Schloss Rheinsberg

Ruppiner Seenland – Mit Rad auf Fontanes Spuren

Nach den reizvollen Fahrraderlebnissen an der Elbe lockten die zahlreichen Seen im Land Brandenburg. Das Ruppiner Seenland ist ein Paradies für Wasser- und Fahrradurlauber. Wie in der Prignitz an der Elbe entdeckte ich traumhafte Rastplätze und Fotostopps an den verwunschenen Seen.

Die Fahrradtouren plante ich mit dem einfachen Knotenpunktsystem. Dieses lernte ich im niedersächsischen Friesland und in Wilhelmshaven zum ersten Mal kennen.

Hallo Neuruppin!

Neuruppin Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Neuruppin am Ruppiner See

Spaziergang durch Neuruppin

Auf einer kurzen Stippvisite in Neuruppin entdeckte ich idyllische Hinterhöfe, von Blumen gesäumte Gassen und eine Seepromenade, die Urlaubslust versprühte. Fontane begegnete mir unerwartet mal hier und da, ohne ihn zu suchen. Seine Zitate sprachen mich an und weckten Sonnenfernweh auf die Fontane-Radroute.

Neuruppin ist die Geburtsstadt von Theodor Fontane. Am 30 Dezember 1819 erblickte er das Licht der Welt im Haus der Löwen-Apotheke. Nach einigen auswärtigen Wohnsitzen kam er 1854 nach Neuruppin zurück und lebte mit seiner Mutter und Schwester im Predigerwitwenhaus in der Fischbänkenstraße 8. Heute findet man in dem historischen Gebäude die Karl-Friedrich-Schinkel-Gesellschaft e. V., den Tourismusverband Ruppiner Seenland e. V., sowie einige Wohnungen.

Wer lebte eigentlich in einem Predigerwitwenhaus, fragte ich mich. Da fanden verwitwete Frauen von Priestern mit Kindern ein Zuhause, las ich auf der Infotafel.

Gegenüber des Predigerwitwenhauses fand ich einen hübsch angelegten Spielplatz, an dem Kinder fröhlich kleine Wasserläufe mit Wasserpumpen bauten und den Sommernachmittag genossen.

Wenige Schritte weiter kam ich zur Seepromenade. Das Kunstobjekt „Parzival“ ist am Ufer des Ruppiner Sees ein mondänes Fotoobjekt.

Mit einer frischen Seebrise im Gesicht glitt mein Blick am Ufer entlang.

Kunstobjekt Parzeval Seepromenade Neuruppin
an der Seepromenade in Neuruppin steht Parzival

Die Drei-Flüsse-Stadt Lindow (Mark)

Nach Neuruppin lag die Drei-Seen-Stadt Lindow auf meiner Route. Für eine Radtour um den Vielitzsee schnappte ich mein Fahrrad und fuhr aus einem Wald heraus in die freie Landschaft.

Anhand des genialen Knotenpunktsystems wusste ich immer, wo ich war. Manchmal standen die Knotenpunkte an historischen Orten, an Bushaltestellen oder an Rastplätzen mit weiteren Infotafeln für eine Erkundungstour.

Rastplatz Vielitz Ruppiner Seenland
am Rastplatz in Vielitz nahe Lindow (Mark) – in rund 30 m Entfernung findest du den Knotenpunkt 72

Vielitz, ein familien- und fahrradfreundlicher Ort

Entlang dem Vielitzsee sah ich in den Dörfern Vielitz und Seebeck überwiegend einstöckige Häuser mit teils rotem Backstein oder weiß getüncht. Landleben pur.

An einigen Haltepunkten hatte ich einen großartigen Blick auf den See.

In Seebeck entdeckte ich eine Gerichtslinde. Sie stand an der Backsteinkirche und ist eine der ältesten im Land Brandenburg (ca. 800 – 1000 Jahre alt).

Etwa 100 Meter weiter begegnete mir eine Stieleiche mit 6,3 m Umfang. Seit 530 Jahren steht sie hier am Wegesrand.

Als ich durch die beiden Dörfer fuhr, lag ein Charme in der Luft von Landidylle und einer wohltuenden Ruhe abseits des Städtchens Lindow.

Als die Rundtour von 15 km beendet war schwenkte ich im Ort Lindow rechts ab. Ein Hinweisschild zeigte mir den Weg zum Wutzsee.

„Da will ich auch noch vorbeifahren, dann habe ich heute drei Seen entdeckt“, dachte ich.

Zum einen den Ruppiner See in Neuruppin, den Vielitz- und Wutzsee.

Kleine Boote lagen vertäut am Ufer, eine Sitzgruppe lud zum Verweilen ein.

Doch da entdeckte ich niedrige Büsche und eine Tafel am Boden. Was war hier?

Auf ihr stand:

„Im Garten. Die hohen Himbeerwände trennten dich und mich. Doch im Laubwerk unsre Hände fanden von selber sich. Die Hecke konnt‘ es nicht wehren, wie hoch sie immer stund. Ich reichte dir die Beeren und du reichtest mir deinen Mund. Ach, schrittest du durch den Garten noch einmal in raschem Gang, wie gerne wollt‘ ich warten, warten stundenlang.“ (Theodor Fontane, 1845)

Mir wurde ganz warm ums Herz. Mit so viel Herzwärme stand ich am Seeufer und erneut schweifte der Blick über den See.

Am dritten See von Lindow (Mark), dem Gudelacksee, radelte ich vorbei, leider ohne Fotostopp. Zu dem Zeitpunkt lagen dunkle Wolken über mir und es begann zu tröpfeln. Da wollte ich doch lieber direkt und auf schnellstem Wege zur Unterkunft zurück. Denn als alles verstaut war, begann es kräftig zu schütten.

„Lindow ist so reizend wie sein Name. Zwischen drei Seen wächst es auf und alte Linden nehmen es unter ihren Schatten“ (Theodor Fontane)

Auf geht’s zur Radtour!

Nach dem Frühstück im bürgerlichen Gasthof in Lindow holte ich mein Fahrrad und startete zur Fontane-Radtour.

Zu historischen Orten, auf Wegen, die auch Fontane wanderte, führt die in zahlreichen Broschüren offiziell als „FONTANE.RAD-Route“ beschriebene Tour durch die Mark Brandenburg. Auf acht Etappen entdeckst du die Strecke zwischen Oranienburg und Potsdam.

Nach der ersten Etappe von Oranienburg nach Gransee, wählte ich für meine Tagestour die Etappe 2 von Gransee nach Rheinsberg.

Kleine Hinweisschilder verwiesen an den Knotenpunkten auf die FONTANE.RAD-Route, so fand man immer den richtigen Weg.

Soviel sei im Voraus verraten, ich empfand diese Radstrecke als sehr abwechslungsreich, mit vielen spannenden Hotspots, dass ich am liebsten die Tour gleich wieder fahren würde.

Lass‘ uns gemeinsam starten, auf geht’s nach Gransee.

Fontane-Radroute Etappe 2: Gransee nach Rheinsberg

Um zur Fontane-Radroute zu kommen, radelte ich 12 km von Lindow nach Gransee.

Nachdem ich in Gransee das Neuruppiner Stadttor durchquerte, betrat ich historischen Boden. Gransee ist Teil der Route zu den historischen Stadtkernen im Land Brandenburg. Wenige Meter nach dem Stadttor lag linkerhand das Luisendenkmal des preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel. Fasziniert blieb ich stehen und sah den hohen Baldachin an. Hier wurde Königin Luise von 25. auf 26. Juli 1810 aufgebahrt. Eine Trauergesellschaft begleitete den Sarg auf dem Weg von Schloss Hohenzieritz nach Charlottenburg.

Auch Fontane fand das Luisendenkmal bemerkenswert. Er widmete diesem Denkmal ein Kapitel in seinen Büchern zu den Wanderungen durch die Mark Brandenburg.

Entlang der Straße sah ich nach einigen Häusern zwei ungleiche Turmspitzen zwischen den Dächern herausragen. Neugierig bog ich links ab und stand vor der hohen Backsteinkirche St. Marien. Die evangelische Stadtkirche, eine breite Hallenkirche, findet sich ebenfalls in Fontanes Erzählungen wieder.

Durch hübsche Gassen schlenderte ich mit meinem Fahrrad. Ich ließ mich treiben und stand ein paar Straßenzüge weiter am Knotenpunkt 23. Genau richtig!

Ein Radweg von 1,5 m Breite führte aus dem historischen Stadtkern von Gransee hinaus. „Als wäre das eine ehemalige Bahntrasse,“ dachte ich. Später wurde mir dies in einem Gespräch bestätigt. Ab Gransee begann einer der schönsten Abschnitte auf der Fontane-Radroute.

Als Sonnenblumenfelder, Wiesen und Wälder an mir vorbeizogen, überlegte ich, welche Gemeinsamkeiten Fontane und ich haben. Naturliebe, den Blick für Schönes, draußen sein in der Natur, … Der Journalist und Autor wurde mir mit jedem Pedaltritt sympathischer und ich war neugierig, was mir noch alles auf dieser Strecke begegnete.

Radfahren Ruppiner Seenland auf Fontane Rad Route
eine traumhafte Weite im Land Brandenburg

Nach dem Ortsschild Zernikow lag ein kleiner, überschaubarer Ort vor mir. Die Straße führte bergab und mit Schuss fuhr ich an Wohnhäusern vorbei. Links entdeckte ich eine kleine Kirche und gegenüber lag ein kleiner Picknickplatz. Voll die Bremsen durchgedrückt stoppte ich hier, denn die Infotafel interessierte mich. Auf dem Stadtplan war von sechs Alleenstraßen zu lesen. Kastanienallee, Lindenallee, Maulbeerallee, Pappelallee, … Die Alleenstraßen im Land Brandenburg hatten einen besonderen Reiz. Das erkannte ich schon in der Prignitz an der Elbe.

Nach der kurzen Orientierung am Stadtplan fotografierte ich auf der anderen Straßenseite einen Brandenburger FrauenOrt. Niedersächsische FrauenOrte kannte ich von Radtouren nach Jever, Wolfenbüttel oder Lüneburg. Nach meinen Recherchen begann das Land Brandenburg erst nach Niedersachsen besondere FrauenOrte zu dokumentieren und zugänglich zu machen.

Im Ort Zernikow wirkte Caroline von Labes, die Großmutter des Dichters Achim von Arnim. Ihr Engagement reichte weit über den Umbau des ehemaligen Seidenhauses in ein Hospital oder der Kirchenrenovierung hinaus.

Auf der gleichen Straßenseite kam nach der Kirche und Wohnhäusern die Gutsanlage Zernikow.

Eine Fontane-Tafel informierte zu den Seidenraupen und den Maulbeerbäumen. Wieviel Seide gewinnt man von einem Kokon? Wie viele Kokons benötigt man für eine Seidenbluse? Die Ausstellung zeigte Einblicke in das filigrane Handwerk.

Auf Fontanes Spuren Gut Zernikow Radtour durch Mark Brandenburg
Gutshaus Zernikow mit Ausstellungsräumen zur Seidenraupenzucht

Doch eines war auf Gut Zernikow nicht zu überhören, mein Magengrummeln. Der Kaffeeduft zog mich magisch zum ehemaligen Schafstall. Er lag gegenüber des Gutshauses. Beim Eintreten in das historische Gebäude zog ich überrascht meine Sonnenbrille ab. Wie hübsch sieht es denn hier aus, rief ich erstaunt aus. Jede Sitzgruppe der Creperie Bric à Brac hatte einen anderen Charme. Wenige Schritte weiter stand ich am Tresen und bestellte ein Galette mit Apfelmus und eine Tasse Kaffee.

Als ich im Garten unter freiem Himmel Platz nahm servierte man mir auch schon die feinen Leckereien. Das war genau das Richtige.

Nach meinem Mittagsmahl hätte ich mich am liebsten unter die schattigen Bäume für ein Nickerchen gelegt. Aber es lagen noch viele sehenswerte Stationen am Weg.

Gut Zernikow Landkreis Oberhavel
Gut Zernikow – im ehemaligen Schafstall (rechts) ist heute die Creperia Bric à Brac zu finden
im ehemaligen Schafstall ist heute die Creperia Bric à Brac untergebracht
so hübsch eingerichtet :-)

Mein Faltrad flog mit viel Schwung über den Asphalt, mal hoch und runter. Die Landschaft wurde hügeliger.

In Altglobsow – ein typisches Dorf der Mark – lag linkerhand der Biohof Kepos. Auf dem hinteren Grundstück wuchsen Blumen, frisches Gemüse und Obst. Von der Selberpflückanlage hätte ich mir am liebsten zwei Satteltaschen mit Salat, Kohl, Karotten und Äpfeln mitgenommen. Frischer und regionaler wie hier geht’s nicht.

Altglobsow Biohof Kepos
Zum Selberpflücken mit Vertrauenskasse am Biohof Kepos in Altglobsow

Auf wenig befahrenen Landstraßen näherte ich mich endlich einigen Seen. Die See(h)nsucht war so groß!

Der Dagowsee lag dem Stechlinsee vorgelagert und er strahlte eine angenehme Ruhe aus. Von dichtem Wald gesäumt lud er zu einer Rast am Ufer ein.

Dagowsee in Oberhavel
um den Dagowsee führt ein Skulpturenrundweg

Skulpturen sah ich am Ufer stehen. Eine Tafel verwies auf einen rund 4 km langen Wanderweg entlang des Seeufers.

Ich fuhr am Glasmacherhaus mit der Tourist-Information vorbei. Barrierefreiheit ist im Glasmacherhaus Normalität. Menschen mit Seheinschränkung können Glasgegenstände ertasten. Oder an einer Hörstation Geschichten zur Glaskunst lauschen. Glasbläser waren mir aus Kindertagen bekannt. Damals besuchten wir den bayerischen Ort Zwiesel im Vorderen Bayerischen Wald. Staunend sah ich zu, wie durch Drehen und Blasen ein Gegenstand hergestellt wurde.

Im Dorf Neuglobsow entdeckte ich neben dem bekannten Stechlinsee auch einen Lehrpfad „Spurensuche“. Nachdem ich vom Seeufer des Stechlinsees zurückkam, lag rechterhand eine Bank mit einer Kunstfigur. Eine Tafel mit roter Fußsohle verwies auf den Lehrpfad. Darauf konnte ich mehr über die „Lästerbank“ erfahren. Auf ihr nahmen Menschen Platz, die gerne über andere lästern.

Ich hatte keinen Grund zum Lästern. So nahm ich meinen Fahrradlenker und trat in die Pedale.

Das Hoch und Runter hier im waldreichen Seengebiet machte Spaß.

Pause am vorletzten See der Tour

Die Räder rollten zur nächsten Station am Roofensee. Es sollte der vorletzte See der Radtour sein.

Diesen See schloss ich vom ersten Augenblick in mein Fahrradherz. Wenn ich Zeit hätte, dann würde ich hier gerne mit einem Van eine Nacht verbringen. Schoss es mir durch den Kopf. Für einen Sonnenuntergang und für einen Aufgang.

Über einen Waldweg trat ich direkt zur Wasserlinie des Sees und atmete tief aus. „Hier bleib ich.“ Meinte mein Herz. Der Kopf meldete sich leider mit einem Veto, „hey, du musst noch weiterfahren“. Ok, ist ja schon gut.

Ein paar Minuten blieb ich auf der Holzbank sitzen. Kostbar war die Zeit. Sie zeigte wieder, wie wunderschön unser Land ist.

Roofensee umgeben von Wald
der Roofensee liegt im Landkreis Oberhavel (Knotenpunkt 33) – rund 12 km von Rheinsberg entfernt

Die letzten Kilometer führten entlang einer recht gut befahrenen Landstraße. Der Feierabendverkehr rollte Richtung Rheinsberg. Wie ich. Zeitgleich lud die Natur rechts und links des Radweges ein, Mikromomente zu genießen. Feuchte Waldluft zu schnuppern. An Tannenzapfen am Asphalt vorbeizufahren. Sonnenstrahlen glitzerten durch Waldlichtungen. Und mit jedem Tritt auf die Pedale kam ich dem Schloss am Grienericksee näher.

Abendstimmung am Grienericksee beim Schloss Rheinsberg

Nach dem Ortsschild Rheinsberg wurde es hektischer. Martinshorn ertönte. Nicht nur einmal. Mehrere Feuerwehren kamen mir entgegen.

Einen See erblickte ich in der Ferne. Kurz davor stand rechterhand eine Fontane-Infotafel mit Emilies Worten. Die Zitate zum Gasthaus Ratskeller hauchten den nüchternen Fakten ein Leben ein. Das Kopfkino startete und plötzlich sah ich lebendige Schauspieler in historischen Kleidern mit Perücken am Wegesrand.

Die letzten Meter schob ich das Faltrad über groben Kies zum Seeufer des Grienericksees. Ein Blick zurück und ich stand direkt vor der Fassade des Rheinsberger Schlosses.

Grienericksee Schloss Rheinsberg
Schloss Rheinsberg – das Ziel von Etappe 2 der Fontane.Rad-Route

Fanfaren ertönten und Pauken schlugen zum Triumphmarsch auf. Schon wieder Kopfkino, aber in den Ohren. Die absolvierte Radtour auf Fontanes Spuren fand hier ihr Ende.

Die Erlebnisse der Tour tauchten erneut wie am Fließband auf. Naturschönheiten Brandenburgs, die Kaffeestopps unterwegs oder die Sonnenstrahlen am weiß-blauen Himmel über den zahlreichen Seen im Ruppiner Seenland.

Radtour Ziel Rheinsberg am Grienericksee
angekommen am Schloss Rheinsberg mit Blick auf Grienericksee

Damit ich die 80 Tageskilometer mit meinem Faltrad komplett machte, zogen meine Beine mit voller Power durch und sie strampelten was das Zeug hielt. So kam ich mit den ersten dicken Regentropfen am Ortsschild der Drei-Flüsse-Stadt Lindow (Mark) wieder an. Das Fahrrad verstaute ich rasch im Mini-Miet-Panda. Dann wusch der Landregen die trockene Luft nass und rein, dass ich glücklich im Regen tanzend dem Himmel für den Fahrradtag dankte.

Abstecher Kyritz-Ruppiner Heide

Die Reise durch das Land Brandenburg endete am nächsten Tag. Für einen Abstecher fuhr ich zur Kyritz-Ruppiner Heide. Neugierig sah ich die Heidebüsche der Calluna vulgaris näher an, ob sie bereits blühten. Doch war dies nicht der einzige Grund für mein Interesse an dieser großen Heidefläche. Sie besitzt eine historische Vergangenheit.

Als ich zurück in der Elberegion bei Perleberg und Lenzen (Elbe) ankam, stoppte ich mit dem Auto am Wegesrand und lief ein letztes Mal zum Elbestrom am Deich. Einige Minuten brauchte ich zum Abschied. Erneut war dieser Aufenthalt an der Elbe und im Ruppiner Seenland von unzähligen Momenten gefüllt, die mein Reiseherz zum Hüpfen brachten. Menschen begegneten mir und ich kam in Gespräche, die lange nachhallten und worüber ich sehr dankbar bin.

Tschüss, du schöne Elbe, du markantes Brandenburger Land, wir sehen uns wieder!

Knotenpunkte Fontane-Radtour und Zusatzstrecken von / bis Lindow (Mark)

70 Lindow

40 Keller

24, 23 Gransee, weiter über 22

45 Schulzendorf

36 Wolfsruh, über 34 nach

30 Zernikow, weiter über 31, 32 nach Neuglobsow

33 Menz

80, 81 Rheinsberg, weiter nach Köpernitz, Dierberg, Klosterheide nach

70 Lindow (Mark) an der Tourist-Information.

Infos zu Lindow (Mark)

Lindow (Mark) liegt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Die Hauptdurchgangsstraße, die Straße des Friedens, ist beidseitig von Wohnhäusern, Gasthöfen und Geschäften gesäumt. Einen zentralen Begegnungspunkt findet der Gast am Marktplatz. Zwischen Ristorante Pizzeria „Fontana“, der Tourist-Information und dem Knotenpunkt 70. Hier führt auch eine Straße zum nahen Wutzsee. Der Bahnhof Lindow (Mark) liegt rund 1,5 km südlich des Zentrums und er bedient die Zugstrecke Rheinsberg-Löwenberg als Haltepunkt.

Tageskilometer

An meinem Faltrad ist kein Tacho. Über Komoot zeichnete ich die Tour auch nicht auf. Nach meinen Berechnungen müsste die gesamte Strecke 77 km betragen. Da ich wie sonst auch, mal hierhin und dorthin fahre, rechne ich mit gut 80 Tageskilometern. Und das mit einem Reise-Faltrad. Kein gewöhnliches. Die Bezeichnung Klapprad kommt dieser Qualität in keinerweise nahe. Wenn das Faltrad mal ausgeklappt ist, dann fährt es wie ein gewöhnliches Rad, trotz 20er Radgröße.

Schloss Rheinsberg
Ziel der Fontane-Radroute Etappe 2: Schloss Rheinsberg am Grienericksee

Übernachtung im Hotel Krone in Lindow (Mark)

Transparenz und Ehrlichkeit ist mir immer wichtig, daher möchte ich auf folgende Informationen verweisen.

Das Hotel Krone liegt direkt an der Durchgangsstraße, der Straße des Friedens. Mein Zimmer lag in den ruhigen Innenhof zum Garten. Der Gasthof ist schlicht und einfach.

Der Fahrradverleih am Gasthof spricht Menschen an, die mit einem E-Bike eine Radtour von ca. 50 km fahren wollen. Für längere Radtouren sind die Akkus nicht ausgelegt. Das berichtete mir der Hotelbesitzer leider erst bei der Übernahme, obwohl ich im Vorfeld versuchte telefonisch und per E-Mail mehr zur Fahrradmarke und den Fahrradsätteln herauszufinden.

Die Leihräder sind wie meist mit einem Selle Royal Fahrradsattel ausgestattet. Diese liegen mit der Nase meist nach oben geneigt. Wer dies nicht gewohnt ist, kann die Nase des Sattels nicht verstellen. Ich empfehle dafür einen eigenen Sattel mit Sattelrohr mitzunehmen. Diesen kann man über einen einfachen Schnappverschluss anbringen. Wobei es auf den Durchmesser des Rohres ankommt. Bei meinem Faltrad klappte auch dieser Versuch nicht.

Da ich mit den Sätteln von Selle Royal erhebliche Probleme bekomme und den Sattel nach mehreren Versuchen nicht so einstellen konnte, dass ich eine Strecke von 80 – 90 km fahren kann, entschied ich nach einer Stunde, komplett mit dem Faltrad zu fahren.

Die Fontane-Radtour bleibt mir immer mit wunderschönen Erlebnissen auf dem Faltrad in Erinnerung. Auch wenn mein Plan zuerst mit einem Leihrad war.

Für weitere Reiseinformationen:
Das Ruppiner Seenland
Fontane.Rad-Route Etappe 1 – 8

Als Fahrradbloggerin berichte ich freiberuflich von Radtouren aus Niedersachsen und deutschlandweit. Nachhaltig, klima- und umweltfreundlich. Spannende Erlebnisse an Flüssen, Erfahrungen von der Deutschland Radtour, hier erfährst du Hintergründe und kannst virtuell mitradeln. Wer nun auch überlegt einen eigenen Blog zu nutzen, der erfährt auf dem online sichtbar Blog erste Informationen. Beratungen für Selbständige und Freiberufler erfahren die neuesten Informationen aus Social Media und dem Bloggen. Mehr lesen zu Social Media & Bloggen - online sichtbar.
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