HeideRadbus transportiert Fahrräder im Landkreis Lüneburg

Mein LüneBus – 8 Fakten über den ÖPNV und meinHVV

Seit Anfang 2016 nutze ich den öffentlichen Nahverkehr im Hamburger Verkehrsverbund. Über die HVV App suche ich die aktuellen LüneBus-Verbindungen und bestelle online meine Tickets. In den HVV (Hamburger Verkehrsverbund) eingegliedert sind weitere Busunternehmen und regionale Verkehrsverbünde, unter anderem der Landkreis Lüneburg, Stade oder die Elbmarsch.

In der Samtgemeinde Amelinghausen verkehren überwiegend Omnibusse der KVG (und VOG).

Das Zusammenspiel von Hochbahn, Zügen und Bussen lernte ich erst bei regelmäßiger Nutzung kennen und verfolge interessiert Busspotter*innen auf Instagram, die ihre berufliche Leidenschaft auch in sozialen Netzwerken zeigen.

Wie attraktiv ist Busfahren in Lüneburg mit dem LüneBus und meinHVV (ÖPNV)?

Dazu (m)ein persönlicher Blick und unter Einbezug des neuen Nahverkehrsplanes, sowie des Integrierten Mobilitätskonzepts, gültig seit 1. Dezember 2019.

1. Verbesserungen in der Taktung

Ab 1. Dezember 2019 führte man mit dem Fahrplanwechsel eine engere Taktung auf vielen Linien ein.

Die Linie 5700 fährt beispielsweise häufiger am Sonnabend von Amelinghausen nach Lüneburg. Auch andere Linienbusse verkehren nun öfter.

2. Längere Fahrzeiten, abends länger pendeln – attraktiv auch für Urlauber

Dabei beobachtete ich besonders die zusätzlichen Fahrtmöglichkeiten am Abend von Montag bis Freitag.

Am Beispiel der Heideregion Amelinghausen kann ein Fahrgast nun um 20.39 Uhr vom ZOB Lüneburg (Bahnhof Lüneburg) in das Heidedorf Amelinghausen zurückfahren. Attraktiv ist das auch für Urlaubsgäste nach einem Erlebnistag in der Salz- und Hansestadt Lüneburg.

Allgemein weitete man die Zeitfenster aus: Von Montag bis Freitag von 5 bis 22 Uhr (vorher bis 21 Uhr), samstags von 6 bis 21 Uhr (vor Dezember 2019 bis 20 Uhr) und sonn- bzw. feiertags von 9 bis 20 Uhr (vor Fahrplanwechsel von 13 bis 20 Uhr, bzw. ab 10.45 Uhr von Amelinghausen nach Lüneburg).

3. Mobil aktuelle Verbindungen abrufen und Ticket günstiger kaufen

Ohne meinHVV läuft bei mir nichts. Diese App möchte ich auf meinem Smartphone nicht mehr missen. Weil ich ungern mit Kleingeld bezahle und so alles bequem vom Konto abgebucht wird. In den vergangenen vier Jahren klappte dieser Service fehlerfrei. Sparen tut man bei der Bestellung über die HVV-App 3 % (es zeigt bereits bei der Verbindungsabfrage den ermäßigten Preis an). Beispiel: Aktuell kostet die Strecke Amelinghausen nach Lüneburg oder sogar bis Bleckede 3,30 €, einfache Fahrt und ermäßigt. Regulär zahlt man 3,40 € bei der Busfahrer*in. Die 9-Uhr-Ganztageskarte kostet für diese Zone (2 Ringe) 6,40 €, statt 6,60 € im Bus.

Beim Einsteigen in den Omnibus zeige ich die aktuelle Fahrkarte am Display vor und schon gehört der nächste freie Platz mir. Bequemer geht es für mich nicht.

Die App habe ich über den Google Store kostenfrei heruntergeladen. Einmal die nötigen Daten eingetragen und schon war die erste Ticketbuchung möglich.

4. Saubere und moderne Omnibusse im Einsatz

Das Klischee, „Busse sind schmutzig, unbequem und zugekleisterte Werbetafeln“, stimmt so nicht ganz. Zu Letzterem kann ich fast zustimmen. Es ist richtig, dass Werbebanner die großen Gefährten im Straßenverkehr zieren, aber nicht alle Fensterscheiben bedeckt sind. Von der Werbung profitieren Omnibusbetriebe und die Werbepartner, sowie durch Refinanzierung der Fahrgast für den Einsatz von modernen Omnibussen.

Wer ist für den Schmutz am Boden zuständig? Sicher keine Omnibusfahrer*in. Das sind die Fahrgäste, die gerne die Schuhe auf die Sitzpolster ablegen oder heruntergefallenen Müll nicht aufheben. Und dabei denken, das hebt schon jemand anderes auf. Die Busfahrer*innen pflegen ihre Omnibusse selbst und sorgen in Pausen oder nach Fahrten dafür, dass die Böden sauber sind und bringen liegengelassene Sachen zurück in die Zentrale.

Modern und schick sehen sie aus, finde ich.

 

moderne Omnibusse des KVG
moderne Ausstattung im LüneBus

 

Toll fände ich, wenn eine Lichtschranke das Auslösen des „Halteknopfes“ in Zukunft ablöst. Gerade in Wintermonaten oder bei Erkältungswellen greift man ungern die Haltestangen an und drückt den Knopf für „Wagen hält“. Ich stelle mir das so vor, dass ein Wink oder ein kurzes Halten der Hand vor einer Lichtschranke genügt, um der Busfahrer*in mitzuteilen, „ich will aussteigen, danke!“.

5. Freundliche und hilfsbereite Busfahrer*innen in Stadt und Landkreis Lüneburg

Ein weiteres Klischee hört man öfters, die Busfahrer*innen sind alt, stur, unfreundlich, pampig. Meine Meinung dazu lautet, „wie ich die Welt anlächle, begegnet man mir“. Klar bin auch ich nicht jeden Tag super freudig gestimmt. Jeder hat solche und solche Tage.

Ich kenne viele junge Busfahrer*innen, die mit Leidenschaft ihren Beruf ausüben. An der Stelle möchte ich erwähnen, dass es keine einfache Aufgabe ist oder mit der Zeit alles Routine ist. Gerade in dunklen Morgen- und Abendstunden oder im Feierabendverkehr fahren Fahrradfahrer schlecht beleuchtet kurz vor der roten Ampel noch los oder Autofahrer überholen plötzlich im fließenden Straßenverkehr. Es sind Millisekunden, die entscheiden. Hier sind die Busfahrer*innen immer einsatzbereit und halten die Augen wachsam auf den Verkehr.

6. Platz für Mütter mit Kinderwägen und Fahrräder

An wenig ausgelasteten Fahrzeiten kann man auf Nachfrage und bei freiem Platz ein Fahrrad kostenfrei mitnehmen (Ausnahme Züge, dafür ist vor Fahrtantritt eine Fahrradkarte zu lösen, das Fahrradticket für einen ganzen Tag kostet ermäßigt in der HVV App 3,40 € – nähere Details zur Fahrradmitnahme im HVV). Für Fahrradfahrer gilt, dass Kinderwägen immer Vorrang haben. Also wenn man mit seinem Fahrrad in Amelinghausen im Bus mitfährt und in Drögennindorf möchte eine Mama mit Kinderwagen einsteigen, kann es bei wenig Platz bedeuten, der Fahrradfahrer steigt mit seinem Fahrrad aus. Ein Tipp, im Gespräch findet man meist gemeinsam Lösungen und zwar so, dass keine Fahrgäste behindert werden und Babys mit Eltern sicher mitfahren können.

 

kinderwagen im bus
Platz für Kinderwagen, Rollstühle und für ein Fahrrad

 

7. Sicherheit Busfahren Lüneburg

Opfer mag niemand freiwillig sein und sich schon gar nicht belästigt fühlen. Wenn das allerdings doch einmal vorkommt, dann die Busfahrer*in ansprechen oder die 110 für die Polizei wählen. Im Landkreis Lüneburg ist zwar noch keine flächendeckende Videoüberwachung in den Bussen vorhanden, aber falls man doch das „Glück im Unglück“ hat, ist es wichtig, umgehend den KVG (oder Hochbahn oder HVV) zu kontaktieren. Liegen keine Meldungen vor, löscht man innerhalb 24 bzw. 72 Stunden die Videoaufzeichnungen. Kontaktmöglichkeiten verlinke ich am Ende des Beitrages.

Über die Sicherheit in U-/S-Bahnen und ÖPNV bloggten auch die Hochbahnblogger*innen.

Hier verlinke ich 3 hilfreiche Beiträge, unter anderem zu den Themen, wie sehen die modernen Sicherheitssäulen aus, welche Hilfe bekommt man beim SOS-Ruf, darf man hier auch nach einer Verbindung fragen, …

-> Antworten findest du in dem Beitrag, sowie eine persönliche Sicht einer „Viel“-U-Bahnfahrerin und Bloggerin

-> Hilfe holen an den Säulen

-> In Bus und Bahn um Hilfe rufen

Wichtig zu wissen: Nicht vergessen, bei Belästigung sich umgehend bei der Hochbahn oder HVV (KVG) melden, zwecks Sicherung des Videomaterials.

8. Entspannt den Landkreis Lüneburg erfahren – attraktiv für Urlaubsgäste, Wanderer und Radfahrer

Einsteigen, Platz nehmen und den Blick über die Landschaft schweifen lassen, ich genieße das. Auch bei den bekannten Fahrten von Amelinghausen über Drögennindorf nach Lüneburg, die Stimmung wechselt stündlich und Sonnenstrahlen zaubern lichtvolle Blicke durch den Wald. Das Moos leuchtet dann am Waldboden sattgrün, die Felder mit reifer Frucht wecken Freude auf regionale Produkte vom Landwirt. An den rapsgelben Feldern im Mai freut man sich genauso wie am Heidelila in den Sommermonaten.

Urlauber genießen die Vorteile des Busfahrens bei Wandertouren von A nach B. Ich nutzte das selbst schon und stieg in Oerzen aus dem Bus und wanderte durch die Wälder nach Amelinghausen. Wandern oder Radfahren an frischer Luft ist der ideale Ausgleich zur Arbeit. Also öfters mal raus, klimafreundlich reisen und diese Auszeiten im Alltag genießen.

 

Vier Wünsche an LüneBus und meinHVV

1. Ganzjährige Fahrradmitnahme

Als Fahrradfahrerin und im Blick auf das Klima sind Fahrradstellplätze im oder am Omnibus ganzjährig wünschenswert. Das Angebot des Heide-Radbusses, Elb- oder Heide-Shuttles ist sehr lobenswert und die Fortsetzung, bzw. die Verbesserung des Angebotes ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Ich bin sicher, dass ein fahrradfreundliches Angebot ganzjährig von Radfahrer*innen genutzt wird.

2. Statt Preiserhöhung geht’s klimafreundlicher

In puncto Kosten ist generell der HVV im Vergleich zu Süddeutschland günstig. Allerdings meine ich, dass weitere Modelle, wie Streifenkarten, zusätzliche Ermäßigungen zu den Monats- und Wochenkarten oder Kombiangebote (Spargutscheine zum Einlösen im Lieblingsfahrradladen) mehr Fahrgäste in den Bus und Zug locken. Es ist in jedem Fall (klima)freundlicher mit dem Bus zu fahren, als eine 1-Personen-Autofahrt von Pendlern.

Preiserhöhungen sind teils verständlich, wenn in höherwertige Ausstattungen oder Dienstleistungen investiert wird. Allerdings taucht bei Preiserhöhungen der Gedanke oder die Frage auf, wie will man tatsächlich das Fahrgastaufkommen im Bus zu Gunsten der Klimafreundlichkeit erhöhen?

3. Auch Pendler verzichten auf Auto

Eine sehr begrüßende Aktion ist, wenn Senioren den Führerschein in Fahrscheine tauschen. Ob als kostenfreies Angebot oder als Preisermäßigung.

Doch denke ich, dass da noch mehr geht.

Lobenswert fand ich die kostenfreien Fahrten an den verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr 2019. Der KVG / VOG beförderte an den vier Sonntagen die Passagiere kostenfrei in die Salz- und Hansestadt Lüneburg. Den Sinn von verkaufsoffenen Sonntagen einmal dahingestellt, ich nutzte einige Fahrten zu Stadtführungen oder Fotospaziergängen durch die historischen Stadtteile und war über den gut besetzten Omnibus mehr als erfreut. Ich bin der festen Überzeugung, dass solche Angebote auch künftig angenommen werden.

4. WLAN: Wenn mobil, dann gerne doppelt mobil

Die Omnibusse mit WLAN auszustatten wäre (m)ein letzter Wunsch an den HVV und meinLüneBus. Wer weiß, vielleicht können die Fahrgäste mit einer flächendeckenden WLAN-Nutzung in naher Zukunft rechnen und lassen dann das Auto lieber zu Hause stehen.

Im Übrigen bemerke ich bei Busfahrten, wie teils fremde Menschen ins Gespräch kommen, die Sitzpause für Hörbücher nutzen oder Büroarbeiten machen.

 

Hilfreiche Links und Rufnummern

-> LüneBus 

Telefon 04131 26-1040 (Mo – Do von 8 bis 16 Uhr Fr von 8 bis 13 Uhr)

E-Mail luenebus@landkreis-lueneburg.de

 

-> HVV

Telefonnummer 040 19449

MeinHVV – die App

Kontaktformular (klick hier)

 

-> AnrufSammelMobil (kurz ASM)

 

-> MeinRufmobil für Gellersen, Bardowick, Bleckede (und voraussichtlich in 2020 für die Samtgemeinde Amelinghausen)

 

Im Bereich der Samtgemeinde Amelinghausen und anderen Teilen des Landkreises Lüneburg verkehren Busse der KVG / VOG.

-> KVG

Telefon Landkreis und Stadt Lüneburg 04131 8807-0

Telefon Stade 04141 525-225

E-Mail info@kvg-bus.de

 

Aktuelle Infos zur -> fahrradfreundlichen Bushaltestelle in Amelinghausen

 

(Stand Januar 2020)

 

Als Radreisebloggerin berichte ich freiberuflich von Radtouren aus Niedersachsen und deutschlandweit. Fahre mit dem Fahrrad und reise umweltfreundlich. Mit Blog- und Social-Media-Beratung, der Umsetzung von Marketingstrategien für Leistungsträger, unterstütze ich Menschen im Online Marketing. Mit einem eigenen Blog bauen Gründerinnen, Freiberufler und touristische Regionen sich Reichweite und Markenbekanntheit auf und stärken die Vertrauensbildung. Das Blog ist mit der Website ein wesentlicher Pfeiler im Marketing. Mehr zum Blog- und Social-Media-Marketing | Webdesign lesen.
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