umsteigen und aufsteigen auf Fahrrad

Steig‘ auf und fahr Rad!

Gerade komme ich von einer Einkaufstour mit Fahrrad aus Lüneburg zurück. Ich beobachtete aufmerksam, wie viele FahrradfahrerInnen unterwegs waren. Die gesamte Strecke am Fahrradweg von Amelinghausen nach Lüneburg war wie leer gefegt. Ein Jogger lief seine Runde.

Das Wetter war sonnig, trocken und traumhaft schön, um eine Ausfahrt zu machen. Klar, es war mitten in der Woche, ein Arbeitstag und nachmittags 14 Uhr. Gleiches Bild nach einem kurzen Aufenthalt in Lüneburg zurück ins Heidedorf.

Nicht für Jeden – das ist klar!

Es ist klar, dass nicht jeder die Option „Steig auf das Fahrrad“ umsetzen kann. Dafür gibt es Gründe: Eine berufstätige Mutter muss nach der Arbeit aus Lüneburg mittags wieder zurück ins Heidedorf, um bei ihren Kindern zu sein. Ein Berufstätiger ist im Außendienst und fährt im Norden seine Kunden an. Ältere Menschen fahren hauptsächlich nur noch im Dorf mit Fahrrad und können eine größere Einkaufsfahrt mit Enkel oder Tochter erledigen.

Lüneburg bald Spitzenreiter im Fahrradklima-Test?

Das Schöne an dieser Ausfahrt nach Lüneburg war, in der Stadt selbst sah man junge Menschen und Mitvierziger, die möglicherweise von der Uni kamen oder nachmittags ihren Feierabend auf dem Fahrrad einläuteten.

Als Neubürger der Hansestadt kennt man mit der Zeit die Radwegführung besser. Hier wäre ein guter Ansatzpunkt, Interessierten, Neubürgern oder auch Touristen bei einer geführten Radtour mit Verkehrsbeauftragten die Radwege zu zeigen. Bei solchen Ausfahrten kommt man mit Bürgern ins Gespräch und findet gemeinsam Lösungen. Es ist auch ein Anreiz, vielleicht künftig verstärkt sich zu einer Gruppe zusammenzuschließen und zu beruflichen wie privaten Anlässen Rad zu fahren.

Motivation für Umsteiger auf’s Fahrrad

Der Landkreis Lüneburg sucht aktiv nach Menschen, die ihr Auto öfters stehen lassen und auf das Fahrrad steigen. Für den Monat März nahm man meine Geschichte im Interview auf und berichtete darüber. Das weckt Interesse und zieht sicher seine Kreise und Nachahmer an. Wenn Du diese Zeilen hier liest, überleg‘ vielleicht mal selbst, wann könntest Du auf das Auto verzichten und dafür ein Fahrrad nehmen. Ein verkehrssicher ausgerüstetes Fahrrad ist natürlich optimal. Es muss aber auch kein hochwertiges E-Bike oder ein Mountainbike sein. Schau mal in Deiner Stadt nach Fahrrad-Flohmärkten oder bei Fahrradgeschäften vorbei. Dort kauft man auch gebrauchte Räder an und verkauft sie zu günstigen Konditionen. Ich weiß das zum Beispiel vom Bike-Park Timm in Lüneburg Ortsteil Kaltenmoor.

Aktionen wie LandPartie, Radtouren zu Jubiläen oder von Vereinen organisiert

Das Bewusstsein verstärkt sich heute mehr und mehr. Dazu helfen Aktionen von Komunen, Unternehmen und Organisationen, wenn gemeinsame Veranstaltungen organisiert werden, um Bürger und Menschen für das Radfahren zu ermuntern.

Ein Beispiel ist die 1. Braunschweiger LandPartie. Organisiert vom Landkreis Wolfenbüttel, dem ADFC Wolfenbüttel, dem Nördlichen Harzvorland e. V., weitere Gemeinden und Vereine. Mit den Sonnenstrahlen am Vormittag im Gesicht raus auf’s Land radeln und mit allen Sinnen genießen, das ist das Motto, zu dem viele kleine und größere Anbieter einladen, die Vielfalt im Wolfenbütteler und Braunschweiger Land zu erkunden und erleben.

Jubiläums-Radtouren: Ob 10-, 20- oder 30-jähriges Jubiläum, Unternehmen organisieren anlässlich dieser Jubiläen eine Radtour. Ob im großen Stile oder eine kleine nur für Mitarbeiter, spielt hier weniger eine Rolle. Das TUN, das Aufsteigen auf’s Rad ist Aufmunterung und fördert das „Wir“-Gefühl.

Gutschein für 500 Kilometer

Fahrradgeschäfte können Multiplikatoren für FahrradfahrerInnen sein. Eine Stadt oder Landkreis könnte den Einzelhandel in Innenstadtnähe stärken, wenn neu aufmachende Fahrradgeschäfte in Gutscheinaktionen eingebunden werden. Beispiel: Ein Umsteiger fährt 500 Kilometer, anstatt das Auto zu nutzen. Dies muss er anhand einem fix eingestellten Tacho nachweisen können. Dafür bekommt er einen Gutschein in Höhe von 10 Euro, den er in einem dieser Aktionsgeschäfte einlösen kann. Das stärkt die regionale Verbundenheit, erhöht die Attraktivität der Innenstadt und motiviert, mehr Fahrrad zu fahren. Dieses Gedankenmodell lässt sich in verschiedene Richtungen ausbauen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Günstig eingerichtet, bei sorgfältiger Pflege und dem Appell an die eigene Vernunft, sorgsam mit fremden Gegenständen umzugehen, könnte ich mir vorstellen, dass an Radweg-Knotenpunkten ein handwerklich geschickt hergestellter Werkzeug-Point aufgebaut werden kann. Mit Fahrradpumpe, Schraubendreher oder Sechskantschlüssel. Im Fall der Fälle können Bürger dieses Werkzeug für kleinere Reparaturen nutzen. Pfleglich damit umzugehen sehe ich als Selbstverständlichkeit an. Und das ausgeliehene Werkzeug wieder zurückzulegen.

Mitnahme-Bank eine sinnvolle Ergänzung?

Die Mitnahme-Bank im Heidekreis und Raum Bispingen gefällt mir sehr gut. Sie sieht im Heidelila bezaubernd aus und lädt in der Tat ein, das System des Mitnehmens mal auszuprobieren.

An der Stelle habe ich persönlich jedoch eine Hemmschwelle. Mein Sicherheitsaspekt kommt da in mir durch. Mit fremden Menschen fahre ich nicht mit und hätte auch bei der Aktion „Rufbus“ meine Schwierigkeiten, dies anzunehmen. Die Aktion „Rufbus“ läuft ab Ende April 2019 im Raum Bleckede an der Elbe an.

Ich denke, dass ich an der Stelle keine Ansprechpartnerin oder Unterstützerin bin, da ich mit keinem Taxi alleine mitfahre. Außer mit einer Taxifahrerin aus dem Nachbar-Heidedorf. Sie würde ich auch extra im Notfall bestellen, wenn ich keine andere Möglichkeit sehe, von A nach B mit Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu kommen. Und wenn keine Bekannte mir an der Stelle helfen könnte.

 

umsteigen und aufsteigen auf Fahrrad
am Radweg neben der B209, diese führt von Lüneburg nach Amelinghausen und weiter nach Soltau

 

Diese Liste an Ideen ergänze ich von Zeit zu Zeit. Schau öfters hier vorbei. 

Oder welche Idee fällt Dir ein, um Menschen motivierter auf’s Rad schwingen zu lassen? Schreib mir bitte!

 

 

Als Reisebloggerin berichte ich freiberuflich von Radtouren aus der Lüneburger Heide, meiner Wahlheimat Amelinghausen und Lüneburg, sowie deutschlandweit. Fahre mit dem Fahrrad und reise umweltfreundlich. Mit Social-Media-Beratung, der Umsetzung von Marketingstrategien für Tourismusregionen, sowie für Selbstständige und Solopreneure unterstütze ich Menschen in unterschiedlichen Branchen. Mit einem eigenen Blog bauen Gründerinnen, Freiberufler und touristische Regionen sich ihre eigene Marke auf und stärken die Vertrauensbildung. Das Blog ist mit der Website ein wesentlicher Pfeiler im Marketing. Mehr zum Bloggen | Social Media | Webdesign lesen.
Beitrag erstellt 340

Verwandte Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.