Buchcover und Rückseite, Buchrezension Manuela Reibold-Rolinger

Kein Grund zur Klage – Manuela Reibold-Rolinger | Rezension

Der eine streitet vor Gericht wegen einem Transportschaden am Fahrrad, der andere wegen dem angrenzenden Radweg an sein Grundstück.

Wer statt Zeit und hohe Kosten lieber eine Abkürzung wählt, empfiehlt Manuela Reibold-Rolinger Tipps und Ratschläge in ihrem neu erschienen Buch Kein Grund zur Klage – Wie Sie ohne Richter zu Ihrem Recht kommen (Gütersloher Verlagshaus), die sofort weiterhelfen.

Die Rechtsanwältin für Bau- und Architektenrecht, Autorin und Schlichterin erlebt täglich, wie sehr sich Menschen um Geld streiten. Doch oft sitzt etwas ganz anderes dahinter.

„Je aggressiver ich agiere, desto mehr macht auch die Gegenseite dicht“

… beschrieb die zweifache Buchautorin eine hitzige Situation im Gerichtssaal.

Im Oktober 2016 erschien ihr Buch Das war im Plan nicht eingezeichnet (Knaur Verlag) und richtet sich an Bauherren, die ihren Haustraum umsetzen wollen und dabei auf heftige Probleme stoßen. Als Die Bauretterin löste die Fernsehmoderatorin mit ihrem Kollegen und Architekten John Kosmalla tragische Fälle am Bau im Fernsehen (RTL II).

Prävention – das A und O

Bevor es zu einer Gerichtsverhandlung kommt, hilft das neue Buch der Autorin mit den präventiven Maßnahmen. Allen voran, die Mediation und Schlichtung.

Wer Paragraphen sucht, den enttäuscht das Buch. Ohne Paragraphen-Dschungel und Gesetzestexte erläutert man spannende Vorgänge und erklärt inhaltlich leicht verständlich den Ablauf vor Gericht oder einer Schlichtung.

Der Idealfall kann so aussehen, dass kaum jemand wegen privater Streitigkeiten vor Gericht klagen muss. Denn dieser Schritt ist zeit-, nerven- und kostenintensiv.

Brücke über tiefen Graben zwischen Justiz und Mensch

Das Buch antwortet auf die Fragen,

  • wie schützt man sich vor teuren Kosten,
  • weshalb Mediation und Schlichtung an erster Stelle vor dem Gang zum Gericht stehen sollten,
  • klärt auf, wie die Kostenstruktur sich zusammensetzt,
  • welche Schwierigkeiten junge Anwälte und Richter nach ihrem Studium zu bewältigen haben,
  • was Jura-Studenten im Studium nicht vermittelt wird, aber in der Verhandlung immens entscheidend ist,
  • welche drei Kompetenzen helfen bei Streitigkeiten und unterstützen einen Lösungsweg zu finden,
  • warum ist die Sicht auf Sachebene entscheidend für den weiteren Verlauf,
  • welche drei größten Fehler in der Vertragsgestaltung vermieden werden können, …

Das Buch will,

  • den Sinn der deutschen Rechtsauffassung nicht anzweifeln,
  • auf Chancen und Möglichkeiten vor dem Gang zum Gericht hinweisen,
  • aufklären, was den Klagenden und den Beklagten vor Gericht erwartet,
  • wie durch präventive Verhaltensregeln das Gegenüber nicht zum Feind wird.

Viele Antworten fand ich, unter anderem auch zu Fragen, die ich mir im Vorfeld stellte wie, mit welchen Kosten ist bei einer Gerichtsverhandlung zu rechnen, oder wie hoch ist die Erfolgsquote zur Einigung in außergerichtlich geklärten Fällen. Aus dem Gericht gehen dagegen viele als Verlierer raus.

Ein Ratgeber für jeden Haushalt

Logisch aufgebaut spricht der Text den Leser auf Augenhöhe an. Praktisch sind die grau unterlegten Themenübersichten. Die Praxisbeispiele verdeutlichen die Erklärungstexte. Sie sind für Jederfrau und Jedermann verständlich.

Das theoretisch und praktische Wissen informiert in gebündelter Form über den Beruf Anwalt. Wie sich ein Anwalt gegenüber seinem Mandant verhalten muss und wie er reagiert, wenn ein Interessenskonflikt auftritt. Im Idealzustand verfügt er über ein hohes Durchsetzungsvermögen, soziale/kommunikative Kompetenzen und einen ausgleichenden empathischen Blick auf die Gegenpartei.

Persönlich fand ich den Hinweis wichtig – aus der Sicht eines Mandanten, – dass Richter in jungen Jahren mit wenig Erfahrung unter hohem Zeitdruck stehen und sich nicht, wie eigentlich gewünscht, in jeden Fall hundertprozentig einarbeiten können. Das spüren Mandanten mitunter erst vor Gericht.

Wer Sorge trägt vor langen Fallbeispielen, dazu besteht kein Grund. Sie sind kontextbezogen integriert und in verfremdeter Form wiedergegeben (aus Schutz der Persönlichkeitsrechte). Darin erfährt der Leser Lösungen eines Anwalts, die in einigen Fällen der Otto-Normalverbraucher anwenden kann. Das Zauberwort heißt, miteinander (aus)reden und hinhören.

Wie Richter, Anwälte und Mandanten den Prozess gestalten können

In der zweiten Hälfte des Buches beschreibt man die Mediation, Schlichtung und Prävention. Hier wird deutlich, dass dies ein besonderes Anliegen der Autorin ist. Die rhetorischen Tricks und Hilfestellungen sind in vielen Alltagssituationen anwendbar, ob bei Flugverspätungen, im Zahlungsverzug oder bei nörgelnden Nachbarn.

Im Buch erläutert man den Weg vom Anwalt zum Gericht, legt Vor- und Nachteile des Prozessverfahrens dar.

Wie das Oberlandesgericht vorgeht und dessen Arbeitsweise mit der Autorin deckt. Das Gespräch sucht zwischen den Parteien und miteinander Situationen löst. Wer eine Rechtsschutzversicherung in Händen hält, ist in Fällen vor dem Oberlandesgericht im Vorteil. Denn Gerichtskosten reißen ein tiefes Loch in eine Haushaltskasse.

Einblicke in die Arbeitswelt der Fachanwältin gewinnen Follower ihrer Social-Media-Kanäle, ob sonntagmorgens im Facebook-Livevideo oder in Interviews (zum Beispiel zum Buch „Das war im Plan nicht eingezeichnet“ mit N!cos Webwelt – Nico mit „!“).

Souveränität – auch Anwälte sind Menschen

Die Bauretterin ist eine großer Freundin davon, Fälle direkt auf der Baustelle zu lösen.

Persönliche Einblicke in ihre Weiterbildung für souveränes Auftreten lässt die Rechtsanwältin nicht unerwähnt. Transparent, empathisch und kommunikativ zeigt ihr Schreibstil, wie 25 Jahre Berufserfahrung sie in ihrer Persönlichkeit entwickelten. Und trotzdem offen, sympathisch und entspannt ist.

Mein Wunsch für ein friedliches Miteinander

Dieses Buch lege ich jedem deutschen Bürger ab 18 Jahren ans Herz. Wer es liest, wird verstehen weshalb. Denn die Kernbotschaft der Autorin ist:

  • den Blick auf die Sachebene zu richten,
  • Emotionen dezent und zur richtigen Zeit einzusetzen und zu hinterfragen, welche Bedürfnisse hat die Gegenpartei.

So gelingt das Miteinander in der Gesellschaft friedvoller, zufriedener und freier.

Zur Autorin

Manuela Reibold-Rolinger, geb. 1964, ist Rechtsanwältin für Bau- und Architektenrecht, Schlichterin für außergerichtliche Schlichtungsverfahren, Verbraucherschützerin, Fernsehmoderatorin, Gründerin der BAUGLÜCK GmbH, Yoga- und Smoothie-Enthusiastin.

Sie entwickelte 2018 den Online-Kurs für private Bauherren, den Bauherren-Führerschein.

Als Stiftungsrätin engagiert sich Manuela Reibold-Rolinger bei der Stiftung Kriminalprävention und als Opferanwältin des Landes Rheinland-Pfalz (einzige Frau unter Männern im Stiftungsrat!).

Wikipedia

Website

Das Buch „Kein Grund zur Klage“

240 Seiten, broschiert (oder als E-Book erhältlich)

ISBN-10: 3579014625

ISBN-13: 978-3579014623

Erschienen am 25. Februar 2019 im Gütersloher Verlagshaus

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(Offenlegung: Im Rahmen der Buchbesprechung sandte der Verlag das Buchexemplar kostenfrei zu)

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