Kloster Lüne | Lüneburg

Kloster Lüne | Lüneburg

In Fußnähe der mittelalterlichen Salzstadt Lüneburg liegt das Kloster Lüne, eines von sechs Klöstern der Lüneburger Heide.

Jedes Kloster ist für sich ein Kleinod und lädt zu ruhigen Stunden abseits des Alltages ein. Neben den Führungen im Kloster Lüne finden auch regelmäßig Veranstaltungen statt.

Mit dem Fahrrad ist das bekannte Kloster schnell erreicht

Gerade mal fünf Minuten von der Lüneburger Innenstadt fuhr ich mit dem Rad durch herbstlich gefärbtes Laub am Radweg und erreichte bald den großen Torbogen von Kloster Lüne. Das Tor war geöffnet und ich schob mein Rad über den Fußweg durch den Obstgarten und die Streuobstwiese.

Obstgarten Kloster Lüne

Durch den Eingang betritt man den weitläufigen Obstgarten vor der Klosteranlage

Die Sonne zeigte sich mit aller Kraft an diesem Herbsttag und sorgte für angenehme Wärme.

Durch einen Torbogen betrat ich den Innenhof der weitläufigen Klosteranlage. Zu meiner Linken der Eingang in das Kloster Café. Vor mir am Ende des Hofes der Eingang in den kleinen Museumsladen und der Verkaufsstelle von Eintrittskarten für die Klosterführung. Doch zuvor passiert man linkerhand einen munter sprudelnden Brunnen im Innenbereich, den „Handstein“.

Das Kloster kann man im Rahmen von Führungen besichtigen. Während der Klosterführung führen versierte Führer durch das Kloster und das TMuseum für sakrale Textilkunst mit prachtvollen Einzelstücken an Teppichen, Tüchern und Stickereien.

Das frühere Benediktinerinnenkloster ist 1172 erstmalig urkundlich erwähnt und gehörte über mehrere hundert Jahre zur Bursfelder Kongregation.  Nach Einführung der Reformation im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, lebt seit 1562 im Kloster Lüne ein evangelischer Konvent unter der Leitung einer Äbtissin nach der Klosterordnung des jeweiligen Landesherrn in einer Glaubens-, Lebens- u. Arbeitsgemeinschaft.

Besucher und Interessierte an der Handwerkskunst des Teppichwebens und Sticken, finden kostbare und wertvolle Museumsstücke.

Das im Jahr 1995 eröffnete Museum für sakrale Textilkunst ist in die Klosteranlage integriert. Die gezeigten Exponate des Museums spiegeln die tiefe frömmige Klösterlichkeit und die Glaubensgeschichten der Zeitgeschichte wider.

Staunend stand ich im Museum vor den handgefertigten Teppichen, Fastentüchern und Altartüchern. Letztere legte man immer von rechts nach links auf den Altar, mit der schönen Seite zum Altarbereich. Besondere Museumsexponate stammen sogar aus der Zeit von 1250.

Teppich mit Christussymbol des Pelikan

An der Wand im gedimmten Licht des Textilmuseums hing ein schmaler langer Teppich mit dem Christussymbol des Pelikans. In der Legende der Antike hieß es, während der großen Hungersnot rieß der Pelikan seine Federn aus seiner Brust. Mit dem daraus verströmenden Blut versuchte er seine Jungtiere zu füttern und sie vor dem Tod zu bewahren. Das Bildnis des Pelikans gehört zu einem der Christussymbole, als Symbol der Aufopferung.

Gegenüber des Pelikan-Teppichs sah ich ein Fastentuch aus weißem Leinen bestehend mit Stickereien aus weißem Faden. Wie ich während der Führung erfuhr, handelte es sich um Wolle von Schafen, die extra für das Kloster und zur Herstellung der Wolle gehalten wurden. Alle verwendeten Farben sind Naturfarben. Meist arbeiteten sieben bis neun Klosterfrauen an einem Teppich. Insgesamt waren rund zwanzig Stickerinnen im Kloster Lüne tätig. Gewöhnlich arbeitete man sechs Stunden täglich an den Teppichen. Zu Fastenzeiten reduziert auf vier Stunden.

Exquisite Ausstellungsstücke im TMuseum des Kloster Lüne

Besondere Teppichexemplare sind der Sibyllen- und Prophetenteppich, der Wurzel-Jesse-Teppich und der Auferstehungswunder-Teppich mit Szenen vom See Genezareth mit den Emmausjüngern.

Auf den Teppichen sind Geschichten der Bibel abgebildet, unter anderem sieht man die Evangelisten, Wahrsager, Propheten, oder Christussymbole wie den Pelikan oder das Einhorn.

Als ich wieder im Klosterinnenhof stand, sprangen mir die duftenden Rosen im späten Sonnenlicht ins Auge.

Das in Backsteingotik gebaute Kloster Lüne verströmt trotz Nähe zum quirligen Zentrum Lüneburgs, eine angenehme Ruhe. Ein lohnenswertes Ausflugsziel zu Wochen- und Sonntagen.

Beim Hinaustreten in den Obstgarten durchquert man dieses einmalig schöne Tor

Lüneburg Kloster Lüne

Infos zum Kloster Lüne:

Kloster Lüne
Am Domänenhof
21337 Lüneburg
Web: https://www.kloster-luene.de/

Zu den Öffnungszeiten des Klosters, des Textilmuseums und Café am Kloster: https://www.kloster-luene.de/besuch/

 

Authored by: Kerstin
Website: Sonnenfernweh

Ich bin naturverliebt, kreativ, bunt-zitronig und lache täglich mindestens einmal. Das trainiert herzhaft die Bauchmuskeln, die Gehirnwindungen und erfreut die Gesundheit des Herzens. Beruflich bin ich leidenschaftlich im Web unterwegs, kommuniziere und kommentiere mal hier und mal da, aber immer mit einem Sinn für Positives, für das Herz und den Verstand. Du willst mehr über mich lesen? Google doch mal Kerstin Paar, dann erscheint schon gleich meine Website, die da lautet Kerstin-Paar.de - freu mich von dir zu lesen, schreib mir doch einfach mal ein paar Zeilen. Bis bald