Nachhaltig leben und fahren mit Car-Sharing Anbietern

Nachhaltig leben und fahren mit Car-Sharing Anbietern

[bezahlte Kooperation]

Nachhaltig leben kann leicht gelingen, aber manchmal vor größere Herausforderungen stellen. Nutzt der Einkäufer sein Rad oder den öffentlichen Nahverkehr in die naheliegende Umgebung, vermindert er schädliche Abgase und unterstützt die alternativen Wege.

Wer nicht jeden Tag ein Auto nutzt, aus wirtschaftlichen, umweltfreundlichen oder finanziellen Gründen, steht bei Abendveranstaltungen vor der Frage, und wie kommt man am Ende wieder nach Hause? Ein- oder zweimal im Monat kann – wer gerne sich chauffieren lassen will – natürlich auf den Taxi- oder Anrufsammeltaxi-Service zurückgreifen.

Da ich persönlich ungern als Beifahrerin in Autos sitze, suchte ich nach Alternativen. Zum einen recherchiere ich dann nach günstigen Übernachtungsmöglichkeiten und griff ab und an auf das preiswerte Hostel Salzquartier am Bahnhof zurück. Als dieses einmal ausgebucht war, übernachtete ich im Hotel Heidpark in Lüneburg, verbunden mit einem rund 30-minütigen Fußweg ab Bahnhof. Über die AirBnB-Plattform* finden sich auch Übernachtungsmöglichkeiten.

Alternativ ist das Angebot von Car-Sharing-Anbieter Cambio in Lüneburg möglich

Als Beispiel könnte man für eine Abendveranstaltung die Hinfahrt mit dem letzten Bus ab Amelinghausen realisieren (Abfahrt ca. 19.00 oder 20.00 Uhr). Das Cambio-Auto zum Ende der Veranstaltung auf etwa 22.00 oder 23.00 Uhr bestellen und mit ihm nach Amelinghausen zurückfahren. Zu Hause übernachten und am nächsten Morgen das Auto zu der gebuchten Abstellzeit wieder zurückfahren. Im Anschluss fährt man mit dem Linienbus nach Amelinghausen zurück. Sonntags kann das zum Beispiel mit dem ersten Bus gegen 11.45 Uhr sein. Unter der Woche und samstags früher. So kostet ein Fahrzeug der Kategorie S, ein Fiesta oder ähnliches, von Samstag 23.00 Uhr bis Sonntag 11.30 Uhr mit einer Fahrstrecke von 40 Kilometer 28 Euro (plus 2 x Bustickets mit á 3,30 €).

Die Fahrzeugkategorie S ist beispielsweise für die Cambio-Station am Lüneburger Bahnhof buchbar. An anderen Stationen ist die um rund 4 Euro günstigere XS Kategorie möglich (entspricht Toyota Aygo). Je nach Nutzungshäufigkeit und Buchungstyp, ob Student oder Geschäftsinhaber, stehen vier Tarife zur Verfügung.

Damit ich nicht zu der statistischen Zahl der Carsharing-Fahrer gehöre, die sich anmelden, aber das Angebot nicht nutzen, setzte ich mein Vorhaben in die Tat um, und buchte mir ein Car-Sharing-Auto für eine Kurzstrecke. Aber nicht irgendeines, wenn nachhaltig, dann ein Elektroauto. Kostet im Übrigen genauso viel wie die Kategorie S im Basis-Tarif, zuzüglich dem zu buchenden Kilometerpaket – aber nur bei einem Elektroauto.

Für einen nahegelegenen Termin in Deutsch Evern buchte ich mir für 1,5 Stunden mit einem Kilometerpaket von 15 km das E-Auto Renault Zoe an der Station Sülztor, schräg gegenüber der Hauptpost.

Mein E-Bike sperrte ich für die Zeit am SaLü Lüneburg ab. Dort haben die Fahrradstellplätze ein Dach über dem Sattel.

Von außen begutachtete ich das Fahrzeug schon beim Ankommen. Schick sah der Renault Zoe aus! Sauber gewaschen, oder vom nächtlichen Regen „sauber“ geregnet …

Ich wartete die restlichen Minuten bis zu meiner gebuchten Zeit für 13.30 Uhr. Danach hielt ich meine Cambio-Kundenkarte vor das Lesegerät hinter der Fahrzeugscheibe auf der Fahrerseite. Das Fahrzeug entriegelte sich. Im Handschuhfach fand ich den Bordcomputer mit dem eingehängten Fahrzeugschlüssel. Vergleichbar mit einer flachen Chipkarte und den Knöpfen zum Aufsperren und Verschließen des Fahrzeugs.

Im nächsten Schritt wäre am Bordcomputer die Geheimnummer einzutippen. Das hätte ich tun sollen … Tja, beim nächsten Mal vergesse ich es nie wieder. Denn ich entfernte erstmal das eingehängte Stromkabel vom Fahrzeug und von der Ladesäule. Verstaute das Kabel im Kofferraum. Steckte anschließend in die Mittelkonsole den Schlüssel in den vorgesehenen Schlitz und drückte die Start-Taste. Es rührte sich nichts. Nochmal wiederholt. Nach dem dritten Versuch rief ich bei Cambio an. Nun war das eben auch ein Test, wie schnell ging man an das Telefon und konnte weiterhelfen. Die Rufnummer ist 24-Stunden rund um die Uhr erreichbar.

Nach kurzem Warten ging gleich ein freundlicher Herr ans Telefon. Nachdem ich meine Kundennummer übermittelte und ihm mein Dilemma schilderte, bekam ich den Rat, auszusteigen und das Fahrzeug noch einmal zu versperren. Danach die Kundenkarte an die Fahrzeugscheibe hinhalten und damit das Fahrzeug wieder öffnen. Jetzt muss man zügig vorgehen und die Geheimnummer in den Bordcomputer eintippen. Keine Sorge, falls diese grade nicht zur Hand ist, man konnte die Geheimnummer per E-Mail an die hinterlegte E-Mail-Adresse senden. Danach funktionierte alles reibungslos und der Renault Zoe startete fast geräuschlos.

Für 250 Kilometer war das Fahrzeug geladen, zeigte mir die linke Säulen-Anzeige an. Rechts im Handschuhfach befand sich auch eine graue Mappe, die den Start und die Rückkehr am Parkplatz bebildert anschaulich zeigt. Im Vorfeld sah ich mir auch die Videos an, die Cambio auf der Website bereit hält.

Das Vollautomatikauto fuhr sehr angenehm und ich kam entspannt in Deutsch Evern an. Nach dem Termin stoppte ich am Waldparkplatz für einen kleinen Spaziergang.

Nachdem die Zeit näher kam, um das E-Auto wieder zurückzustellen an die Sülztor-Station, fuhr ich gemütlich die gleiche Strecke zur Cambio-Station zurück.

Das Fahrzeug soll nach jeder Fahrt an die Ladesäule angeschlossen und immer aufgeladen werden. Also hieß es, Ladekabel aus dem Kofferraum holen, an die Ladesäule anschließen und vorne am Kotflügel einstecken. Danach hielt ich die Ladekarte an die Ladesäule und drückte die Taste für die linke Seite, wo das Auto parkte. Die Ladekarte fand ich in der Mittelkonsole des Fahrzeugs. An dieser hing im Übrigen auch der Schlüssel für das Entriegeln der Parkplatz-Verriegelung. Nach dem Verlassen des Parkplatzes hob ich den Stahlbügel vom Straßenboden nach oben, dass niemand den Parkplatz anderweitig zuparkte.

Das Ladekabel verriegelte sich in der Ladesäule hörbar. Ebenso am Auto. Zuletzt kontrollierte ich die Wagenanzeige im Fahrzeugcockpit. Hier sah ich den Ladevorgang korrekt angezeigt. Also konnte ich meine Sachen aus dem Fahrzeug nehmen, steckte den Schlüssel in den Bordcomputer zurück. Verschloss die Türen und hielt zum Schluss meine Kundenkarte an die Fahrzeugscheibe. Nun wechselte die grüne Lampe zurück auf Rot. Das Fahrzeug war komplett zugesperrt.

Neugierig recherchierte ich zu Hause über den Fahrzeugtyp. Der Renault Zoe schnitt beim ADAC mit folgenden Daten ab:

Grundpreis: 22.100 Euro plus Batteriemiete
Reichweite laut Hersteller: 300 km
Reichweite (ADAC Ecotest ab 2016): 145 km
Ladedauer laut Hersteller: Ladestation 43 kW (3 x 62 A) in 1,45 Stunden, Wallbox/Ladestation 22 kW (3 x 32 A) in 1,45 Stunden. 11 kW (3 x 16 A) in 2 Stunden 49 Minuten, Schuko-Ladung 3,1 kW (14 A) in 9 Stunden, 2,3 kW (10 A) 13,24 Stunden.

Fazit zum Carsharing-Angebot in Lüneburg:

Mit der Freundlichkeit am Telefon und persönlich bei Vertragsabschluss war ich sehr zufrieden. Die Online-Buchbarkeit und Preisberechnung erfüllt seine Funktion und liefert mir die gewünschten Antworten. Wünschenswert finde ich die Möglichkeit der flexibleren Abgabestation eines gebuchten Fahrzeuges. Aktuell mit Stand September 2018 ist dies nicht möglich.

Update 27.09.2018: Aufgrund meines Beitrages bekam ich eine freundliche Information vom Cambio-Team bezüglich der flexibleren Rückgabe, „da Cambio ein stationsbasiertes CarSharing-Unternehmen ist, genießt der Kunde die Möglichkeit, bei Übernahme den gleichen Parkplatz bei seiner Rückkunft wieder vor zu finden“.

Nachholbedarf sehe ich auch woanders, und zwar bei den Gemeinden am Land. Um als Heidedorf attraktiv zu bleiben, könnte das Netz der öffentlichen Anbindung an die nächste größere Stadt ausgebaut und um Car-Sharing Anbieter erweitert werden. Eine weitere Möglichkeit die Attraktivität der Car-Sharing Anbieter zu steigern, ist beispielsweise die An- und Abfahrt mit öffentlichen Verkehrsmittel zum gebuchten Standort kostenfrei zu ermöglichen. In meinem Falle wäre es je eine Fahrt mit zwei Ringen im Hamburger Verkehrsverbund von / bis Amelinghausen. Im weiteren Sinne könnte man es mit der Bahn vergleichen, dem City-Plus Angebot bei einem gebuchten Fernticket über 100 km mit Bahncard, das die Weiterfahrt innerhalb des Stadtbereiches kostenfrei ermöglicht.

„Der Landkreis Lüneburg nimmt das Thema Mobilität sehr ernst und das Ergebnis benötigt Zeit“, so die Antwort aus der Rückmail vom Cambio-Team.

Bei meiner Recherche tauchten andere Car-Sharing-Anbieter im Stile von AirBnB im privaten Bereich auf. Sie sind auch in Lüneburg angesiedelt und bieten bei einer Fahrstrecke von 200 km einen finanziellen Vorteil. Doch lieber ist mir alle Male ein Unternehmen mit Ansprechpartnern, der schlüssellosen Übernahme und Abgabe des Autos und wer weiß, mit welchen Kooperationspartnern das Unternehmen Cambio Car-Sharing in Zukunft zusammenarbeitet.

*Affiliate-Link: Buchst Du über den Link, bekommst Du als Neukunde bei AirBnB 25 € Guthaben, an mich werden 15 € gutgeschrieben.

(Offenlegung: Für den Blogbeitrag bekam ich Fahrtguthaben von Cambio Carsharing. Mein Beitrag spiegelt unbeeinflusst dessen meine Meinung wider.)

Authored by: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald