Falknertreffen & Wölfe – Wildpark Lüneburger Heide

Falknertreffen & Wölfe – Wildpark Lüneburger Heide

Das große Falknertreffen Mitte Oktober nahm ich zum Anlass, den Wildpark Lüneburger Heide zu besuchen. Hatte mich doch eine erst kürzlich gesehene Greifvogelschau von Falkner Michael Kirchner so in den Bann gezogen, dass ich an der letzten Greifvogelschau von Lothar Askani unbedingt teilnehmen wollte. Sein Lebenswerk, den Aufbau der Greifvogelstation übergab er am vergangenen Wochenende seinem Nachfolger und dem Team.

Wenn ich im Wildpark Lüneburger Heide einmal bin, muss ich jedes Mal zum Wolfsgehege und harre so lange aus, bis der Wolfsvortrag beginnt. Obwohl mehr als 140 verschiedene Tierarten im Wildpark Lüneburger Heide leben, ziehen die Wölfe mich immer an.

Letzte Greifvogelschau unter Lothar Askani

An der letzten Greifvogelschau von Falkner Lothar Askani wollte ich unbedingt dabei sein. Der Grund für das letzte Mal war, Falkner Askani ging nach über 30 Jahren seiner Falkner Ära in den wohlverdienten Ruhestand.

Sein Lebenswerk führen die im Wildpark Lüneburger Heide arbeitenden Falkner selbstverständlich weiter. Wie ich mich selbst überzeugte, sehr kompetent, erfahren im Umgang mit Greifvögeln, erklärt man spannend während der Greifvogelschau vom Leben und den Arten der Greifvögel. Mit Feingefühl, viel gelerntem Wissen, wechselt die Leitung der Falknerei und mit Michael Kirchner findet der Wildpark Lüneburger Heide einen versierten Nachfolger von Askani.

Lothar Askani mit seinem Geier

Zum Abschied holte Lothar Askani befreundete Falkner zum großen Falknertreffen Mitte Oktober 2018 in den Wildpark Lüneburger Heide. Auf der großen Veranstaltungswiese beim Wasserspielplatz versammelten sich die Falkner und erzählten zu ihren Lieblingen, die auf dem Falknerhandschuh geduldig saßen. Ein Wanderfalke, Steinadler oder Habicht, hautnah konnten die Besucher die Flugkünstler aus direkter Nähe betrachten. Zur Jagd gehören neben den Greifvögeln auch Jagdhunde, die ebenfalls auf der großen Wiese zu betrachten waren.

Der Falkner Lothar Askani vermittelte in seiner letzten Greifvogelschau noch einmal sehr viel Wissenswertes zu seinen fliegenden Schützlingen. Ein Kind durfte unter seiner Betreuung sogar auf die Wiese treten, um mit einem Falknerhandschuh einmal das Feeling eines Falkners zu erleben. Um dem Kleinen es nicht gleich zu schwer zu machen, fand Askani den idealen Greifvogel für den Anfang des jungen Flugschülers. Er ließ einen Zwergfalken von seiner Kollegin auf den Handschuh anfliegen. Sicher landete der Zwergfalke und der Zuschauerjunge blieb mutig stehen bei jedem An- und Abflug. Der Zwergfalke war allerdings so flink und flott unterwegs, dass ich mit der Kamera Mühe hatte, ihn zu „verfolgen“, da machten es die größeren Flugkameraden mir leichter.

ein Rotrückenbussard

Bei traumhaftem Herbstwetter und schwachen Windverhältnissen, schafften die Flugkünstler, ob Blau Bussard, Weißkopfseeadler oder Geier es, ihre Flugkraft und Schönheit dem Besucher zu zeigen. Mit vielen Flügelschlägen und doch unvergleichlicher Leichtigkeit stiegen sie hoch hinauf, drehten ihre Kreise und kamen dankbar auf die Falknerhandschuhe zurück.

der Geier beim Anflug auf Lothar Askanis Falknerhandschuh

der Weißkopfseeadler mit unglaublicher Spannbreite, die enorm Anstrengung kostet bei schwachen Winden

ein Wanderfalke, der fleißig am Federspiel übte und nun seine Belohnung genießt

der Blau Bussard

ein ergreifender Moment, wenn man so Mensch und Tier miteinander sieht …

Die Eule Luna ist eine wahre Augenweide …

die Schnee-Eule sitzt nahe am Fluggelände, beobachtet mit ihren Augen und drehendem Kopf, was um sie herum geschieht …

Zweimal täglich sind diese Greifvogelschauen im Wildpark Lüneburger Heide zu sehen.

Am Ende der letzten Flugshow von Askani bedankte sich das Team für sein Lebenswerk, die Unterstützung und sehr gute Zusammenarbeit.

Ergreifend von den Momenten, mit vielen Bildern in der Kamera, zog ich weiter. Sah mir in Ruhe alle Tiergehege und die darin lebenden Tiere an, die auf dem Weg zu dem Wolfsgehege lagen.

Wildpark Lüneburger Heide – weitläufige Gehege, wie hier beispielsweise das Tigergelände

Besuchte das Dammwild im Tundra-Gelände. Nahm die ruhige Stimmung auf, die der Sibirische Tiger bei seinem Mittagsschläfchen ausstrahlte.

Sibirische Tiger

Dieses Mal lag ein Luchs wie am Präsentierteller in der Sonne auf dem Dach.

dammwild

„hey – wie geht’s Dir?“ – hübsch sehen sie aus, und streicheln lassen sie sich, … das Dammwild im Tundra-Gehege

Dieses Mal lag ein Timber-Wolf oberhalb dem Bärengehege.

ein paar Timber-Wölfe leben im Wildpark, anders als die Grau- und Polarwölfe wurden sie nicht von Hand von Tanja Askani aufgezogen

Immer ein Besuch wert: Nitika & Inuk und die Grauwölfe

Viel zu früh kam ich bei Nitika und Inuk an, den beiden Polarwölfen, die Tanja Askani von Hand aufzog. Geboren war Inuk im Mai 2018 in der Gegend von Halle. In den ersten zarten Stunden seines Daseins nahm ihn Tanja Askani bei sich auf und zog ihn groß. Bezaubernde Fotos vom kleinen Polarwolf mit seinen Spielgefährten zeigte die Fotografin und Wolfsexpertin auf ihrer Facebook-Seite. Immer wieder aktualisiert sind herzergreifende, lustige und liebevolle Videos von Wölfen zu sehen. Das Video-Programm füllt einen Abend möglicherweise herzergreifender, als ein Film im TV.

Wolf, ein sensibles Tier mit empathischen, zärtlichen und liebevollen Seiten

Mit der Nasenspitze an der Glasscheibe beobachtete ich die zwei Polarwölfe, im Nachbargehege waren Petja und Vasja, zwei Grauwölfe. Mit jeden weiteren fünf Minuten die verstrichen, wartete ich darauf, dass sie unruhig wurden. Dieses Mal allerdings blieben sie wachsam, entspannt und ruhig liegen, als Tanja Askani mit ihrem Kollegen ans Gehege kam.

An diesem Samstag, dem letzten Ferienwochenende in Niedersachsen, bildete sich schnell eine große Traube von großen und kleinen Besuchern um die Glasscheiben. Es ist ein einmaliges Erlebnis, und jedes Mal schön anzusehen, wie die Grau- und Polarwölfe sich um Tanja Askani scharen, mit ihr spielen und die Streicheleinheiten genießen.

Polarwolf Inuk „nimmt Platz“

die letzten Oktobersonnenstrahlen einfangen

Inuk mit Nitika

ich hätte zuvor die Glasscheibe putzen sollen, …. :) aber das Gesicht ist zumindest scharf :) kann nicht auf dieses Bild verzichten, es bedeutet mir sehr viel

Das ist außerhalb der Gehege in der Natur nicht anzutreffen und man sollte bitte nie Wölfe füttern. Der Wolf ist ein Wildtier, der sich in Deutschland ansiedelt. Wir Menschen haben uns an die Natur anzupassen, sie bestimmt das Leben auf unserer Erde.

die Sonnenstrahlen streicheln das weiße Fell von Inuk

Einen Satz erwähnte Tanja Askani in ihrem Vortrag, der mir lange in Erinnerung blieb, „Kinder, die den Wolf in unserer Natur als normal wahrnehmen, sind die Retter der Wölfe“.

Ähnliches hörte ich an einem anderen Vortrag zu den Wölfen von einer Tierpflegerin, die Tanja Askani während eines beruflichen Einsatzes vertrat. Kinder reflektierten, hatten aus ihrem eigenen Wissen vieles zu Wölfen erzählt. Gebannt stand ich dabei und lauschte den Gesprächen der Kinder mit der Tierpflegerin.

die groß gewordenen Grauwölfe

Grauwölfe fressen ausgesuchtes Fleisch, Wölfe haben einen empfindlicheren Magen als Hunde

 

Unsere Natur zu schützen, MIT der Natur zu leben, nachhaltig zu leben, … das liegt mir sehr am Herzen. Dankbar bin ich bei jedem Besuch im Wildpark Lüneburger Heide, weil dort vieles an Sensibilisierung für die Tiere und unsere Natur getan, gezeigt und weitergegeben wird.

 

Infos
Wildpark Lüneburger Heide
Tanja Askani

 

Authored by: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald