Die schönste Etappe am Rothaarsteig: Hängebrücke, Kyrill-Pfad und mehr

Die schönste Etappe am Rothaarsteig ist für mich keine einzelne Antwort. Zwei Abschnitte stechen für mich heraus, aus komplett unterschiedlichen Gründen: Etappe 4 zwischen Schanze und dem Rhein-Weser-Turm mit der Hängebrücke Kühhude und dem Kyrill-Pfad, und Etappe 8 von Wilgersdorf nach Dillenburg, mein eigener Hausabschnitt im Siegerland, den ich Einsteigern und Gelegenheitswanderern am ehesten empfehlen würde.

Rothaarsteig Etappe mit Blick über die Niedersfelder Hochheide

Aktualisiert
— der Rothaarsteig ist ein reiner Wanderweg, Radfahren ist dort nicht erlaubt.

Etappe 4: Schanze bis Rhein-Weser-Turm mit Hängebrücke und Kyrill-Pfad

Auf rund 23 bis 24 Kilometern (je nach Kamm- oder Talvariante) verbindet Etappe 4 zwei der eindrücklichsten Punkte des gesamten Rothaarsteigs. Die Hängebrücke am Rothaarsteig, erreichbar von Schanze, Latrop oder Kühhude aus, ist 40 Meter lang und überspannt einen Taleinschnitt in bis zu 12 Metern Höhe, ein echtes Highlight mitten im Wald, ganz ohne alpine Kulisse.

Kyrill-Pfad: Sturmschäden, an die ich mich noch erinnere

Nahe Schmallenberg-Schanze führt der rund 1.000 Meter lange Kyrill-Pfad direkt durch ein Waldstück, das der Orkan Kyrill im Januar 2007 verwüstet hat. Die Fläche wurde bewusst sich selbst überlassen, damit Besucher die Verjüngung des Waldes nach dem Sturm beobachten können, rund 250 Meter davon sind auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl befahrbar. Ich erinnere mich noch gut daran, wie der Sturm damals durch meine Region gezogen ist, deshalb ist dieser Abschnitt für mich mehr als nur ein Themenpfad, sondern ein Stück erlebte Regionalgeschichte.

Etappe 8: Wilgersdorf bis Dillenburg, mein Hausabschnitt

Die letzten rund 19 Kilometer des Rothaarsteigs führen von Wilgersdorf über den Aussichtspunkt Westerwaldblick und weiter über den Galgenberg nach Dillenburg. Ich gehe diesen Abschnitt am häufigsten, weil er praktisch vor meiner Haustür im Siegerland liegt. Für Einsteiger oder Gelegenheitswanderer ist er aus meiner Sicht der zugänglichste Teil der gesamten Route: gut ausgeschildert, überschaubare Distanz und ohne die Höhenmeter-Extreme der Etappen weiter nördlich.

Meine persönliche Einschätzung:
Wer einmalig das spektakulärste Einzelerlebnis sucht, würde ich zur Hängebrücke und zum Kyrill-Pfad auf Etappe 4 schicken. Wer zum ersten Mal überhaupt eine Rothaarsteig-Etappe gehen will, ohne sich gleich zu überfordern, dem empfehle ich meinen eigenen Hausabschnitt Wilgersdorf–Dillenburg. Beides ist für mich „die schönste Etappe“, nur für unterschiedliche Anlässe.

Niedersfelder Hochheide: ein weiteres Highlight im Norden der Strecke

Zwischen Willingen und Niedersfeld, in der Nähe von Langenberg und Hopperkopf, liegt mit der Niedersfelder Hochheide (auch „Neuer Hagen“ genannt) das größte Berg-Hochmoor Nordwestdeutschlands, rund 74 Hektar groß. Von August bis September verwandelt sich die Fläche durch die Heideblüte in ein violettes Blütenmeer, eine Herde Heidschnucken hält die Landschaft dabei traditionell offen. Ein Abstecher lohnt sich, wenn du ohnehin im nördlichen Abschnitt des Rothaarsteigs unterwegs bist.

Wanderer mit Rucksack durch die blühende Niedersfelder Hochheide

Praktische Tipps für diese Etappen

  • Nur zu Fuß: Der Rothaarsteig ist ausschließlich für Wanderer ausgeschildert, Radfahren ist auf dem Weg selbst nicht erlaubt, es gibt aber separate Radrouten in derselben Region.
  • Kyrill-Pfad barrierearm: Rund 250 der 1.000 Meter sind auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl befahrbar, für die restliche Strecke solltest du trotzdem festes Schuhwerk einplanen.
  • Hängebrücke bei Nebel: Gerade morgens hängen in dieser Höhenlage häufiger Nebelschwaden über dem Taleinschnitt, ein zusätzlicher Grund für einen frühen Start.
  • Anreise für Etappe 8: Dillenburg ist über die Bahn gut erreichbar, praktisch, um die Etappe ohne eigenes Auto als Tagestour zu gehen.

Häufige Fragen zur schönsten Etappe am Rothaarsteig

Welche Etappe des Rothaarsteigs ist die schönste?
Das hängt vom Anspruch ab: Etappe 4 (Schanze–Rhein-Weser-Turm) bietet mit Hängebrücke und Kyrill-Pfad das dramatischste Einzelerlebnis, Etappe 8 (Wilgersdorf–Dillenburg) ist der zugänglichste Abschnitt für Einsteiger.

Kann man den Rothaarsteig mit dem Fahrrad fahren?
Nein, der Rothaarsteig ist als reiner Wanderweg ausgeschildert, Radfahren ist auf der Strecke nicht erlaubt. In derselben Region gibt es aber separate Radrouten.

Wie lang ist die Hängebrücke am Rothaarsteig?
40 Meter lang, an der höchsten Stelle rund 12 Meter über dem Taleinschnitt, erreichbar von Schanze, Latrop oder Kühhude aus.

Was zeigt der Kyrill-Pfad?
Auf rund 1.000 Metern führt der Pfad bei Schmallenberg-Schanze durch ein Waldgebiet, das der Orkan Kyrill im Januar 2007 verwüstet hat und das seither sich selbst überlassen wurde, um die natürliche Walderneuerung zu zeigen.

Welche Etappe eignet sich für Einsteiger?
Etappe 8 von Wilgersdorf nach Dillenburg gilt als einer der zugänglichsten Abschnitte: überschaubare Distanz, gute Ausschilderung und ohne die stärksten Höhenmeter-Anstiege der nördlichen Etappen.

Robert, Autor bei sonnenfernweh.de

Über Robert

Robert von Sonnenfernweh

Robert reist seit über 15 Jahren intensiv durch Europa und die Welt — mit dem Fahrrad, zu Fuß und auf eigene Faust. Er recherchiert aktiv seine eigene Auswanderung und teilt auf Sonnenfernweh.de ehrliche Einschätzungen zu Reisezielen, Lebenshaltungskosten und dem Leben im Ausland. Panama und Argentinien stehen als nächste Ziele auf seiner Liste.

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