Hochbegabung, hochbegabt sein
Die Hochbegabung wird meist mittels eines IQ-Tests ermittelt. Liegt der Wert über 130 gilt man nach den Tests als hochbegabt. Manche bezeichnen eine Hochbegabung bereits ab einem IQ-Wert von 120. Auch ohne einen IQ-Wert kann man hochbegabte Seiten an sich erkennen. Die verschiedenen Intelligenzformen (wie intrapersonale, empathische oder soziale Intelligenz) spielen in der Gesamtheit eine Rolle. Ob jemand mehr oder weniger von dieser oder jener Intelligenzform hat, ist unrelevant. Daher führe ich sie hier nicht weiter auf, denn es stiftet nur Verwirrung.

Hochbegabung – individuelle Merkmale eines jeden schätzen

Du bist Du, das ist ein entscheidender Faktor. Niemand sonst besitzt eine musikalische, eine mathematische oder besonders mitfühlende Fähigkeit, wie du. Hochbegabung, hochbegabt seinDie Liebe zum Detail, das hohe Vertiefen in schwierige Aufgaben, ein starkes Durchhaltevermögen bei Aufgaben, diese bis zu Ende durchzuführen, sind Kennzeichen oder Merkmale einer Hochbegabung.

Hochbegabung im sozialen Umfeld

Sehr individuell und manchmal von anderen sich abgegrenzt fühlend, Perfektionismus in vielen Aufgaben, schon von Kindheit an eher ältere Freunde, sehr selbstkritisch und ein Hinterfragen von Situationen aus dem Alltag werden als Merkmale bei hochbegabten Menschen häufig festgestellt.

Ich spiele gerne mit Zahlen, doch die Wurzel ziehen fällt manchmal schwer. 

Ja, das ist in der Tat bei mir wirklich so. Ich merke mir unbewusst verschiedene Termine oder Daten, bei denen ich involviert war. Ebenso bei Autofahrten beobachte ich die Autokennzeichen von vorbeifahrenden Autos. Eine hohe kritische Betrachtung der eigenen Leistung kann zu sehr guten Ergebnissen führen, jedoch liegt darin auch ein hohes Potenzial an Selbstzweifel. Es dreht kurioserweise die Spirale nach unten. Denn je mehr man ein Problem hinterfragt, eine Aufgabe weiter perfektioniert, könnte es im schlimmsten Fall nie die endgültige Lösung und Zufriedenheit bringen. Irgendwann, oder zu einer Deadline, muss ein Projekt abgeschlossen sein. Doch diese Erkenntnis ist manchmal schwierig zu akzeptieren. Ich kenne das an mir selbst sehr gut, doch mittlerweile kann ich auch mal etwas unvollständig weitergeben, dabei natürlich mit einem Vermerk: ist noch im Aufbau und wird nach Fertigstellung komplett anders aussehen.

Was heißt nun hochbegabt zu sein? In der Tat kann es anfangs beim Erkennen von den eigenen positiven und besonderen Gaben wichtig sein. So war es auch bei mir. Ich bin quasi mit den Begriffen Hochbegabung und Hochsensibilität „schwanger“ gegangen. Konnte erst mich noch nicht richtig damit identifizieren und fragte mich laufend, ist das wirklich Hochbegabung? Warum hat das niemand mir früher gesagt? Weshalb hieß ich früher öfters „Dreikäsehoch“? Nun, ich sprach ohne lange über mögliche Konsequenzen mir bewusst zu sein, Dinge aus, die präsent waren. Das kam in den wenigsten Fällen positiv an. Dagegen wurde es sehr gerne gesehen, wenn ich meinen musikalischen Neigungen früher folgte. Ich spielte vor dem Schuleintritt Flöte, etwas später kam zur Blockflöte eine Sopranino und eine Alt-Flöte hinzu. Gleichzeitig wollte ich unbedingt Gitarre spielen lernen, dann folgte das Musizieren mit einem Keyboard und letztendlich am Klavier.

In dieser Zeit war ich als eine der Jüngsten in der Musikschule bei jedem Abschlusskonzert bei der letzten Nummer dabei. Darauf war ich stolz. Und genau dieses Gefühl findet man bei manchen Menschen nicht. Als wäre es irgendwann einmal verschüttet. Doch lohnt es sich, dieses aus der „verwachsenen Dornenhecke“ zu befreien und seine sensitiven und sensiblen Seiten leben.

Mit den hochbegabten Seiten das Leben leben, sie integrieren, akzeptieren und sich darin als einzigartig fühlen zu dürfen, dazu möchte ich gerne ermutigen.