Polizei dein Freund und Helfer

… weil die Polizei dein Freund und Helfer ist

Keine Gewalt gegen Polizisten ist nicht nur ein Hashtag in Instagram, den ich ab und an wähle, sondern eine kraftvolle Aussage und eine Stimme für die deutsche Polizei.

Polizisten beraten, informieren und geben Bürger:innen Tipps an die Hand, wie Radfahrer im Straßenverkehr sich und andere Verkehrsteilnehmer schützen können. Auch am Schauplatz Wohnung oder Haus geben sie aus ihren Erfahrungen Infos in Seminaren weiter, um Hab und Gut zu schützen.

Neben vielfältigen Aufgaben gehören der Opfer- und Personenschutz, sowie die Verfolgung von Straftaten zur Polizeiarbeit.

Im Folgenden erzähle ich von meinen persönlichen Erfahrungen mit Polizistinnen. Der Bericht zielt nicht auf Sensationsgier, das beabsichtige ich nicht. Daher beschränke ich mich auf wenige Details und verzichte an einigen Stellen bewusst auf Ortsbezeichnungen. Du erfährst Hintergründe zum Ablauf einer Strafanzeige und die Zusammenarbeit der Polizei mit weiteren wichtigen Organisationen.

Die Tipps in der Infobox und meine eigenen Erfahrungen sollen denjenigen helfen, die in ähnliche Situationen kommen oder bereits geraten sind.

 

Inhaltsverzeichnis

Polizist:innen als Teil der Gesellschaft

Mein Weg zur Polizei geprägt von Hilfe und Unterstützung

Infobox mit Linktipps

 

 

Es war einmal, dein Freund und Helfer … ist auch heute noch so!!!

Wieder einmal vier Buchstaben an einer Mauer, „ACAB“ … und das am Lande.

 

all cops are beautiful
A.C.A.B. übersetze ich lieber mit „all cops are the best“

Wofür steht die Abkürzung? Zugegeben, bis vor kurzem wusste ich es nicht.

In den Medien häufen sich Meldungen von Widerständen gegen Polizist:innen. Und das macht mich zum einen wütend, traurig und ärgerlich. Hey, wo kommen wir hin, wenn es die blauen Helfer:innen auf den Straßen nicht mehr gibt? Hoffnungslos verloren fühlt sich ein Normalbürger, erst recht in Gewaltsituationen. Von Gewalt gegen Frauen, Kindern oder Tieren ist tagtäglich die Rede im Bundesgebiet.

Schaut man sich aber einmal näher die Personen an hinter ihren Dienstanzügen in sportlich gekleideter Mode, erkennt man die Bekannte oder Freund:in, die Nachbar:in oder einen Menschen, wie du und ich. Mit gleichen Alltagssorgen und -problemen.

Die Abkürzung A. C. A. B. steht für „all cops are bastard“. Halt, ich muss das sofort umwandeln, denn das tut weh beim Schreiben. Besser „alle Polizist:innen sind wichtig, cool, genial und einfach die Besten!“

 

Kritisch sehe ich die Situationen, wie wir sie in Stuttgart vom 20. auf 21. Juni 2020 hatten. Daher möchte ich mit diesem Beitrag bei meinen Leser:innen den von Kindesbeinen bekannten Spruch hervorholen: „Polizei dein Freund und Helfer“!

Wer einmal in Not geraten ist und die hervorragende Unterstützung der blauen Engel erfuhr, empfindet sicher eine ähnliche Dankbarkeit.

 

Polizei: Dein Freund und Helfer in schwierigen Zeiten

Ein Dezemberabend im Jahr 2019. An der Lüneburger Bushaltestelle „Platz am Sande“ steige ich in den letzten Bus zur Fahrt nach Hause. Ein Mann mit dunkler Hautfarbe nahm hinter mir Platz. Zum ersten Mal erlebte ich persönlich eine Belästigung im Bus. Zu Hause angekommen suchte ich im Internet nach Rat. „110 anrufen, den Busfahrer ansprechen, den Belästiger direkt laut ansprechen, dass man das sein lässt und Mitfahrende darauf aufmerksam werden“, waren die ersten Stichworte. Ich rief die örtliche Polizeistation an. Die Weiterleitung führte zur Polizeiinspektion Lüneburg. Das Gespräch mit einer Polizistin vergesse ich nie mehr.

Ich betonte schon zu Beginn des Gespräches, dass ich wegen der Hautfarbe des Mannes keine Unterscheidung mache. Unabhängig der Hautfarbe finden sich Täter in jedem Kulturkreis – so meine Auffassung. Die Polizistin stärkte mir den Rücken und erklärte mir die weitere Vorgehensweise.

Über die Online-Wache stellte ich meine erste Strafanzeige. Einen Tag später folgte die Eingangsbestätigung. Aufgrund einer Rückfrage rief ich erneut bei der Polizeistation an. Nach diesem Telefonat spürte ich wieder eine Dankbarkeit gegenüber der Polizeiarbeit. Sofort erinnerte ich mich aber an eine lange zurückliegende Tat … die ich nicht anzeigte, sondern darüber schwieg.

 

Heute sehe ich mich nicht als Opfer, sondern als Mensch und Frau mit Rechten. Durch Internetrecherchen, Vortrag zur Prävention und hilfreichen Websites, sowie Beiträgen in sozialen Medien, weiß ich die Arbeit der Blaulichtmenschen zu schätzen und bekam fundierte Unterstützung! 

 

Tage vergingen bis ich nach einigen Recherchen den Mut fasste und mich beim Weißen Ring in Lüneburg meldete. Wenige Tage später saß ich in Lüneburg zum Erstgespräch. Vertrauensvoll bekam ich neben Informationen auch Unterstützung mit auf den Weg.

Einmal den Entschluss gefasst, merkte ich meine eigene Selbstwirksamkeit. Ich kann mich selbst von der Opferrolle befreien und durch aktives Tun etwas ändern.

Tauchte zwar immer wieder das Ereignis präsenter in mir auf und durchlebte ich die eine oder andere Szene, hatte ich Hilfsmittel an der Hand, die mich wieder in das Hier und Heute zurückholten. Um handlungs- und arbeitsfähig zu bleiben.

 

Anfang 2020 zeigte ich die länger zurückliegende Tat an. Dieses Mal direkt in der Polizeiinspektion Lüneburg. Der Weiße Ring unterstützte mit seinem Netzwerk und organisierte den Termin bei einer Polizeibeamtin aus dem Einsatz- und Streifendienst.

Weitere Vernehmungen folgten die Wochen danach.

Bei den Polizeibeamtinnen merkte ich, dass man mit mir auf Augenhöhe sprach. Auch wenn ich angespannt ob des unangenehmen Gesprächsinhaltes war, führten die Polizistinnen beruhigend durch die Gespräche. Sogar so, dass ich im Anschluss das Gefühl hatte, als säße man bei einer Bekannten und bespricht neutral die Fakten und die Sachlage.

Danach nahmen die Strafanzeigen ihren normalen Gang zur Staatsanwaltschaft. Zusätzlich zu den Corona-Themen war es für mich nicht immer einfach, geduldig zu bleiben. Immer wieder kehrten die Gedanken zurück und ich machte mir Sorgen, wie es weiter geht.

Zum Vorfall im Dezember bekam ich im März die Mitteilung, dass der Vorgang wegen erfolgloser Suche eingestellt wurde.

Anfang Juli 2020 dann das Schreiben der Staatsanwaltschaft zur zweiten Anzeige. Das Ermittlungsverfahren wurde eingestellt wegen Aussage gegen Aussage. Sagt der Täter, „nein, ich war das nicht“, und findet man keine eindeutigen Zeugenaussagen, entscheidet die Staatsanwaltschaft FÜR den Täter (und gegen das Opfer).

 

Allerdings waren die Begründungen der Staatsanwaltschaft für mich (als Laie) alles andere als verständlich. Ich tauchte in ein tiefes Bad der Gefühle ein, von Wut, Hass, Trauer, Unverständnis und mit vielen Fragen.

Erst ein Telefonat mit einem Fachanwalt brachte Klarheit. Für mich war schwierig zu akzeptieren, dass nur im niederen einstelligen Prozentsatz die Anzahl der Täter ihre Tat gestehen. (Anmerkung, dazu liegen mir keine genauen Statistiken vor, ich bekam eine Prozentangabe genannt aus den Erfahrungswerten des Rechtsanwaltes).

 

Aus den acht (langen) Monaten nahm ich für mich mit (und als Tipps für dich):

Geh‘ unverzüglich zur Polizei und nimm als Opfer Kontakt auf mit dem Weißen Ring!

Warte nicht ab, schweige darüber nicht. Beobachte, ob du Zeugen hast. Bewahre Kleidungsstücke oder weitere Gegenstände zur Aufnahme auf. Hol dir eventuell eine gute Freundin zur Seite, mit der du die Situation schriftlich und möglichst frühzeitig aufnotierst. Nimm diese Notizen zur Polizei zur Anzeigenaufnahme mit. Versuche dich an Kleinigkeiten, wie „sperrte die Türe zu“, etc., zu erinnern. Auch wenn ein Traumata zum eigenen Schutz des Körpers über einzelne Bilder einen Schleier des Vergessens legt, kann man sich nach einer Zeit möglicherweise wieder an manches erinnern. Sei bitte liebevoll in diesen Situationen mit dir. Und denk darüber nach, auch eine psychologische Begleitung in Anspruch zu nehmen.

Zu all den genannten Punkten erhältst du vom Weißen Ring, von Opferhilfestellen oder auch von der Polizei Hilfe.

 

Blaulichtmenschen in sozialen Medien

Im Dezember 2019 begann ich bei meinen Internetrecherchen auch in Instagram nach Informationen zu suchen und stieß auf Instacops (Polizeibeamte mit eigenem Profil). Ich wühlte mich durch zahlreiche Bilder und Texte, entdeckte Zuspruch („wenn euch etwas komisch vorkommt, dann wählt die 110, wir kommen und sehen uns die Lage an, wir helfen euch und sind immer da“). Aber auch viele Infos zur Verkehrssicherheit. Themen, zu denen man als Schülerin im Verkehrsunterricht und später in der Fahrschule einiges lernte. Konnte so mein eigenes Wissen auffrischen und an geänderte Bedingungen anpassen. Und das ganz bequem über das Smartphone von zu Hause. Einige Insta-Stories waren lehrreich, andere machten enorm viel Spaß beim Ansehen. Die direkte Nähe zu Instacops vermittelte ein Gefühl, als hätte man eine Polizistin oder einen Buddy an seiner Seite.

Ich finde es wichtig, den Dienst der Polizeibeamten wertzuschätzen. Selbstverständlich setzen sich auch andere Berufsstände für das Wohl eines Menschen ein. Alles, summa summarum, macht mich dankbar und unterstützte bei diesem Beitrag. Der vielleicht einer Leserin oder einem Leser hilft. Der aufrüttelt und die Polizeiarbeit näher bringt dem Slogan, „die Polizei, dein Freund und Helfer“. Ja, ich wiederhole mich, aber in dieser Sache tu ich das explizit und beharrlich.

 

Infobox

Linktipps zum Nachsurfen und Folgen

 

Im Notfall die Polizeirufnummer 110 wählen (für Österreich die 133)

Zur Aufnahme einer Strafanzeige die Online-Wache nutzen. Zur Recherche die Polizei Niedersachsen, das Portal der deutschen Polizei nach Bundesländern aufgeteilt und zur vertiefenden Suche nach Telefonnummern.

 

Informationen für Opfer, Ratsuchende zu Kriminalitäten bietet die Polizeiliche Kriminalprävention. Eine weitere Anlaufstelle ist das Bundeskriminalamt.

 

Der ehrenamtliche Verein Weißer Ring ist ein Gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten e. V. – erreichbar telefonisch unter der 116 006 in Deutschland. Anonym, kostenfrei an 7 Tagen die Woche von 7:00 bis 22:00 Uhr.

 

Die Opferhilfe Niedersachsen hilft bei ähnlichen Aufgaben wie der Weiße Ring, unter anderem auch bei einer möglichen Prozessbegleitung vor Gericht. Nicht nur für das Bundesland Niedersachsen möglich, auch in allen anderen Ländern.

 

Lesetipp

Beispielhaft ist, wie im spanischen Cullera, rund 40 km südlich von Valencia, mit Gewalt gegen Frauen umgegangen wird.
Aus der Partnerstadt Jever reiste der Polizeikommissar Thorben Klein im Frühjahr 2019 in die spanische Provinz, um die Städtepartnerschaft und Kontakte zu vertiefen. Gemeinsam mit Jevers Bürgermeister Jan Edo Albers und Stadtbrandmeister Olaf Rieken informierte man sich über die spanische Polizeiarbeit. Spanien greift bei Gewalt gegen Frauen härter durch als in Deutschland. Täter kommen ins Gefängnis. In Deutschland ist man angehalten, die Situation durch Maßnahmen, wie Hausverbot, aufzulösen. Eine spanische Abteilung kümmert sich in Cullera um diese Fälle. (Bericht der NWZ vom 20. März 2019)

 

Auch Frieda weiß, im Notfall 110 wählen

Die Präventionspuppenbühne Lüneburg mit Maus Frieda

Präventionspuppenbühnen findet man in vielen deutschen Städten. Sie unterstützen in der Präventionsarbeit. Schau dazu bitte einmal bei deiner örtlichen Polizeidirektion auf den Internetseiten nach.

Da zu Zeiten von Covid-19 viele Vorträge und Seminare nicht stattfinden, drehen die Puppenbühnen Videos und stellen sie in sozialen Netzwerken zur Verfügung.

Ein Video, das mir persönlich sehr gefiel, handelte von der Lüneburger Maus Frieda, die nach Bleckede an die Elbe reiste für ein Treffen mit der Reiterstaffel Hannover. Frieda ist eine neugierige Maus und hatte spannende Fragen. Schau mal zu Facebook und zum Video hinein!

 

bemalter Trafokasten zeigt das Rathaus Lüneburg
das Rathaus Lüneburg aus einer anderen Perspektive – direkt an der Polizeiinspektion Lüneburg – Auf der Hude 1 – gelegen

Instacops

Es folgt eine Liste von Instacops, denen ich gerne folge. Es tummeln sich aber noch viele mehr in Social Media – und das ist gut so …

POK’in Tanja Horst (Polizeikommissariat Jever)

POK’in Isabella Harms (Polizeiinspektion Lüneburg)

PK’in Katharina Lohrengel (Polizeidirektion Göttingen)

PK’in Rita Laschenko (Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen – aktuell Bereitschaftspolizei Osnabrück)

KK Sylvan Bormann (Kriminalpolizei Hannover)

POK’in Lea Kanngießer (Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden)

POK’in Anouk Retzlaff (Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen)

PK Marius Beernink (Polizei Hannover)

Wasserschutzpolizei Niedersachsen

Diensthundführerin Hannah Schmitz (Diensthundführerstaffel der Polizeidirektion Oldenburg)

… Lust auf mehr Diensthunde? Tipp in das Insta-Suchfeld K9 ein und lass dir die Liste anzeigen. Da findest du jede Menge :-)

 

Die Präventionspuppenbühne der Polizeidirektion Lüneburg findet man unter dem Hauptaccount der Polizei Lüneburg. Daneben schätze ich auch die Pädagogische Puppenbühne der Polizeidirektion Oldenburg.

 

Die Polizei Celle veröffentlichte Videos zur Verkehrssicherheit und Verkehrssicherheitsbeauftragter Karsten Wiechmann erklärte schon manch gefährliche Situationen für Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer in seiner Stadt an der Aller.

 

Das Magazin Polizistmensch informiert zu aktuellen Themen aus dem Polizeialltag (es ist kein Presseverteiler, dafür kommen aber Polizist:innen mit eigenen Texten und Bildern zu Wort)

 

 

Die Aufgabe der Polizei ist vielfältig, sie schützen, informieren, beraten, deeskalieren, begleiten, klären auf, vernehmen, nehmen auf, …

… und sie sind Retter in der Not. Polizist:innen stellen ihr eigenes Leben für den deutschen Staat hinten an. Sie sind für dich, für mich, für Hund, Katze, Maus und so vieles mehr 24 / 7 im Einsatz.

Herzlichen Dank an alle, die ihre Berufung jeden Tag aufs Neue leben!

 

 

(Beitrag veröffentlicht 12. August 2020, letzte Änderung 21. August 2020)

Als Radreisebloggerin berichte ich freiberuflich von Radtouren aus Niedersachsen und deutschlandweit. Fahre mit dem Fahrrad und reise umweltfreundlich. Mit Blog- und Social-Media-Beratung, der Umsetzung von Marketingstrategien für Leistungsträger, unterstütze ich Menschen im Online Marketing. Mit einem eigenen Blog bauen Gründerinnen, Freiberufler und touristische Regionen sich Reichweite und Markenbekanntheit auf und stärken die Vertrauensbildung. Das Blog ist mit der Website ein wesentlicher Pfeiler im Marketing. Mehr zum Blog- und Social-Media-Marketing | Webdesign lesen.
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