark Lüneburger Heide: Ganzjährige Ausflugsziele, besonders beliebt zur Heideblüte Ende Juli bis Anfang September.

Mitten in Hörpel steht eine Backsteinkirche. An dieser bog ich rechts ab und folgte den Wegweisern. Das Ziel war nicht zu übersehen, es war weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt, dass „Tag des offenen Hofes“ war. Tag offenen Hofes Lüneburger Heide

Von Kaffee und Kuchen der Landfrauen Bispingen, frischer Milch der Hofmolkerei Johansson, Gemälden von Kühen einer Künstlerin aus der Lüneburger Heide bis zu Oldtimer-Traktoren und modernen Landmaschinen, war für Augen, Gaumen und Magen alles dabei.

Die Hauptattraktion stand meiner Meinung nach aber im Kuhstall. Interessiert ging ich hinein. Am schmalen Durchgang über die Desinfektionsmatten gegen Klauenerkrankungen staute sich der Besucherstrom. Gut passiert war der Blick frei für die schwarz-weiß gefleckten Holstein-Friesian-Kühe. Zugegeben, ich war neugierig und hilfsbereite Angestellte vom Hof gaben mir freundlich Auskunft. Ich lernte auch, dass Kühe gerne am Salzstein von Himalaya-Salz schlecken. Das nährstoffreiche Salz fördert die Gesundheit von Mensch und Tier.

Holsteinische Friesian-Kuh

Hmmmm, lecker schmeckt’s :)

Zuerst konnte ich es nicht richtig erkennen, aber nach dem kurzen Gespräch erhielt ich die Info, dass die Kühe nicht direkt auf Steinboden liegen zum Ausruhen, sondern auf Matten. ‚Schön, haben die fleißigen Milchspender eine „weiche Matratze“, auf denen sie es sich gemütlich machen können‘, dachte ich beruhigt.

Erstaunt war ich über den guten Duft. Ventilatoren an mehreren Stellen sorgten für Luftdurchzug. Eine „Kuh-Dusche“ mit sauberen Bürsten sah ich auch. Das gefällt den Kühen sicher, wenn sie sich damit ihr Hinterteil abbürsten dürfen, vielleicht juckt es gerade an der Stelle besonders, so ist die Bürste eine willkommene Linderung.

In verschiedenen Stallungen waren ausgewachsene Kühe oder Jungtiere friedlich nebeneinander. Am „Tag des offenen Hofes“ waren alle Tiere ausgesprochen ruhig und gelassen. Trotz der vielen Besucher und neugierigen Augenpaare, die auf sie geworfen wurden.

zeigt her euer hübsches Hinterteil :)

Auf dem Freigelände standen neben den landwirtschaftlichen Geräten, ein rotes Feuerwehrauto, die Oldtimer-Traktoren und Gerätschaften für die Getreideernte.

Familie Hankemeyer bewirtschaftet 180 ha Ackerland und 30 ha Grünland. Versorgt 150 Milchkühe. Betreut die Aufzucht und Bullenmast. Baut Getreide, Zuckerrüben, Mais und Raps an.

Hast Du gewusst, wieviel eine Kuh pro Tag an Nahrung benötigt?

Ich nicht. Hof Hankemeyer zeigte anschaulich die einzelnen Arten an Futter in der entsprechenden Menge:

28 kg Maissilage
12 kg Grassilage
500 g Weizenstroh
1 kg Maismehl/Zuckerrübenschnitzel
3 kg Rapsschrot
250 g Mineralfutter
200 g Schmaussirup.

Damit der Besucher bei diesem Anblick „nicht neidisch“ wurde, roch es an vielen Essens- und Getränkeständen nach deftiger Hausmannskost. An den süßen Eisschlecker und Obstliebhaber dachte man auch. Obst der Jahreszeit, Apfelsaft und kistenweise Äpfel standen für den gesundheitsbewussten Käufer bereit.

Einen Tag lang staunen, informieren und hautnah Tieren begegnen, ist für den Landwirt und Besucher beiderseits wichtig. Zum einen weckt man für den Beruf Interesse und schafft eine Basis des Vertrauens. Andererseits kann der Verbraucher sich von artgerechter Tierhaltung überzeugen, Hintergrundwissen erfahren und versteht leichter, welche Hürden und Schwierigkeiten die Landwirtschaft heutzutage zu überwinden hat.

Meine Rückstrecke nach Amelinghausen wählte ich über die Umgehungsstraße zum Kreisverkehr nahe Evendorf zurück. Danach verlief die Landstraße wunderschön durch ein Tal, rechts Weizenfelder, linkerhand weite Kartoffelfelder. Kerzengerade folgend kam ich nach einigen Kilometern in Raven an. An der hübschen Dorfkirche bergab folgte ich zum Kreisverkehr vor Wetzen. Bog auf den Radweg rechts in Richtung Oldendorf/Luhe und weiter nach Amelinghausen ab (19 km).

Autorin: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald