rathaus lüneburg

Rathaus Lüneburg – historische Holzschnitz- und Gemäldekunst

Historisch fürstliche Räumlichkeiten sind mir aus Regensburger Zeiten vom Schloss Thurn und Taxis oder Schloss Linderhof noch sehr gut in Erinnerung. Daran dachte ich sofort, als ich durch den Eingang des Lüneburger Rathauses ging. Später staunte ich im Lüneburger Rathaus, welch wunderschöne Räumlichkeiten die Salz- und Hansestadt hat.

 

eingang rathaus führung lüneburg
der Eingang zu den Führungen im Rathaus

 

Nach der Kasse kam man in einen kleinen Wartebereich. Die Mauern aus Klinkerstein strahlten eine angenehme Atmosphäre aus.

 

wartebereich und beginn der führung
der Sammelplatz für die Führungen zeigt schöne Klinkersteine

Schon nach dem Betreten des ersten Raumes war klar, dass hier sehr viel Liebe zum Detail, eine grandiose Holzarbeit und Gemäldekunst vor mir lag, die seinesgleichen sucht.

Historische Mauern in Norddeutschlands größtem Rathaus

Das Lüneburger Rathaus wird in seiner jetzigen Form, auf 8000 qm Fläche, für Empfänge und die tägliche Ratsarbeit genutzt. Mit den Jahren sanierte man nach und nach die Räumlichkeiten, baute an oder stockte auf.

 

Raum I

Im ersten Raum sah ich an dem Eingangsbereich ein Gemälde anlässlich des internationalen Hansetages von 2012.

Im Innenbereich des ältesten begehbaren Raumes standen Vitrinen mit Ratssilber, das von Bürgern oder Bürgermeistern gespendet wurde. Jedoch nicht im Original, das Original steht im Kunstgewerbemuseum in Berlin. Im 19. Jahrhundert verkaufte man an das Berliner Museum die Originale von 253 Schalen, Pokale, Gießbecher oder großen Gießlöwen. In Lüneburg sieht man die angefertigten Repliken.

 

Raum II

Da stand ich und staunte nach dem Eintreten in die Gerichtslaube über die sehr gut erhaltenen Gemälde der Gewölbedecke. Sie zeigen Szenen aus der römischen Geschichte. Am Originalboden sah man Terrakotta Fliesen und Gibsmatten. Zum Schutz des Bodens ging man auf einem gläsernen Podest und konnte so die hohe Kunst der früheren Baumeister bewundern. Gegenüberliegend von den Ratssitzen sah man an einer Wand den Weltenrichter Jesus Christus im Deckenbogen, daneben Mutter Maria und Moses mit gehörntem Haupte.

 

Raum III

Nach der Besichtigung des Raumes wechselten wir in das Obergeschoss zum 34 Meter langen Fürstensaal (oder dem damaligen Tanzsaal), wo heute noch Empfänge stattfinden. Beispielsweise fand an meinem Besuchstag vormittags ein Empfang der Delegation aus der Partnerstadt Naruto statt.

Auch unsere Amelinghäuser Heidekönigin empfing Lüneburgs Bürgermeister Eduard Kolle in diesen historischen Räumlichkeiten. Auf dem verlinkten Bild sieht man sehr gut einen Teil der sechs großen Geweihleuchter mit Heiligenfiguren. Des weiteren auf der rechten Seite, unterhalb der einzelnen Kerzen, Holztafeln aus rotem und blauem Hintergrund, die kostbare Holzschnitzereien zeigen. Die Decke ziert 150 Gemälde von römischen Kaisern. An den Seiten sieht man die Ahnengalerie der Landesherren. Bemerkenswert ist, dass der lange Raum ohne Zwischensäule nur durch die Deckenkonstruktion getragen wird.

Über diesen prachtvollen Aufgang kam man in das Fürstenzimmer (eine Aufnahme mit der Heidekönigin Mona Otto – 2018 / 2019).

 

Raum IV

Der vierte und letzte Raum der Rathausführung hielt einige Überraschungen bereit. Denn in ihm sah man die hohe Kunst der Holzschnitzkunst von Künstler Albert von Soest. 18 Jahre hatte er für die Holzschnitzereien aus hartem Eichenholz benötigt.

Unser Führer erklärte die dargestellten Szenen. Einmal sah man über einer Tür zu weiteren Büroräumlichkeiten das Bürgermeisterportal, daneben Szenen vom Dankesopfer von Noah.

Kleine Löwenköpfe schnitzte man aus einem Stück Holz. Keiner glich dem anderen.

Ringsum verlaufend sah man die Büsten von Bürgermeistern, dies symbolisierte die Weltherrschaft, wie es uns der Rathausführer nahelegte.

Auch auf die Frage, woher der Name Lüneburg kam, ging man ein. Man vermutet derzeit, aus den Zeiten der Langobarden eine freie Übersetzung aus „Fluchtburg am Kalkberg“ (= Lüneburg).

 

Viele weitere Geschichten gäbe es zu noch zu erzählen von den sehenswerten und historischen Räumlichkeiten im Rathaus, dass ich an dieser Stelle nur ermuntern kann, einmal sich selbst ein Bild vom Inneren zu machen. Es lohnt sich. Weitere Details zu den Führungen findet man auf den Seiten der Tourist-Information.

 

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Als Reisebloggerin berichte ich freiberuflich von Radtouren aus der Lüneburger Heide, meiner Wahlheimat Amelinghausen und Lüneburg, sowie deutschlandweit. Fahre mit dem Fahrrad und reise umweltfreundlich. Mit Social-Media-Beratung, der Umsetzung von Marketingstrategien für Tourismusregionen, sowie für Selbstständige und Solopreneure unterstütze ich Menschen in unterschiedlichen Branchen. Mit einem eigenen Blog bauen Gründerinnen, Freiberufler und touristische Regionen sich ihre eigene Marke auf und stärken die Vertrauensbildung. Das Blog ist mit der Website ein wesentlicher Pfeiler im Marketing. Mehr zum Bloggen | Social Media | Webdesign lesen.
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