Lauenburg an der Elbe

Elberadweg: Von Hoopter Elbfähre über Geesthacht nach Lauenburg und zurück

Die Elbe ist an einigen Stellen die natürliche Grenze zwischen Ländern wie Niedersachsen, Hamburg oder Schleswig-Holstein.

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Den Teilabschnitt von Hoopte (nahe Winsen/Luhe) bis Lauenburg an der Elbe stelle ich in diesem Beitrag vor. Start und Ziel war die Elbfähre nahe dem DLRG-Haus in Hoopte. Anfangs radelte ich linkselbisch bis Geesthacht. Der Abschnitt bis Lauenburg erfolgte auf der rechtselbischen Seite, landschaftlich sehenswert war das Naturschutzgebiet Hohes Elbufer. Retour nahm ich den Elberadweg am Südufer durch idyllische Dörfer und begegnete Schafherden am Deich.

 

Inhalte im Beitrag:
» Kühler Sommermorgen in Hoopte
» Backsteinliebe in Drennhausen
» Stover Campingplatz direkt an der Elbe
» Frühstücksgäste in Geesthachter Straßencafés – nach 16 km
» Blick vom Fahrrad auf die Elbe bis Krümmel
» Hoch in den Wald zur Trekkingradtour bis Lauenburg
» Fantastische Ausblicke vom Schloss zur Elbe
» Zweimal über den Fluss – nach 41 km
» Artlenburger Mühle steht still am Wegesrand
» Historisches Küsterhaus in Marschacht – nach 60 km
» Abschiedsrunde durch Winsen/Luhe, weil’s so schön war!
» Ziel des Tages: Elbfähre in Hoopte – nach 83 km
Streckenverlauf mit Karte und Kilometerangaben (Link am Ende des Beitrages)

 

Bevor ich mit der Reisebeschreibung beginne kurz die Erklärung: Was ist linkselbisch, was rechtselbisch? Ich betrachte die Fließrichtung der Elbe in den Norden und bezeichne alles links der Elbe als linkselbisch, auch wenn ich einmal gegen die Fließrichtung in Richtung „Süden“ fahre. Süden ist nur angedacht, denn richtig in den Süden ging es an der hier beschriebenen Tour nicht. Folglich was rechts der Elbe liegt, ist rechtselbisch.

Am kühlen Morgen kräftig in die Pedale treten …

Wer flache Landschaften an der Elbe in Erinnerung hat, dem ist das Naturschutzgebiet Hohes Elbufer zwischen Tesperhude und Lauenburg möglicherweise bis heute entgangen. Denn das war für mich auch Neuland. Aber lohnenswert!

Bis ich dort ankam, trippelte ich fröhlich in der noch frischen Morgenluft hinter dem Deich bis Rönne.

Drennhausen: Backstein, Kinderfreude und Schafmomente

 

kirche drennhausen, radfahren elberadweg
Elbradmomente: Kirche in Drennhausen direkt am Elberadweg; links unten: Station des Elb-Shuttles; rechts unten: zurück zum Radweg und vorbei am Elb-Café

 

Unterwegs stoppte ich nach Drage im angrenzenden Drennhausen. Aus dem Elb-Café hörte man Geschirrklappern und sah man fleißige Menschen das Café hübsch vorbereiten für erste Gäste. In Drennhausen radelte ich eine kleine Runde durch das Dorf und kam an der zauberhaften Backsteinkirche vorbei. Gleich daneben hörte ich munteres Kinderlachen vom Kindergarten. Die Kleinen durften den tollen Spielplatz schon morgens für sich erobern.

Idyllischer Campingplatz in Stove an der Elbe

Meine Route setzte ich am Elberadweg fort und begegnete nach wenigen Kilometern dem Campingplatz Stover Strand (ausgezeichnet mit fünf Sternen). Großzügig, direkt an der Elbe und einem kleinen Hafen faszinierte mich der fotogene Moment mit der Morgensonne.

 

campingplatz stove an der elbe
weitläufiger Campingplatz in Stove (Foto vom Hafen Campingplatz Stover Strand an der Elbe)

Ringsum des Hafens sah man Campingwägen und kleine Häuschen, die man anmieten kann. Hinter dem Deich eine Einkaufsmöglichkeit für die Dinge im Campingalltag, ein Café und eine lange Straße, für Radfahrer, Rollerblader oder Skater.

Über die Elbbrücke ins schleswig-holsteinische Geesthacht

Nach 15 km: Autobrücke nach Geesthacht

 

Überquerung Elbe bei Geesthacht
Überquerung der Elbe bei Geesthacht

Als ich auf der Autobrücke am Radweg stand, faszinierten die weißen Windräder im Hintergrund und am unteren Steinstrand die schwarzen Wasservögel. Den Autolärm nahm ich kaum wahr. Einige hundert Meter weiter kam ich im Industriegebiet Geesthacht an. Zum Glück war das Zentrum nicht weit und so musste ich nur nach dem Hafen Ausschau halten, denn da geht es links den Berg hoch über Kopfsteinpflaster in die lebendige Innenstadt.

Den Ausbau einer fahrradfreundlichen Infrastruktur nimmt man Ernst und setzte an wichtigen Knotenpunkten schon einiges um, bestätigte mir auf Nachfrage die freundliche Dame in der Tourist-Info Geesthacht. Dorthin kam ich auf meinem Weg in die Fußgängerzone.

Im Gebäude der Tourist-Info ist auch das Geesthachter Museum. Über die Stadtgeschichte, wichtige Themen zur Stadtentwicklung und aus der Innovationsgeschichte finden Besucher im Museum Antworten bei kostenfreiem Eintritt. Dass der Erfinder der Diddl-Maus, Thomas Goletz, einen Geesthachter Verlag für seine kreativen Postkarten fand, das hörte ich zum ersten Mal. Die Depesche Vertrieb GmbH & Co. KG bekam den Zuschlag und produzierte die lustigen Karten mit der Maus.

Bedeutend ist die Stadt Geesthacht im Bereich der Forschung, der Energiegewinnung oder dem Entdecken des Dynamits. Mehr Hintergründe findet man anschaulich aufbereitet im Geesthachter Museum.

 

Brunchzeit und Kaffeeplaudern in Geesthachter Fußgängerzone

 

am hohen elbufer zwischen Tesperhude und Lauenburg
links oben: nach ca. 500 Meter vom Elberadweg an der Tourist-Info Geesthacht; links unten: Museum und Tourist-Info Geesthacht; rechts oben: im Naturschutzgebiet Hohes Elbufer zwischen Tesperhude und Lauenburg; rechts unten: Hinweise und Infos zum Naturschutzgebiet

Gleich ums Eck des Geesthachter Museums beginnt die lebendige und grüne Fußgängerzone. Wasserspiele und Bäume bieten schattige Plätze zwischen Freisitzen, an denen Besucher Ausschau hielten nach einem freien Sitzplatz. Gemütlich plauderte Jung und Alt zu einer Tasse Kaffee oder der ersten Mahlzeit des Tages im Schatten des Sonnenschirmes.

Mich juckte es unter den Fußsohlen zurück auf die Pedale und so trippelte ich nach der kurzen Stippvisite zurück zum Elbwanderweg bis Krümmel. So nah war ich dem Kraftwerk noch nie gekommen. Allerdings vom Lüneburger Wasserturm kann man es bei guter Fernsicht sehen. Das seit einigen Jahren stillgelegte Werk lag linkerhand der Elbe und ich freute mich über die Ausblicke direkt vom Fahrrad auf den vorbeiziehenden Elbstrom. Das ist ja nicht immer so. Oft ist der Deich davor. Er erfüllt allerdings zum Hochwasserschutz auch seinen wertvollen Sinn.

In Tesperhude weichte der Elberadweg vom Fluss ab und führte zu einem ansteigenden Waldweg. Ich staunte und stutzte. Geht es hier hoch? Ich ging von einem ebenerdigen Radweg aus. So kehrte ich um und suchte eine Möglichkeit direkt am Fluss entlang zu kommen. Das war dann allerdings ein Wanderweg über einige Wurzeln. Nach einem langgezogenen Campingplatz war Ende. Jetzt ging nichts mehr vorwärts, außer in die Höhe.

Blick vom Fahrrad auf die Elbe

 

Raderlebnisse an Elbe
Elbradmomente: Aussichtspunkt auf dem Weg nach Lauenburg; unten links: beim Übersetzen nach Geesthacht Wasservögel an der Elbe; unten rechts: schöne Begegnung mit Schaf

Schiebend bezwang ich den steilen Aufstieg zum Wanderweg. Er ist gleichzeitig mit dem Schild des Elberadweges ausgezeichnet. Kurvig zog sich der Weg über knapp neun Kilometer durch den Wald. An einigen Stellen konnte man den herrlichen Ausblick hinunter zur Elbe genießen.

Vom Hohen Elbufer Blick zur Elbe

 

Elbblick nahe Tesperhude/Lauenburg
Blick auf die Flusslandschaften der Elbe zwischen Tesperhude und Lauenburg

Mitten im westlichen Ausläufer des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe genoss ich die Radtour durch den märchenhaften Wald. Angenehm kühl radelte es sich über den breiten Waldweg und ich bezwang einige querliegende Baumwurzeln.

Fast angrenzend an die Stadtgrenze Lauenburg endete das Naturschutzgebiet Hohes Elbufer.

Vom Lauenburger Schlossgarten zur Elbe

Die historische Altstadt im Herzogtum Lauenburg liegt herrlich am Hang und vom Schloss kann man wunderschöne Ausblicke auf die Flusslandschaft Elbe genießen. Heute ist in den Schlossgebäuden der Sitz der Stadtverwaltung untergebracht.

 

Blick vom Schloss Lauenburg in die Tiefebene
Blick vom Schloss Lauenburg zu den Flusslandschaften der Elbe

Da die Mittagssonne mittlerweile sehr warm wurde, zog ich es vor, mit dem Fahrrad über die Hauptstraße zur Elbe hinunterzuradeln. Anstelle des Fußweges durch die historische Altstadt. Denn mit Fahrrad ist das etwas beschwerlich oder aufgrund der Stufen nicht möglich.

Zuerst quert man den Elbe-Lübeck-Kanal und nach rund zwei Kilometer den Elbstrom.

Nach 41 km: Überquerung der Elbe bei Lauenburg

 

Lauenburg an der Elbe
historische Altstadt Lauenburg an der Elbe

Traumhaft sah der Blick von der Autobrücke hinüber zur Stadt aus. Deutlich sichtbar ist an der Stelle auch der breite Flussverlauf der Elbe.

Im naheliegenden Hohnstorf war eine Kaffeepause angesagt.

Mühle in Artlenburg am Elberadweg

Langsam spürte ich die deutliche Hitze des Tages. Die Konzentration ließ etwas nach, aber die Freude über die sehenswerte Radstrecke ließ keine Minute nach. Denn ich begegnete erneut dem Elbe-Seitenkanal, den ich schon von früheren Radtouren kannte. Zwischen Hohnstorf und Artlenburg mündet dieser in die Elbe.

Gleich ums Eck sah ich rechterhand in einem Wohngebiet die Artlenburger Mühle. Kein Wind bewegte die Mühlenräder. So stand sie hübsch im Sonnenlicht und fotogen vor mir.

 

Flussgeschichten an der Elbe
links oben: Lauenburg an der Elbe; rechts oben: Windmühle in Artlenburg (linkselbisch); links unten: Mündung des Elbe-Seitenkanals in die Elbe (linkselbisch); rechts unten: stillgelegtes Kraftwerk Krümmel

Die letzten knapp vierzig Kilometer am Elberadweg rollte das Rad fast von alleine. Es war eine genussvolle Strecke durch die Dörfer der Elbmarsch und Marschacht.

Nach 60 km: Marschacht

Einen schattigen Rastplatz fand ich direkt neben dem Küsterhaus in Marschacht. Neben der Kirche auf dem kleinen Parkplatz war es ruhig. Nur von Fern hörte man Autos vom Feierabendverkehr. Ab Rönne folgte der Streckenabschnitt, den ich vom Vormittag kannte.

Lebendige Natur an den Flussauen der Elbe

Die Natur- und Tierwelt steht nie still. Immer raschelt es mal hier oder knistert es dort. Ein Vogel fliegt bei näherkommenden Radfahrern vom Feld auf oder ein Reh huscht davon. Lustig wurde es am Deich, als ich einer Schafherde begegnete. Völlig gelassen blieben die dicken Wollknäuel am Radweg stehen. Oder saßen dicht aneinander geschmiegt auf der abgegrasten Wiese.

Unvergesslich sind diese Augenblicke und man vergisst für einen Moment, ob es besonders heiß oder kalt ist. Oder irgendwo etwas zwickt.

 

Ab Laßrönne bog ich vom Elberadweg zu einer letzten Abschiedsrunde nach Winsen/Luhe ab. Durch das Industrie- und Geschäftsviertel der Stadt an der Luhe kam ich nach wenigen Kilometern ins Zentrum und umrundete das Naturschutzgebiet Ilmenau-Luhe-Niederung.

Nach 83 km: Elbfähre in Hoopte

Ohne etwas erledigen zu müssen oder noch einmal zu sehen, sagte ich am Radweg nach Hoopte zur Elbe innerlich ein Dankeschön, für einen wunderschönen Tag am Fahrrad!

 

Den kompletten Streckenverlauf des Tages mit Landkarte von der Hoopter Elbfähre über Geesthacht, Lauenburg und am Elberadweg zurück, findet man mit Klick auf den Link in der Komoot App. Auch ohne Anmeldung einsehbar.

Zur Radstrecke am Elberadweg von Hoopte über Over durch das Seevetal und nach Winsen/Luhe zurück, kannst du mehr in diesem Beitrag erfahren.

 

Offenlegung: Die Flusslandschaft Elbe GmbH unterstützte diese von mir zusammengestellte Recherchereise. Meine Eindrücke und Schilderungen bleiben von einer Unterstützung unbeeinflusst.

 

Als Reisebloggerin berichte ich freiberuflich von Radtouren aus der Lüneburger Heide, meiner Wahlheimat Amelinghausen und Lüneburg, sowie deutschlandweit. Fahre mit dem Fahrrad und reise umweltfreundlich. Mit Social-Media-Beratung, der Umsetzung von Marketingstrategien für Tourismusregionen, sowie für Selbstständige und Solopreneure unterstütze ich Menschen in unterschiedlichen Branchen. Mit einem eigenen Blog bauen Gründerinnen, Freiberufler und touristische Regionen sich ihre eigene Marke auf und stärken die Vertrauensbildung. Das Blog ist mit der Website ein wesentlicher Pfeiler im Marketing. Mehr zum Bloggen | Social Media | Webdesign lesen.
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