Würzburg – mit Herzklopfen und Vorfreude auf Radstrecke durch Franken

Würzburg – mit Herzklopfen und Vorfreude auf Radstrecke durch Franken

Der Streckenabschnitt zwischen Würzburg und Ansbach folgte an den kommenden Tagen, der mich persönlich sehr berührte und auf den ich mich tierisch freute.

Die Route verlief von Würzburg über die Marienhöhe nach Randersacker, über Sommerhausen bis Gollhofen und Uffenheim. Weiter über Flachslanden nach Ansbach. Vor Ansbach und der Weiterfahrt mit der Bahn übernachtete ich nahe „Sachsen“, einem anderen Sachsen, an das Du möglicherweise im ersten Moment denkst.

An all meinen Übernachtungsstandorten unternahm ich Schleifentouren, beispielsweise um Uffenheim umrundete ich in einer kleinen und großen Tour die bekannten Weindörfer, wie Hüttenheim, Bullenheim oder am Schloss Frankenberg vorbei.

Zugfahrt nach Würzburg

Die Zugstrecke von Braunschweig bis Hannover verlief ruhig. Ich hatte genügend Zeit zum Umsteigen am quirligen Hauptbahnhof in Hannover. Von da fuhr der Urlaubs-Intercity seine tägliche Tour, der Nord-Süd-Route Hamburg – München. In dessen Fahrradabteil war montags viel Platz. Vier Fahrräder hingen vorschriftsmäßig in den Aufhängungen. Mein Rad konnte ich bequem an einer leicht aufhängbaren Stelle unterbringen (eigentlich hatte ich wieder das „Glück“, dass mein Rad senkrecht hängend untergebracht werden sollte, fragte mich jedes Mal, wie das eine Frau alleine schaffen soll, zumal ich mich sicher als sportlich und kräftig einschätze, aber 25 kg senkrecht nach oben stemmen, nun ja …).

Nach Hannover stieg ein Radreisender mit seinem gutbepackten Fahrrad zu. Wir kamen munter ins Gespräch und ich freute mich über die Abwechslung. ‚Hätte ich zur Not eine helfende Hand beim Aussteigen‘, war so mein Gedanke.

Bahnreise mit Rad

Schön Platz hat mein Rad, und die beste Aussicht! :)

Auf Reisen lernt man für sein Leben

Während wir uns angeregt über die gesteckten Ziele und die zurückgelegten Strecken unterhielten, erfuhr ich mehr über den gesundheitlichen Zustand meines Sitznachbarn. Wie wir so im Fahrradabteil auf den klappbaren Notsitzen saßen, hielt ich inne und war berührt, mit welcher Leidenschaft, trotz körperlicher Beeinträchtigungen mein Reisender auf Tour war. So plauderten wir bis die Durchsage ertönte, „wir erreichen in Kürze den Bahnhof Würzburg, wir wünschen allen aussteigenden und weiterreisenden Fahrgästen eine gute Reise und danken für die Fahrt mit der Deutschen Bahn“. Das Aussteigen klappte mit der Übung vom Vortag schon ganz gut.

Endlich war ich in Würzburg angekommen, wie ich mich auf die folgenden Tage freute, war unbeschreiblich. Die Sonne schien wieder strahlend vom blauen Himmel. Von meinem Zugnachbarn verabschiedete ich mich und jeder zog seines Weges weiter.

Mit Herzklopfen stand ich am Bahnhofsvorplatz der Universitäts- und Weinstadt Würzburg. Erstmal ausschnaufen von der ganzen Freude …

E-Bike startklar für die Etappe zur Marienhöhe

Mein Standort abends war nur wenige Kilometer vom Bahnhof entfernt. Doch ungewohnt hügelig ging es mit meinem Fahrrad eine schöne Strecke bergauf. So ein steiles Stück fand ich in der Lüneburger Heide bislang nicht.

Mit knurrendem Magen kam ich bei meinem Übernachtungsquartier an. Ich wählte das Schönstatt-Zentrum nahe Universität Würzburg als Nächtigungsmöglichkeit. Wie bisher jedes Nachtquartier in seiner Art individuell und eine eigene Geschichte schrieb, so war das kleine Zimmer mit dem schönen Ausblick in den Garten und ins Grüne eine zauberhafte Alternative zur WLAN-Nutzung. Denn das war hier eher eingeschränkt. Der Ausblick, die Sauberkeit im Gästehaus und die Freundlichkeit entschädigte alles.

Gartenblick mit hochgewachsenen Bäumen, Blick ins Grüne

Statt WLAN verzauberte dieser Ausblick am Abend im Schönstattzentrum nahe Würzburg und der Universität

Meine Satteltaschen abgestellt, zog ich bald wieder weiter. Erstmal Brötchen, Bananen und Tomaten besorgen. Nach der Brotzeit musste ich nicht überlegen, in welche Richtung ich wollte. An den Main und immer rechts an ihm entlang, davon träumte ich die Tage zuvor schon. Zuerst in Richtung Randersacker. Danach nach Würzburg.

Geht’s erst bergauf zur Marienhöhe, folgt auf der anderen Seite ein Stück bergab.

‚Hui, wie schön mein Rad über Gersbronn nach Randersacker abwärts lief!‘

Der Wind brauste am Körper entlang und das T-Shirt flatterte an den Seiten.

Hübscher Weinort Randersacker, eher bekannt als Autobahnausfahrt

Randersacker hatte ich mir anders vorgestellt. Überrascht hat mich die hübsche Fußgängerzone, ein Brunnen und ein Café am Platz. „Da hole ich mir jetzt meinen wohlverdienten Kaffee to go“. Hmmm, der schmeckte und müde wurde ich nicht, viel zu nervös und neugierig auf die neue Umgebung flitzte ich um den Platz. Der Kaffee mundete fein und als er alle war, saß ich geschwind wieder auf dem Rad, startklar für die nächste Etappe.

Das Klima im Süden und der Main erinnerte an die alte Heimat im Altmühltal. Da war es die Donau, an der ich früher viele Touren machte. Der Duft des Flusses lag in der Luft. Es ist merklich ein anderer Geruch, als im Norden.

Nach einigen Pedaltritten, schönen Ausblicken über den Main, befand ich mich schon am Anfang des Stadtzentrums.

Festung Würzburg

Die Festung von Würzburg in greifbarer Nähe

Alte Mainbrücke und Festung Würzburg

Den Belag des Radweges testete man an einem etwa ein Kilometer langen Stück mit verschiedenen Bodenbelägen. Gepflastert, mit Asphalt, aus Beton, und was weiß ich noch alles, was man da verwenden kann. Mein Blick klebte aber an der Festung. Direkt unterhalb am gegenüberliegenden Ufer stand ich. Blickte mainaufwärts und sah die bekannte Mainbrücke mit den Heiligenstatuen, die mich jedes Mal an Prag erinnerte. Alles von der Sonne hell angestrahlt. Weit im Hintergrund die grünen Weinberge.

Würzburg, Weinberge, Festung, Mainbrücke

Die Festung thront auf einem Weinberg – flussaufwärts, rechterhand, führte der Radweg zur bekannten Mainbrücke mit den Heiligenstatuen

‚Eigentlich sollte man in dieser Umgebung einmal ein kleines Gläschen Wein trinken‘, dachte ich. Bemerkte einige Tage später, dass dieser Gedanke zwar öfters kam, in die Tat hatte ich ihn nie ausgeführt. Da ich abends eine echte Schlafmütze war, jedes Bett mit der frischen Bettwäsche so herrlich roch, dass ich mich nicht aufraffen konnte, noch einmal anzuziehen und etwas „Ausgeh-fein“ zu machen. Glücklich lag ich zufrieden abends in meinem Bett, entspannte genüsslich, erinnerte mich an die Landschaften tagsüber, die ich neu entdeckte. In vorfreudiger Neugier auf den nächsten Tag schlief ich zeitig ein.

Übernachten im Grünen nahe Würzburg

Das Schönstattzentrum Marienhöhe liegt nahe der Uni Würzburg und etwa 9 Kilometer vom Hauptbahnhof Würzburg entfernt. Gleich in der Umgebung findet man einen Aldi oder Lidl. Ein hübsches Tagescafé findet der Kaffeehausliebhaber in Randersacker, nahe der Tourist-Info. An der Info steht sogar eine Ladesäule für E-Bikes.

Das Einzelzimmer im Schönstattzentrum Marienhöhe war ausreichend groß, mit einer Couch, eigenem Badezimmer (Du/WC) mit Fenster. Beeindruckend war die Abendstimmung in den Baumwipfeln mit den untergehenden Sonnenstrahlen vor meinem Fenster. Absolut ruhig gelegen. Morgens lockte die Sonne gegen 7 Uhr mit einem Kaffee aus dem Selbstbedienungsautomaten in den Garten für einen kleinen Morgenspaziergang. Wie ich eben die Zeilen schrieb, seufzte ich glücklich in mich hinein und sinne gerne zurück, ‚ach, ich würde die Uhr so gern nochmal zurückdrehen und auf dieser Tour unterwegs sein‘.

Adresse
Schönstattzentrum Marienhöhe
Josef-Kentenich-Weg 1
97074 Würzburg

Extra-Tipp für Gartenfreunde und Mountainbiker

Freunde einer Landesgartenschau finden im Jahr 2018 in Würzburg die Gelegenheit, dort die Gartenschau zu besuchen. Um das Gelände legte man eine 28 km lange Strecke für Einsteiger und fitte Radfahrer oder Mountainbiker an.

Autorin: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald