Inuk und Nitika im Wildpark Lüneburger Heide

Inuk und Nitika im Wildpark Lüneburger Heide

Wölfe üben auf mich eine Faszination aus. Dieses Gefühl kenne ich bei keinem Hund und anderen Tier. Vielleicht sind es beim Wolf seine feinen Antennen, sein ausgeprägter Hör- und Riechsinn. Oder doch seine Augen?

Ein guter Grund, einmal wieder den Wildpark Lüneburger Heide zu besuchen. Geplant war das schon im August 2018, denn da kam der dreimonatige Polarwolf Inuk in den Wildpark. Von Hand aufgezogen …

Polarwolf Inuk

Der Polarwolf Inuk, geboren im Mai 2018 in der Nähe von Halle, ins Gehege eingebracht im August 2018

Doch von Anfang an, denn die Anreise mit dem Rad von Amelinghausen war an dem Oktobertag begleitet von schönen Herbstmomenten der bunt gefärbten Natur. Über Salzhausen und am Kürbismarkt in Gödenstorf vorbei, war in Sichtweite bald die Windmühle von Garlstorf. Durch Termine am Morgen war ein Start erst gegen 11 Uhr möglich. Ich trat kräftiger in die Pedale, um es bis 13.30 Uhr zum Wolfsvortrag zu schaffen. Dieser war mir sehr wichtig, und die anschließende Greifvogelschau wollte ich mir dieses Mal nicht entgehen lassen.

Am Eingang des Parkes bemerkte ich den neu gestalteten Bereich vor den Kassen. Großzügiger, und wenn großer Ansturm ist wie zu Ferienzeiten und bei meinem Besuch, stehen mehrere Kassen zur Verfügung. Doch trotz der Herbstferien in Niedersachsen und dem ausgesprochen schönen Herbsttag verliefen sich die Besucher im Park.

Polarwolf Inuk und Nitika

Zielstrebig suchte ich das Wolfsgehege mit den beiden Polarwölfen auf. An der Rückseite entlang sah ich gleich Nitika und Inuk. Nitika ist zwei Jahre alt und Inuk mittlerweile fünf Monate. Die Tierpflegerin erklärte es bei ihrem Vortrag, dass man anhand des Felles gut erkennen kann, welchen Wolf man eben sieht. Inuks Fell ist eher bräunlich und etwas dunkler. Nitika dagegen schön weiß.

Erstaunt stand ich vor dem Gehege, denn ungewöhnlich ruhig blieben alle Wölfe. Auch im benachbarten Gehege, wo die Grauwölfe zu finden sind. Irgendetwas war anders, denn beim letzten Mal warteten alle Wölfe aufgeregt vor dem Eingang. Das Rätsel löste sich schnell, denn ihre Bezugsperson, Tanja Askani, war an dem Tag verhindert und eine freundliche Tierpflegerin übernahm den Wolfsvortrag. Der nicht minder interessant war. Sie ging geschickt auf die Besuchskinder ein und bezog die Zuschauer mit in ihre spannenden Erzählungen.

im Polarwolfgehege

links Inuk und rechts Nitika

So schaffte sie es auch, dass die Polarwölfe neugierig an die Scheibe kamen. Darüber war ich sehr froh, dass Inuk und Nitika in weniger als ein Meter Entfernung vor mir standen. Das war ein ganz besonderer Moment!

Die Fragen, „wer lebt in einem Rudel“, oder „wer hat Angst vor dem Wolf“, kamen interessante Antworten der Kinder. Wie wertvoll war es, wie Kinder und Tierpflegerin miteinander ins Gespräch kamen und sie es kindgerecht erklärte. Pädagogisch fand ich es persönlich sehr klug! Antworten kamen aus der Kinderschar, die sich schnell um die Tierpflegerin bildete, „Wölfe fressen kranke und verletzte Tiere“, „da leben Mama, Papa und Kind gemeinsam“.

Im Verlauf des Vortrages vermittelte man Hintergrundwissen, zur Lebensweise und dem Wolfsverhalten. Unterschiede von Polarwölfen, den Grauwölfen und Timberwölfen, die im Wildpark Lüneburger Heide leben. Bis auf die Timberwölfe sind alle Wölfe von Tanja Askani von Hand aufgezogen. In den weitläufigen, artgerecht angelegten Tiergehegen fühlen sich die Wölfe aus dem hohen Norden sehr wohl. Timberwölfe können in unterschiedlichen Farben auftreten. Leider zeigten sie sich mir am Bärengehege nicht. Da muss man eben wiederkommen …

„Was jagen Polarwölfe und Grauwölfe?“, fragte die Tierpflegerin in die Zuschauermenge. Artig hob ein Kind die Hand und erzählte korrekt, „die Polarwölfe fangen größere Tiere, wie ein Moschusochse und Grauwölfe auch mal kleinere Tiere, wie ein Reh“. Ich staunte über das Wissen des kleinen Tiergartenbesuchers.

Die Tierpflegerin ging behutsam und offen auf das Thema der lebenden Wölfe in Deutschland ein und nannte die Zahl, dass etwa 20 Rudel in Niedersachsen derzeit leben und deutschlandweit sind es etwa 60 – 80 Rudel. Sie ging auf die Vorsichtsmaßnahmen ein, die ein Landwirt bei seiner Schaf- und Tierhaltung vornehmen kann.

Mit großen Kinderaugen tasteten sie verschiedene Felle und durften raten, von wem das Fell stammt. Ich hätte nicht gedacht, dass das Fell der Grauwölfe so fein sich anfühlt. Wie Katzenfell!

Auf die berühmten Fotoaufnahmen von Tanja Askani im Wolfsgehege umzingelt von den spielenden Grau- und Polarwölfen mussten die Zuschauer zwar verzichten, erhielten dennoch einen hörenswerten und interessanten Vortrag. Wer Bilder von meinem Besuch im September 2017 noch einmal sehen will, findet in dem früheren Beitrag zahlreiche Aufnahmen aus dem Wolfsgehege und den anderen Tieren, die im Wildpark leben.

Polarwolf

Der Polarwolf Nitika

Polarwölfe im Wildpark Lüneburger Heide

Mein Lieblingsbild von Nitika und Inuk

Nebenan bei den Grauwölfen lag in weiter Entfernung ein Wolf, der lieber von der Ferne das Treiben am Gehege beobachtete.

Grauwölfe im Wildpark LH

Grauwolf im Hintergrund – beobachtet Geschehen von hinten

Auf meinem weiteren Weg entlang der Tiergehege begegneten mir kleine Polarfüchse, Dachse, Waschbären und im Tundra-Gehege – eines meiner Lieblingsplätze im Wildpark – das zauberhafte Damm- und Rotwild. Sie waren zwar immer auf der Suche nach Fressbarem, das sie von Besuchern aus der Hand gereicht bekamen, doch fand ich ihre grazile Art und die aufmerksamen Augen und Ohren sehr schön. Nicht zu übersehen, die schwungvollen Bewegungen der kleinen Schwänze!

Streichelgehege

Mitten im Streichelgehege in der „Tundra“ – einer meiner Lieblingsorte

Waschbären im Wildpark

Putzig, der Waschbär

tundra, freigehege Wildpark Lüneburger Heide

der Waldboden duftet, besonders für die feinen Nasen

dachs, wildpark

Der Dachs wartete auf Futter, gekauft im Wildpark, von kleinen Besuchern

Am Bärengehege findet man gewöhnlich die Timberwölfe. Sie versteckten sich bei meinem Besuch in ihren Hütten oder hinter Felsen.

Braunbär wilpark

„Ich kann’s noch abwarten, bis das nächste Leckerli durch das Rohr zu mir fällt“ :-)

Elche, Brunftzeit

Zwei Elche, die sich gern haben

Ein Highlight, die Greifvogelschau

Rechtzeitig kam ich bis 15.00 Uhr zum Platz der Greifvogelschau.

Schon mit den ersten Begrüßungsworten des Falkners hatte er meine ganze Aufmerksamkeit und ich folgte gerne seinen interessanten Erklärungen. Er nahm mit Worten den Zuschauer auf den Flügeln der Greifvögel mit. Fasziniert sah man den Flugkünstlern bei ihren weiten Kreisen in der Luft nach. Vom Blau Bussard, dem Weißkopfseeadler, dem Geier, bis zum überaus hübschen Gesicht der Eule, bemerkte man die unterschiedliche Schnelligkeit und den Flügelschlag. Der schnellste Flugkünstler, der Wanderfalke, schafft es mit 300 km/h seine Beute zu überraschen. Die Falknerin führte mit dem Federspiel das Üben mit den Falken vor. Mit Rufen lockte man den Wanderfalken immer wieder an. In rasant schnellem Tempo flog der Wanderfalke in die Höhe und drehte zum Sturzflug auf das Federspiel um.

Mit seinen Erklärungen brachte der Falkner die Faszination der Greifvögel näher.

der schnelle Wanderfalke

Ein superschneller Wanderfalke: Mit 300 km/h pfeilschnell unterwegs

Greifvogelshow mit Wanderfalke

Er durfte nach getaner Flugarbeit in seinen wohlverdienten Feierabend

Greifvogelshow im Wildpark Lüneburger Heide

Mit wenigen Flügelschlägen flog der Weißkopfseeadler von Hand zu Hand der Falkner

Wissenswertes rund um Greifvögel

Kurz rasten, bevor er wieder abhebt …

weisskopfadler

Mitten im Flug kurz vorm Ziel: Der Weißkopfadler

greifvögel wildpark

Der Weißkopfseeadler präsentierte seine Flugkünste, bevor sein Kollege, der Geier, auf die Flugbahn kam.

 

Flugshow im Wildpark Lüneburger Heide

bei einer kurzen Rast

Geier bei Greifvogelshow

sieht richtig kuschelig aus, der Geier :-)

Unglaublich schön sieht sie aus, die Eule!

Eule bei Flugshow

eine ganz Hübsche

Eule mit küken

mit Leckerli im Schnabel

eule, greifvögel

hochkonzentriert und voll im Sturmflug

Nach dem Besuch spürte ich noch lange die Faszination der Tierwelt. Glücklich und dankbar fuhr ich mit dem Rad nach Hause und hatte mit den vielen Fotos unzählig schöne Momentaufnahmen dabei. Doch unersetzlich bleibt das persönliche Erleben …

 

Infos zum Wildpark

Wildpark Lüneburger Heide Tietz KG
Wildpark 1
21271 Nindorf-Hanstedt
E-Mail info@wild-park.de  
Web wild-park.de

Offenlegung: Im Rahmen der Pressearbeit (mit Presseausweis) war der Eintritt kostenfrei. Meine Wahrnehmung und Meinung blieb dabei unbeeinträchtigt.

Authored by: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald