Bürgermuseum Wolfenbüttel – Erlebnisreicher Spaziergang durch Lessingstadt Wolfenbüttel

Bürgermuseum Wolfenbüttel – Erlebnisreicher Spaziergang durch Lessingstadt Wolfenbüttel

[Reisebericht zu Wolfenbüttels Zeitgeschehen – ohne Auftrag]

Geografisch liegt Wolfenbüttel auf der Nord-Süd-Route durch Deutschland eher nicht. Da gehört eine Portion Liebe zu neuem Entdecken, eine Online-Sichtbarkeit in sozialen Netzwerken, die mich neugierig machte.

Als ich im Mai 2018 das erste Mal Wolfenbütteler Luft schnupperte während der E-Bike-Tour durch Deutschland, wuchs meine Neugier und entstand der Gedanke, ich komme wieder in die Lessingstadt. Ich wollte mehr wissen, wo lebte der Mann, der Wolfenbüttel den Beinamen zur „Lessingstadt Wolfenbüttel“ schenkte. Wie fühlte er sich in der Stadt im Nördlichen Harzvorland, bevor er nach Braunschweig zu seiner letzten Wirkungsstätte ging.

oben: Lessing-Theater neben Parkhotel Altes Kaffeehaus – unten links: Die Herzog August Bibliothek – rechts unten: Das Lessinghaus

Gotthold Ephraim Lessing wirkte in Wolfenbüttel

Erste Antworten erhielt ich beim Spaziergang entlang des Lessinghauses und an der bedeutenden Herzog August Bibliothek. Letztgenannte gehört auf die Liste einer Besichtigungstour durch Wolfenbüttel an obere Stelle. Gleichrangig anordnen kann man das Schloss Museum, das Bürgermuseum, ein Besuch im Lessingtheater, die historische Altstadt Wolfenbüttels mit unzähligen Fachwerkhäusern und die Erholungsoase Stadtgraben, mit einem neuerschaffenen Highlight für die kleinen Bürger der Lessingstadt. Nicht zuletzt darf diese Stadt zurecht einen weiteren Beinamen tragen, den der aufmerksame Stadtrundgänger nach wenigen Schritten von der Tourist-Info entlang dem Marktplatz, hinüberwechselnd in die Mühlenstraße am Ende zu seiner Linken findet: Das Klein Venedig. Heute nutzt man das Klein Venedig am ehemaligen Grachtenverlauf als beliebten Hintergrund für Fotomotive von Verliebten, unschwer zu erkennen an den zahlreichen Liebesschlössern.

Zurück zu Lessings Wirken in der Stadt. Mein Wunsch war, das Lessinghaus, die Herzog August Bibliothek (HAB), das AHA-ERLEBNISmuseum für Kinder und Jugendliche neben weiteren Sehenswürdigkeiten zu besuchen. „Nimm‘ Dir montags keine Museumsbesuche mehr vor“, war erst der Gedanke, mein zweiter Versuch am Dienstagnachmittag die genannten Sehenswürdigkeiten zu entdecken, machte eine außerordentliche interne Sitzung mir einen Strich durch die Rechnung. Aufgehoben ist nicht aufgeschoben. Ich komme wieder, dann erkundige ich mich im Vorfeld nach den Öffnungszeiten der HAB, des AHA-ERLEBNISmuseums und des Lessinghauses. Versprochen, liebe Lessingstadt Wolfenbüttel!

Zeit vergessen im Bürgermuseum – das kann ich!

Belohnt mit Spannendem wurde ich Dienstagnachmittag im Bürgermuseum von zwei sehr aufmerksamen und lebendig erzählenden, ebenso geschichtsinteressierten Damen im Amt als Aufsichtspersonen. Glück hatte ich, dass recht wenig Besucher zeitgleich in der ehemaligen Jahnturnhalle vor Ort waren. So hatte ich die volle Aufmerksam und Ehre, den Erzählungen lauschen zu dürfen. In jedem Fall empfehlenswert ist das nach langer Planungs- und Umbauphase 2017 eröffnete Bürgermuseum für Bürger der Stadt und kulturinteressierte Urlauber.

Die Zeit verstrich viel zu schnell. Lag es an den spannenden Erzählungen, an der interessanten Gestaltung im Inneren, den sehenswerten Wänden, dem Fachwerk-Mosaik nachempfunden, oder den Geschichten der Bürger. Einem zentralen Merkmal des Museums, dem Bürger einen Raum zu widmen, wo Geschichten lebendig dargestellt, lesbar über moderne Technik anhand Tablets oder anschaulich ausprobiert an der Konservendosen-Verschließmaschine. Wird eine Dose anhand der kurbelnden Maschine geschlossen, nennt sich der Vorgang „umbörteln“. Damit wird Inhalt mit etwas Wolfenbütteler Luft verschlossen.

Apropos Konserven, die Gemüsekonserve spielte in der Gärtnerstadt Wolfenbüttel eine große Rolle. Ansässig war Wilhelm Buschs Bruder, Gustav Busch. Besucht hatte ihn Wilhelm gerne im Forsthaus. Ein Ort, der ihn inspirierte zum Schreiben und Geschichten ausdenken. Sein Bruder war Partner der Interessengemeinschaft zur Herstellung von Konserven in Wolfenbüttel. Die Konservenfabrik Busch & Barnewitz war deutschlandweit das erste Unternehmen der luftdicht geschlossenen Dose. Zur Befüllung bot sich die reichhaltige Gärtnerstadt Wolfenbüttel mit ihren weiten Gemüsefeldern zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig an. Auch heute noch zu sehen am Fahrradweg von der Löwenstadt Braunschweig zur Lessingstadt Wolfenbüttel.

Befüllen und verschließen durfte ich im Bürgermuseum eine Keksdose. Doch nicht mit unbekannten Keksen. Diese hatten ein besonderes Muster, das Schachbrett-Muster. Dieses galt dem neuen Stil der Konditoreikunst und wurde vom Wolfenbütteler Konditormeister Bernhard Lambrecht in feiner Rezeptur vereint, als „tief in der Menschenbrust verankerte Freude am Schönen“. Zart zergehend auf der Zunge, später im Gaumen und Magen frönt ein Kaffeeliebhaber mit einem Stück Keks des Konditormeisters einem echten Genuss. Neben Konditoren hält Wolfenbüttel aromatische Kaffee-Röstereien und Caffebars bereit. Nur wenige Schritte und schon sitzt man im von Kaffeeduft umhüllten Cafe der Familie Steinig, der Caffèbar Treccino.

Neben Sightseeing, Kultur und viel Wissen fürs Gehirn, sorgte die kleine hübsche Caffebar bei mir für einen entspannten Aufenthalt. Aus reinen Kaffeebohnen von Costa Rica zauberte das freundliche Team in der Rösterei einen frisch gefilterten Kaffeegenuss. Genau richtig für mich. Entspannt saß ich auf einem Hocker neben dem Röster. So durfte ich in freundlicher Absprache sogar ein paar Fotos aus dem Inneren der Röst- und Caffebar Treccino „Am Alten Tore“ machen.

Für Dich, liebe Leserin und Leser, war diese Kaffeepause sicher eine willkommene Abwechslung, frisch gestärkt mit einer Tasse Kaffee lade ich Dich ein, an meinem Spaziergang durch die ehemalige Reit- und Turnhalle, dem Bürgermuseum, noch ein paar interessante Themeninseln mitzubesuchen. Doch halt, auch hier drehte sich es um das frühere Aussehen des Parkhotel Altes Kaffeehaus. Wie ich bereits hier im Blog schrieb, war es ein beliebtes Ausflugsziel früher bei den Bürgern, die mit der ersten staatlichen Eisenbahn von Braunschweig nach Wolfenbüttel fuhren. Im Bürgermuseum sieht man ein wunderschönes Modell!

Weshalb Wolfenbüttel als liebenswertes „Klein Venedig“ bezeichnet wird, ist eben am großen Stadtmodell gut erkennbar. Der lieblich fliessende Fluss Oker, vorbei an altem Gemäuer und Parkanlagen, hinterlässt sein verzweigtes Flussbett rings um die Altstadt, der Heinrichstadt. Östlich gelegen ist die Juliusstadt, westlich die Auguststadt. Schon alleine um das Stadtbild zu bewundern, lohnt der Besuch des Wolfenbütteler Bürgermuseums. Du findest es gleich am Museumsbeginn.

Paul Zimmermann, ehemals Archivdirektor in Wolfenbüttel, und die Curt Mast Jägermeister Stiftung schenkten der Stadt Wolfenbüttel Gelder für die Planung und den Umbau des erlebenswerten Museums. Es schließt als Bindeglied zum Schloss Museum und dessen herzoglichen Leben den Platz zum Bürger mit 500 Jahre Geschichte. Auch heute sind Leihgaben von Bürgern im Museum gerne willkommen. Unter anderem brachte eine Bürgerin eindrücklich in einem Schaukasten zu sehende Gaben ins Museum, die zeigen, welche Gegenstände zur Zeit der Flucht die Menschen zurücklassen mussten und was mitgenommen wurde. Anhand eines für Kinder und Erwachsenen interessanten Puzzles kann spielerisch das Zeitgeschehen annähernd nachempfunden werden.

Mai 2017 eröffnetes Bürgermuseum besuchen interessierte Bürger der Stadt Wolfenbüttel

An der Eröffnungsveranstaltung des Bürgermuseums am Donnerstag, den 11. Mai 2017, äußerten der Bürgermeister der Stadt Wolfenbüttel, Thomas Pink, und die Museumsleiterin des Schloss Museums und Bürgermuseums, Dr. Sandra Donner, lobende Worte zur Gestaltung und dem Design. Aus Händen und Köpfen der Berliner Agentur Gewerkdesign GmbH & Co. KG entstand deutschlandweit ein fast einzigartiges lichtdurchflutetes Museumsareal der Zeitgeschichte für die Bürger, die diesen Ort auch heute gerne besuchen. Wie Geschäftsführer Jens Imig von Gewerkdesign berichtete, versuchte man auf zwei Ebenen durch Interaktion, Hörstationen, mit dem Blick von oben, Bewegung in das Museum zu bringen, wie es der ursprünglichen Form am Nächsten kam, der früheren „Bewegungsstätte des Sports“.

Gut beschriftete Themengebiete spiegeln das „Bürgerliche Leben“, die „Uniformierte Zeit“, das „Vereinsleben“ oder den „Aufbruch und Neubeginn“ wider.

Am Ende meines Rundganges angekommen war ich tief beeindruckt und wusste, ich sah Vieles und doch werde ich beim nächsten Besuch nochmal kommen. Denn sicherlich gibt’s wieder Neues zu entdecken.

Mein Blick auf die Uhr verriet, für das Schloss Museum war es leider zu spät, doch in den Innenhof, mit Blick hoch am Schlossturm zur Uhr und zur sehenswerten Außenfassade, das wollte ich in jedem Fall nicht versäumen.

Jägermeister und AHA-ERLEBNISmuseum

Nicht minder missen möchte ich den Spaziergang außerhalb der Altstadt Wolfenbüttels zum einen zur Produktionsstätte des Wolfenbütteler Getränkes, dem Jägermeister. Montags startet nach 10 Uhr der Jägermeister-Montag mit einer Führung durch die Produktionsstätten. Anschließend genießt der Besucher ein italienisches Mittagessen mit einem Glas Jägermeister, um gut gestärkt am Nachmittag an der Führung durch die historische Altstadt noch viel Wissenswertes zu erfahren.

Nachdem ich am Verwaltungsgebäude noch ein paar Aufnahmen machte, spazierte ich weiter zum Kuba Tonmöbelstückmuseum und dem direkt angrenzenden AHA-ERLEBNISmuseum für Kinder und Jugendliche. In letzteres wollte ich Montagmittag kurz hineinschnuppern, um einen Eindruck davon zu bekommen. Ich verspreche, beim nächsten Besuch nehme ich im Vorfeld Kontakt auf, um Dir mehr darüber berichten zu können. Diesmal war ich zu früh. Später hatte ich einen Termin mit der Tourist-Info vereinbart. Konnte so die Nachmittagsöffnungszeiten nicht wahrnehmen. In diesem Museum wird ähnliches fortgesetzt, worüber mich Stephanie Angel (Ansprechpartnerin für die Tourismusentwicklung der Stadt Wolfenbüttel) informierte. Kinder bezieht die Stadt spielerisch mit ihren Ideen und Wünschen in die Weiterentwicklung öffentlicher Spielplätze mit ein. So auch im AHA-ERLEBNISmuseum.

Mitmachaktion 2019: Kinder widmen sich Lebensmittelverschwendung

Die 18. Mitmachaktion im März 2019 steht unter dem Motto, Schmatz und (P)UPPS. Inhaltlich geht es um Lebensmittelverschwendung. Die kleinen Forscher dürfen mit interessierten Eltern vierzehntägig auf ihre Entdeckungsreise durch Anzucht und Verwertung gehen. Dabei sammelt man die Ideen und Vorschläge der Kleinen. Seit 17 Jahren verfolgt die Stadt Wolfenbüttel das Konzept, den Einbezug von Kindern und Bürgern in die Stadtentwicklung zu fördern.

Nachdem ich von Stephanie einen Tipp zu einem eben freigegebenen Spielplatz der Stadt nahe des Stadtgrabens bekam, sah ich mir diesen als letzten Besichtigungspunkt am Montagabend noch an.

Zuvor ging ich doch noch am Stadtbad Okeraue vorbei, es lohnt an heißen Sommertagen dort seine Bahnen zu ziehen. Zu kühleren Zeiten lockt die Schwimmhalle.

Tourist-Info mit Blog echtlessig

Einen weiteren Hinweis für einen Besuch bekam ich vom freundlichen Team der Tourist-Info, die am Marktplatz auch ein gestengesteuertes Schaufenster, sowie zwei E-Bikes zum Verleih bereithält. Mehr dazu erfährst Du in Kürze an anderer Stelle. Dankenswerterweise durfte ich für den Blog echtlessig einen eigenen Blogbeitrag schreiben. Ich freute mich sehr über diese Ehre!

Nach der kurzen Spielplatzbesichtigung ging’s für mich zurück, ich kaufte im E-Center am Kulturbahnhof Wolfenbüttel noch ein paar Utensilien für abends ein und entdeckte zum ersten Mal eine SB-Kasse, an der ich selbst die Ware wiegen, scannen und über den Automaten bezahlen konnte. Austreten war mit einem letzten Scan des Kassenzettels möglich. Klasse! So mein erster Eindruck …

Langsam neigten sich die Sonnenstrahlen über der Oker und die letzten Meter zum Jugendgästehaus schlenderte ich durch den Seeligerpark. Vorbei an Tafeln, die zum Disc-Golf einladen. Macht sicher viel Spaß für eine Gruppe junger oder junggebliebener Menschen am Feierabend ihr Frisbee zu werfen.

Geschlafen habe ich in meinem Zimmer im Jugendgästehaus wie ein Bär, nach dem Besichtigungs-Marathon, der richtig gute Laune machte und Lust auf Wiederholung!

Zum Schluss ein Blick auf das einzigartig schöne Fachwerk am Rathaus Wolfenbüttel am Marktplatz. Das Rathaus beherbergt noch heute eine sehenswerte Waage und Elle. Nur ein paar Schritte links an den Häuserfassaden weiter kommt man zur Tourist-Info und dem auch außerhalb der Öffnungszeiten zur Verfügung stehenden Schaufensters mit Gestensteuerung.

Mein Dank gilt an dieser Stelle in besonderer Weise den Damen im Bürgermuseum Wolfenbüttel und Frau Dr. Donner, dass ich im Bürgermuseum Wolfenbüttel im Rahmen des Blogbeitrages Fotos machen durfte! Der Eintritt ins Museum war frei, wie für jeden Besucher. Ebenso möchte ich mich bei Familie Steinig von der Rösterei und Caffebar Treccino bedanken, für die Erlaubnis im Inneren des gemütlichen kleinen Cafés ein paar Aufnahmen machen zu können. 

Herzlichen Dank auch an die Tourist-Info, für zahlreiche Antworten, viel Wissenswertem auch in Form von Broschüren.

Authored by: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald