Sonne über der Elbe

Schlossbesuch im Biosphaerium Elbtalaue und Wanderung an der Elbe

Dreimal Elbtalauen aus verschiedenen Perspektiven: Zu Fuß, per Rad und viel Wissenswertem für den Kopf.

Ich weiß, dass ich an markanten Landschaften oft viel zu schnell vorbei fahre. Daher mein Tipp: Geh einfach mal zu Fuß.

So startete ich von der Frühstückspension und war in wenigen Schritten am Deich. Am Bleckeder Hafen vorbei, mit seiner historischen Vergangenheit, steuerte ich zum Fähranleger und ging linkselbisch weiter. Bis es an der Uferseite nicht weiter ging. Die Sonne schien kräftig, zauberhafte „Fluss-Sonnen-Strand-Bilder“ entstanden, der Kuckuck rief und Störche drehten eine Runde über den Elbtalauen.

Oft musste ich stehen bleiben. Am Flussufer saß ein schwarzer Rabe, die Elbe plätscherte ans Schilf und ungefragt verzauberten diese Momente mich. Lieblich und süßherber Duft lag in meiner Nase. Kann man diese Augenblicke speichern?

Das Biosphaerium Elbtalaue im Bleckeder Schloss

Die Wanderung endete am Biosphaerium Elbtalaue – dem Informationszentrum für das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue. Auch die örtliche Tourist-Information ist im Schlossgebäude ansässig. Nebenan lockt feiner Kaffeeduft ins Café „Fritzi & Lotta“ im Schloss. Aber etwas anderes zog meine Aufmerksamkeit an: Der Biber, die Aussichtsplattform und die Geschichten, von den Menschen, den Tieren und der Natur am breiten Elbstrom.

Vorweg mein Tipp: Bitte nicht durch die Ausstellungsräume hetzen. Zeit mitbringen und auch das Obergeschoss direkt unter dem Dach nicht übersehen. Das könnte leicht passieren …

Nachdem ich den Eintritt bezahlte, ging ich schnurstracks ins Nachbargebäude zum Biber. Nach dem Durchgang durch das Drehkreuz kannst Du die drei Bereiche, Aquarien, Biberhaus und Aussichtsturm, besichtigen. Der Biber zog mich deshalb so an, da ich vor kurzem zum Fischotter an der Luhe recherchierte und berichtete (hier im Blog zu finden). Im Außengelände des Biosphaeriums Elbtalaue erklärt man die groben Unterschiede, an denen man den Biber im Gegensatz zum Otter und anderen Flussbewohnern erkennt. Mehr erfuhr ich im Biberhaus. Drei kurze Filmsequenzen zeigten den putzigen Flussbewohner beim Nestbau, aus seinem Leben oder was er gerne frisst. Dass er bis zu 15 Minuten unter Wasser bleiben kann, erstaunte mich. Und welch große Mengen an Ästen er pro Tag vertilgt, noch mehr: 200 Äste! Ein ganz schöner Haufen, von so einem kleinen Gesellen.

 

Merkmale und Unterscheidungen Biber

 

Spannend war die Zahl, in welchem Zeitraum sich Biber im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue ansiedelten. Bis 1990 war kein Biber gesichtet. Dann kam einer, und nach 15 Jahren zählte man 300! Super, das ist großartige ehrenamtliche Arbeit, die Tierliebhaber an der Elbe leisten.

Im Biberhaus kannst Du ihm begegnen, dem lebendigen Biber. Wenn er zu Hause ist, aber ich geb Dir den Tipp, beobachte aufmerksam vom Aussichtsturm das Treiben im kleinen Weiher unterhalb und am Gelände des Schlosses. Denn dort sah ich ihn. Spätabends nach einer Radtour sogar zwei Biber.

Wo ich schon vom Aussichtspunkt schreibe, das ist ein Muss. Von hoch oben, nach 90 Stufen, blickst Du hinüber zum anderen Elbufer, ins Hinterland von Bleckede, oder flussauf- und -abwärts.

 

Aussicht auf Elbtalaue an Fähre Bleckede

 

Ein weiterer interessanter Bereich waren die Aquarien. Vor allem, weil die Beschriftung der Becken mir genau sagte, woran erkenne ich nun einen schmalen, aber hübschen Karpfen. Oder den Hecht, den Zander, von Wels bis Wollhandkrabbe. Gut gemacht! Im Obergeschoss waren die Elb-Vögel die Hauptattraktion: Ein Seeadler, der Rotmilan oder Kormoran, und von was sie sich ernähren.

Nun waren die Ausstellungsräume im Dach-, Ober- und Erdgeschoss des Schlosses an der Reihe. Als Erstes war ich neugierig, was sich direkt unter dem Dach befand. Vorsichtig öffnete ich die Tür und betrat einen dunklen Raum. Eine angenehme Frauenstimme begann zu sprechen. Sie erklärte die Besonderheiten zu diesem speziellen Dach aus dem 18. Jahrhundert. Die damaligen Zimmerleute erstellten ein besonders sehenswertes und stabiles Dachkonstrukt mit Andreaskreuzen, römischen Ziffern an Holzbalken und Mustern an Sparren. Sobald Besonderheiten des Walmdaches erklärt wurden, beleuchteten Strahler die markanten Punkte.

Der Vorbau mit der Eingangstür in den abgedunkelten Dachgeschossraum war schwarz. Es war eine ehemalige Räucherkammer, mit angrenzender Räucherkammertür.

Ein Stock tiefer betrat ich einen Flur. Geschichten von Menschen mit unterschiedlichen Aufgaben und Berufen stellte man vor. Spannendes las ich von der Frau auf der Fähre, ihr begegnete ich tags zuvor. Oder vom Landwirt auf der rechtsseitigen Uferseite. Ein Schäfer, die Korbflechterin, der Reetdachdecker. Alle lebten und arbeiteten an den Flusslandschaften der Elbe, erlebten die Hoch- und Niedrigwasserzeiten und können noch viel mehr von der Elbe erzählen.

Ein Mann fiel mir auf, der auch in Amelinghausen durch den Heideblütenfestverein kein Unbekannter ist, Norbert Thiemann. Als Geschäftsführer des Artlenburger Deichverbandes kümmert er sich um die Deiche entlang beider Elbuferseiten.

Leider durfte ich von den Ausstellungsräumen zur Artenvielfalt der Vogelwelt, den spannend aufbereiteten Informationen für Groß und Klein, keine Fotos machen. Wofür ich volles Verständnis habe, dass man die schönen Fotoaufnahmen nicht erneut fotografiert im Detail, um sie anderweitig zu verwenden. Doch lebt eine Berichterstattung, wie ich sie hier durchführe, von Bildern.

So kann ich aus voller Überzeugung nur berichten, dass die Themen zur Vogelwelt, dem Rundumblick eines Vogels, der grandiosen Gesangskunst, jede Menge Anschauungsmaterial in mehreren Räumlichkeiten vorhanden sind und man sich dem mit Muße widmen kann.

Weiters erfuhr ich von früheren Umweltverschmutzungen an und in der Elbe, den Störchen, der Wasserqualität und sah mir im Erdgeschoss die riesengroßen Landkarten an. Diese liebe ich besonders. In Gedanken geh ich dabei gerne auf Reisen …

Da ich eben von Federvieh schrieb, hast Du gewusst, dass eine Möwe 6000 Federn und der Schwan sogar 25 000 besitzt?

Nach dem ganzen Input und den wissenswerten Fakten, zog ich mich für eine Pause zurück. Die Wolken am Himmel versprachen eine baldige Erfrischung. Diese kam auch.

Radtour nach Radegast

Nach 18 Uhr lag eine frische, abgekühlte Luft über der Elbe, die meine Fahrrad-Lebensgeister weckte. So entschied ich mich zu einer Radtour linksseitig bis Radegast. Dunkle Wolken hingen über der Flusslandschaft, Störche drehten ihre abendlichen Beuteflüge über den Wiesen und Anwohner zogen mit ihren Vierbeinern am Deich eine Feierabendrunde.

Verträumte Ecken und Landschaften begegneten mir, die nach dem Regenschauer ihren Charme und Charakter demjenigen zeigten, der offen ist, ungewöhnliche Landschaftszüge zu besuchen. Hinter den reetgedeckten Häusern hatten sich so manch Schicksale abgespielt, als Deutschland gespalten und am gegenüberliegenden Ufer die Menschen ein anderes Leben führten. So darf und soll es nie wieder sein. Genausowenig verschmutzte Flusslandschaften. Die Regionen, Unterstützer und Partner des Biosphärenreservats Niedersächsische Elbtalaue engagieren und verbinden sich mit angrenzenden Ländern, Landkreisen und Kommunen. Dass der Biber, der Storch und der Flussotter erhalten und für unsere Kinder noch viele Geschichten bereithält.

-> Die gesamte Reisereportage zur Radtour an der Elbe

 

Fachwerkhaus mit Backstein
eine typische Hausfassade in Bleckede von 1679

 

Strandwanderung an der Elbe …

 

Sonne über der Elbe

 

Radtour abends nach kurzem Regenschauer (PS: Diese Radtour findest Du mit GPX-Daten zum Herunterladen auf komoot, mit dem Titel, „Der Zauber an der Elbe – Feierabendtour“ von Sonnenfernwehontour).

 

Abendstimmung über der Elbe

 

Als Reisebloggerin berichte ich freiberuflich von Radtouren aus der Lüneburger Heide, meiner Wahlheimat Amelinghausen und Lüneburg, sowie deutschlandweit. Fahre mit dem Fahrrad und reise umweltfreundlich. Mit Social-Media-Beratung, der Umsetzung von Marketingstrategien für Tourismusregionen, sowie für Selbstständige und Solopreneure unterstütze ich Menschen in unterschiedlichen Branchen. Mit einem eigenen Blog bauen Gründerinnen, Freiberufler und touristische Regionen sich ihre eigene Marke auf und stärken die Vertrauensbildung. Das Blog ist mit der Website ein wesentlicher Pfeiler im Marketing. Mehr zum Bloggen | Social Media | Webdesign lesen.
Beitrag erstellt 330

Verwandte Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Diese Website nutzt Cookies zur optimierten Darstellung. Durch eine weitere Nutzung stimmt man dem zu. Weitere Details unter Datenschutz. Mehr erfahren

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen