Zeitreise durch die Gemeinde Amelinghausen

Zeitreise durch die Gemeinde Amelinghausen

Ich setzte meinen Spaziergang durch Amelinghausen fort und möchte Dir weitere markante und sehenswerte Gebäude zeigen …

Komm mit auf einen Spaziergang durch Amelinghausen

Seit ich in Amelinghausen wohne fallen mir immer wieder die markanten Häuser und die Pferdeköpfe an den Giebeln auf. Ich mag sie gerne näher betrachten und jedes Haus verströmt eine angenehme Atmosphäre.

Im Folgenden fasse ich mit eigenen Worten zusammen, was das Markante eines Hauses war.

Die Katholische Kirche St. Godehard

Die Katholische Kirche war zu ihrer Anfangszeit ein Glaubensort für Menschen aus Amelinghausen mit katholischer Glaubensrichtung, und diejenigen, die überwiegend nach dem zweiten Weltkrieg aus Schlesien hier ihre Heimat fanden.

katholische kirche st. godehard

Altes Spritzenhus

Im alten Sprüttenhus fand nach 1929 eine von Hand betriebene Feuerwehrspritze einen Stellplatz, sie wurde von Pferden gezogen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die freiwillige Feuerwehr Amelinghausen im Jahr 1877.

sprittenhüs

Markthus – Tourist-Info

Vor dem Brand 1878 bewohnte die Hofstelle, das heutige Markthus und das Rathaus, Familie Studtmann. Zum Glück blieb das Hofgebäude – das Markthus – vom Brand verschont. Später wurde es als Schmiede, danach als Turnhalle und seit 1972 als Heimatmuseum genutzt. Später erwarb die Samtgemeinde Amelinghausen das Gebäude und beherbergt heute neben der Tourist-Info eine Zinnfigurenausstellung, die ehemalige Heideköniginnen-Galerie und ein Archiv. Vor dem Gebäude feiert man im Frühjahr den Frühjahrsmarkt und Herbst den Jahrmarkt.

tourist-info amelinghausen

Rathaus Amelinghausen

Erst seit 1988 ist die Verwaltung der Samtgemeinde Amelinghausen, der Gemeinde Amelinghausen und seinen Mitgliedsgemeinden Oldendorf/Luhe, Betzendorf, Rehlingen und Soderstorf untergebracht. Zuvor war es Gasthaus, ein Hotel für Urlauber in der Heide und ein Tanzlokal.

rathaus von amelinghausen

Alter Friedhof

Heute noch ein verwunschener Ort, der früher den Verstorbenen als letzte Ruhestätte diente. Als langsam der Platz eng wurde, bekam Amelinghausen ab 1930 einen neuen Friedhof am Ortsausgang Richtung Diersbüttel.

Das frühere Polizeigebäude

Das unter Denkmalschutz stehende Haus diente früher als „Stadthaus“ für den Rehrhof. Um 1910 bezog der erste Polizist in Amelinghausen die Polizeistation. Ursprünglich als seinen Wohnsitz gedacht, änderte man die Pläne und stellte ihm ein Grundstück in der Nachbarschaft zur Verfügung. Später zog die Polizeistation hier ein. Heute dient es als Wohnhaus und die Polizei findet man am Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Amelinghausen.

ehemaliges polizeigebäude

Rüterhof

Nicht unerwähnt bleiben – ohne Foto – soll die ehemalige Anbauenstelle vor dem Honigspeicher. Wer aus dem Ort Amelinghausen hinausfährt, findet die Hofstelle rechterhand vor dem Speichergebäude. Derzeit wird die Anbauenstelle restauriert und trägt kein Schild des „Historischen Spazierganges“.
An der Straße weiterfahrend, um die Ecke gebogen, folgt der Rüterhof, auch Brookhoff genannt. Der in Familienbesitz stehende Hof lag einst an der Lopau mit einer zugehörigen Wassermühle. Bereits in 19. Familiengeneration bewirtschaftet Familie Hommel heute den Rüterhof.

rüterhof oder ehemals brookhoff

Ehemaliges Wohn- und Wirtschaftshaus

Ein ehemaliges Wohn- und Wirtschaftshaus ist in der Bäckerstraße zu finden. Das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde früher von Wohlenbüttel nach Amelinghausen versetzt. Nach dem ersten und zweiten Weltkrieg fanden Flüchtlinge eine Zuflucht in dem Haus.

wohn und wirtschaftshaus in amelinghausen

Zehntscheune

Seit 1704 ist das älteste erhaltene Gebäude in Amelinghausen die Zehntscheune. In deren Lagerräumen lagerten die Zehnt-Abgaben der Bauern. Durch Tore fuhren früher Kutschen und Maschinen in die Lagerhalle ein und lieferten Naturalien ab, die damals als „Steuer“ fungierten und man so seiner „Steuerzahlung“ für die Vögte nachkam.

zehntscheune nahe sparkasse amelinghausen

Alte Grenze

Die alte Grenze zwischen Sottorf und Amelinghausen verlief nahe der Zehntscheune und der heutigen Volksbank. Erst 1970 vereinigte man die beiden Gemeinden Sottorf und Amelinghausen in die Gemeinde Amelinghausen.
Ursprünglich war die Gemeinde Sottorf größer als Amelinghausen, jedoch einigte man sich auf die Gemeindenennung Amelinghausen, da Letztere schon damals im Tourismus eher bekannt war. Ein Gedenkstein an der Kreuzung der Oldendorfer Straße und Im Dorfe erinnert heute an den Ort Sottorf. Ebenfalls das Schild am Bahnhof Amelinghausen.

markierung der alten grenze sottorfs und amelinghausens

Bahnhof/Post

Der Bahnverkehr zwischen Lüneburg und Soltau wurde 1977 stillgelegt. Das Bahnhofsgebäude gehörte ursprünglich zur Gemeinde Sottorf. Im Erdgeschoss befand sich früher ein Fahrkartenschalter, eine Gastwirtschaft und ein Warteraum. Im oberen Stock sind Wohnungen, die auch heute noch genutzt werden.
Gegenüber vom Bahnhofsgebäude stand früher und ist heute noch die Poststelle für Pakete. Der Bereich Bahnhof und Post war zu damaliger Zeit der Ursprung der Wirtschaftskraft Amelinghausens.
Interessant ist heute noch der Weg über Kopfsteinpflaster entlang der Gleise in Richtung Wohlenbütteler Straße, an dessen Ende der ehemalige Lokschuppen steht. Er beherbergt wohl heute einen älteren Waggon, vermutet wurde eine Heide-Bahn, die in Sommermonaten Touristen fuhr. Selten verkehrt heute Güterverkehr an den Gleisen.

Bahnhof und post amelinghausen

Thieshof

Als typisch niedersächsische Hofanlage anzusehen, ist der Thieshof im Ortsteil Sottorf zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert gegründet worden. Um einen Innenhof gruppieren sich mehrere Gebäude. Bemerkenswert alte Eichen sind schon von der Straße aus zu sehen, die im weiten Hofgelände sich ansiedelten. Der Thieshof ist heute in Familienbesitz von Familie Hedder und bietet Ferienwohnungen und eine Pension für Urlaubsgäste in der Heide.

ferienwohnungen thieshof amelinghausen

Bauckhof

Direkt neben dem Thieshof wurde 1000 n. Chr. der Eggershof gegründet, dem heutigen Bauckhof. Aufgrund fehlender männlicher Erbfolge kamen die Familiennamen Bauck und Schlaphoff auf den Hof. Aus Klein-Süstedt kam Eduard Bauck 1959 nach Amelinghausen. Seit dieser Zeit nennt man das Hofgut Bauckhof und wird als biologisch-dynamischer Betrieb geführt. Später kamen Jürgen und Joachim Bauck auf den Hof. Joachim Bauck war Vorreiter für den Demeter-Verband und prägte den Standort im ehemaligen Dorf Sottorf bis weit über die Ortsgrenzen hinaus.

hofladen bauckhof

Die landwirtschaftliche Produktionsstätte, den Hofladen, eine Käserei, Waldbesitz und Argrarflächen bewirtschaftet die heute am Bauckhof lebende Pächtergemeinschaft. Darüber hinaus engagiert sich das Bauckhof-Team in pädagogische Weiterbildung und führt regelmäßig Landbaupraktika für Waldorfschüler durch.

garten, pavillon bauckhof

Hof Petersen

Mit dem Thieshof und dem Bauckhof ist Hof Petersen eine weitere Hofstelle im ehemaligen Gemeindegebiet Sottorf und gehört mit zu den ältesten Gebäuden, erstmalig 1450 im Abgabenregister erwähnt. Das Niedersachsenhaus wurde 1843 errichtet. Mit seinen Stallungen wirtschaftete der Hof neben Tierhaltung auch in Land- und Forstwirtschaft. Eine weitere große Scheune am rund ein Hektar großen Hof wird auch heute noch genutzt.

eine der ältesten höfe in amelinghausen

Pellakirche / Pellagemeinde

Die Pellakirche steht auf dem Areal, das je zur Hälfte von Familie Petersen und Familie Bauck gestiftet wurde. Die Pella-Gemeinde wurde 1878 gegründet und schloss sich 1972 zur SELK zusammen (der Selbständigen Evangelisch Lutherischen Kirchengemeinde).
Anfangs ohne Turm erbaute man 1880 die Kirche. Im Jahr 1908 kam der Turm und später erst die Turmuhr dazu.

pellakirche

Gegenüber von der Straße steht der Gemeindesaal der Pella-Gemeinde, der überwiegend für die Gemeinschaft für Treffen und für den Austausch genutzt wird. Das Gebäude mit einer Wohnung wurde 1950 gebaut, eine Erweiterung kam 1996 hinzu.

Jedes dieser vorgestellten Gebäude ist in einer kostenfreien Broschüre und über Schautafeln näher beschrieben. Die Info-Broschüre ist in der Tourist-Info Amelinghausen erhältlich.

(Text und Fotos Kerstin Paar)

Authored by: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald