reetgedecktes Heimatmuseum Bardowick

Historischer Rundgang durch Bardowick

Den historischen Vorort von Lüneburg besuchte ich auf Radtouren schon öfters, wenn ich auf dem Weg in Richtung Elbe oder aus Winsen/Luhe kommend wieder nach Hause radelte. Die Rede ist von Bardowick.

Bekannt ist mir dort der Dom St. Peter und Paul oder die bekannte Galerieholländer Mühle.

Während ich schlendernd durch den Flecken Bardowick radelte, begegneten mir die Wegweiser „Historischer Rundgang“. Auf den Schildern sah ich ein Symbol, das ich anfangs noch nicht sicher zuordnen konnte.

Zudem wuchs das Interesse an Bardowick aufgrund der zahlreichen reetgedeckten Backsteinhäuser. Und wer hier oder in Social Media mir folgt, hat schon öfters von meiner Backsteinliebe gelesen.

Bardowick liegt rund 6 km von der Salz- und Hansestadt Lüneburg entfernt und direkt am Fluss Ilmenau. Die Handelsbeziehungen zwischen Lüneburg waren zu dessen Blütezeit sehr von Bedeutung. Bardowick spielte früher im Gemüseanbau eine bedeutende Rolle. Die Bardowicker Gärtner lieferten ihr Gemüse und Obst bis Hamburg. Wie lange damals die Händler mit ihrer Ware wohl unterwegs waren? In jedem Fall wurde die Ware umweltfreundlich per Kahn oder Kutsche transportiert.

Auf den Spuren des historischen Rundweges durch Bardowick

Erstmals erwähnt wurde „Barduwic“ in einer französischen Chronik im Jahr 785.

Der älteste Ort Norddeutschland liegt heute an einigen Radrouten, wie dem Ilmenauradweg, der europäischen Route der Backsteingotik oder Tourenvorschlägen aus dem Radguide von Erlebnis Elbe.

13 Stationen lernst du auf dem historischen Rundweg durch den lieblichen Flecken Bardowick kennen. Du erfährst, dass früher 9 Kirchen im Ort standen. Der Nikolaihof sowie der Dom St. Peter und Paul zählen zu den bedeutenden Denkmälern in Norddeutschland. Sie sind Teil der europäischen Route der Backsteingotik.

Den Weg zu den 13 Stationen leitet dir das Symbol einer Bardowicker Münze. Somit hätten wir dieses Rätsel gelöst. :-)

Lieblingsplätze am historischen Rundgang

Einige Lieblingsplätze in Bardowick stelle ich dir nun vor. In der Begleitbroschüre – siehe unten – findest du die 13 Stationen ausführlich beschrieben.

Mit dem Fahrrad trippelte ich erstmal bis Lüneburg und startete am Treidelpfad beim Behördenzentrum Lüneburg die rund sechs Kilometer bis Bardowick.

Alte Schleuse Bardowick

Bis zur alten Schleuse konnten früher Schiffe von der Elbe fahren. Allerdings nicht bis Lüneburg, da die Ilmenau einen zu niedrigen Wasserstand. So transportierten die Händler das Lüneburger Salz per Kahn bis Bardowick. Einen sehenswerten Ewer (Kahn) kannst du in Lüneburg im Wasserviertel sehen und spannende Details zur Salzgewinnung im Deutschen Salzmuseum erfahren.

 

an der Schleuse in Bardowick
Radtour nach Bardowick bis zur Schleuse und dann ging es links durch ein kleines Wäldchen zum Nikolaihof

Backsteinliebe am Nikolaihof

Nachdem ich durch das kleine Wäldchen fuhr, wechselte der Untergrund auf historisches Pflaster. Eine kleine Steigung brachte mich zum Nikolaihof. Eine Kapelle, Wohn- und Verwaltungsgebäude reihen sich aneinander. In einem Haus versorgte man früher Leprakranke. Damals lagen die Gebäude außerhalb der Stadtmauern. Deshalb brachte man aus Frucht vor einer Ansteckung die Kranken an diesen Ort. Später wurde aus dem Leprahospital ein Altenheim.

Heute ist die Bardowicker Bücherei im ehemaligen Männerhaus untergebracht.

Der Nikolaihof strahlte bei meinem Besuch eine angenehme Ruhe aus. Es ist ein idyllisches Plätzchen zum Fotografieren der historischen Backsteingebäude.

 

Bardowick Nikolaihof
im sehenswerten Nikolaihof in Bardowick
Bardowick St. Nikolai
Kapelle im Nikolaihof / Bardowick

Ehemaliger Friedhof von St. Wilhadi

Nach dem Fotostopp am Nikolaihof fuhr ich weiter und kam in der St. Wilhadistraße am ehemaligen Friedhof der gleichnamigen Kirche vorbei.

Ein schwerer Sturm beschädigte im 16. Jahrhundert die Kirche St. Wilhadi so stark, dass übergangsweise die Kirche nur grob restauriert werden konnte. Später riss man sie komplett ab. Die Infotafel dieser Station zeigt eine Skizze (bzw. einen Stich), wie damals die Kirche wohl aussah.

 

Bardowick Friedhof St. Wilhadi
ehemaliger Friedhof von St. Wilhadi

Gemütlich fuhr ich geradeaus weiter und bemerkte linkerhand dieses schöne Reetgebäude. Es gehört zwar nicht zum historischen Rundweg, dennoch ist es aus meiner Sicht ein „Schmuckstück“ früherer Baukunst. Landestypisch baute man die Reethäuser in der Bauweise der niederdeutschen Hallenhäuser. Diese findet man auch in den Heidedörfern Amelinghausen, Wittorf oder Barum.

 

reetgedeckte Häuser Bardowick
ein reetgedecktes Wirtschaftsgebäude

Heimatmuseum Bardowick

Nach wenigen Metern bog ich rechts ab in den Klappersteg und linkerhand sah ich erneut ein sehenswertes Reethaus. Das Gildehaus lag vor mir und es beherbergt das Bardowicker Heimatmuseum.

 

reetgedecktes Heimatmuseum Bardowick
das Gildehaus, eines der schönsten reetgedeckten Häuser (also nach meiner Einschätzung :-) )

Einst als Rathaus dient das Gildehaus heute als Heimatmuseum und am Gelände findest du weitere Wirtschaftsgebäude, einen romantisch bepflanzten Innenhof und Sitzgelegenheiten für eine Rast.

 

historische Geräte am Heimatmuseum in Bardowick
historische Pfluggeräte am Heimatmuseum in Bardowick
Kletterrosen am historischen Rundgang
am Heimatmuseum findest du zauberhafte Kletterrosen
Heimatmuseum Bardowick
eines der schönsten reetgedeckten Häuser in Bardowick nach dem Baustil des landestypischen Zweiständer-Hallenhauses

Das Gildehaus liegt nahe der Ilmenau und der Klappbrücke. Am anderen Ufer führt die Straße weiter nach St. Dionys und Barum. Dorthin fuhr ich auf der Backstein-Seen-Technik-Tour.

Klappbrücke und St. Marianus-Kirche

Der Rundweg führte zu Station 11 und 12 an der Ilmenau. Rechterhand verläuft der Treidelpfad zurück nach Lüneburg. Schau dir gerne zuvor die Klappbrücke näher an.

 

am Treidelpfad an der Ilmenau entlang Radfahren
an der Ilmenau liegt der Ruderclub Bardowick

Früher standen an der Ilmenau Brücken aus Holz. Da diese allerdings nach rund 80 Jahren ihren Dienst taten, erneuerte man entsprechend häufig die Brücke. Zuletzt baute man im 20. Jahrhundert die jetzige Brückenkonstruktion. Ein Modell der früheren Holzbrücken findest du im Gildehaus (Heimatmuseum).

 

Klappbrücke über die Ilmenau in Bardowick
die Klappbrücke an der Ilmenau

Am Ufer der Ilmenau steht die Marianuskapelle, die im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde.

 

historischer Spaziergang durch Bardowick
an der Klappbrücke und bei der Kapelle St. Marianus direkt an der Ilmenau

Auf dem historischen Rundweg zeige ich dir noch bedeutende Zeugnisse der Backsteingotik. Zuvor trippelte ich nahe des Domes am Wasserbrunnen vorbei. Darauf sitzen aus Bronze gegossene Vögel.

Nur wenige Meter vom Brunnen entfernt findest du rechterhand das heutige Rathaus und die Verwaltung der Samtgemeinde Bardowick. Linkerhand erstreckt sich die Grünanlage um den Dom St. Peter und Paul.

 

Wasserbrunnen aus Tauben in Bardowick
kunstvoll gestalteter Wasserbrunnen mit Tauben nahe Dom St. Peter und Paul

Erster Blick zum Dom durch die Wohnhäuser.

 

Backsteinbauten Bardowick Europäische Route der Backsteingotik
hübsche Innenhöfe nahe dem Dom St. Peter und Paul

Dom St. Peter und Paul

Der Dom ist neben dem Nikolaihof ein wichtiger Backsteinbau auf der europäischen Route der Backsteingotik.

 

Dom St. Peter und Paul in Bardowick
der mächtige und monströse Dom St. Peter und Paul in Bardowick

Eine erste Erwähnung zur Kirche St. Petri findet man in einer Urkunde aus dem Jahr 1146. Spannend ist jedoch, wie die Kirche zur Bezeichnung Dom kam. In dem Begleitbüchlein zum historischen Rundgang erklärt man dies näher.

Wenn du einmal in Lüneburg bist, dann schau auch zur Kirche St. Johannis und St. Michaelis. Ihre Bauweise ähnelt dem Dom in Bardowick. Der dreischiffige Hallenbau beeindruckt nicht nur von außen. Auch die Innenausstattung weist bedeutende Bauten auf. Zum einen der Marienaltar, das Chorgestühl oder das bronzene Taufbecken.

Mein Tipp: Wer einmal in Bardowick ist, der sollte vor diesem monströsen Bau verweilen. Er wirkt zwar mächtig, aber als Mensch fühlt man sich davor und innen behütet. Von etwas Höherem. Das jeder für sich definieren kann.

Bardowicker Windmühle

Über die Mühlenstraße fuhr ich nur wenige Meter und schon stand ich vor der Gallerieholländer Mühle. Die gewerblich genutzte Mühle nimmt in Deutschland fast ein Alleinstellungsmerkmal ein. Sie ist heute noch in Betrieb und das Flügelwerk bedient zwei Schrotgänge. Die Windenergie wird über einen Generator in Strom umgewandelt der die Mahlwerke in Gang setzt.

In den Jahren 1994 und 1995 wurde die Windmühle restauriert. Der örtliche Windmühlenverein setzt sich für den Erhalt des Kulturgutes in Bardowick ein.

Besonders beliebt sind die jährlich stattfindenden Mühlenfeste am Pfingstmontag.

Neben der Gallerieholländermühle liegt in einem schattigen, idyllischen Garten das Café Meyer`s Windmühle.

 

Nach der historischen Rundtour fuhr ich auf einer meiner Lieblingsstrecken im Landkreis Lüneburg zurück: Am alten Treidelpfad entlang der Ilmenau.

 

Ilmenau Radtour am Treidelpfad zwischen Lüneburg und Bardowick
Radtour auf dem Treidelpfad und entlang der Ilmenau nach Lüneburg

 

Historischer Rundgang in Kleinformat

Ausführlich wird der Bardowicker Spaziergang von der Vergangenheit in die Gegenwart im kleinen Begleitbüchlein und der Infobroschüre erläutert. Auf 66 Seiten bringt die Broschüre kurz und dennoch ausführlich die Geschichte näher. Der historische Rundgang wurde 2008 etabliert und mit der Bardowicker Münze auf den Wegweisern ausgeschildert.

Die Broschüre und den Flyer erhältst du auf Anfrage gerne in der Samtgemeinde Bardowick, der Bücherstube Bardowick, der Samtgemeindebücherei, im Heimatmuseum Gildehaus oder der Touristinformation.

 

Plan vom Historischen Rundgang durch Bardowick
ein kleines Heft zum Flyer über den Rundgang durch Bardowick

 

Als Fahrradbloggerin berichte ich freiberuflich von Radtouren aus Niedersachsen und deutschlandweit. Nachhaltig, klima- und umweltfreundlich. Spannende Erlebnisse an Flüssen, Erfahrungen von der Deutschland Radtour, hier erfährst du Hintergründe und kannst virtuell mitradeln. Wer nun auch überlegt einen eigenen Blog zu nutzen, der erfährt auf dem online sichtbar Blog erste Informationen. Beratungen für Selbständige und Freiberufler erfahren die neuesten Informationen aus Social Media und dem Bloggen. Mehr lesen zu Social Media & Bloggen - online sichtbar.
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