Der Westweg im Schwarzwald war meine bisher größte Fernwanderung überhaupt, die erste Tour, bei der ich über mehrere Tage am Stück unterwegs war statt nur einzelne Etappen zu gehen. Der Westweg führt auf rund 285 Kilometern in 12 Etappen von Pforzheim am Nordrand des Schwarzwalds bis nach Basel und gilt seit seiner Ausschilderung 1900 durch den Schwarzwaldverein als ältester Fernwanderweg Deutschlands.
Aktualisiert
— Feldberg (1.493 m) ist der höchste Punkt der gesamten Strecke.
Der Westweg im Überblick: Länge, Etappen, Geschichte
Die Idee für den Westweg entstand 1894 im Schwarzwaldverein, ausgeschildert wurde er 1900 von Philipp Bussemer und Julius Kaufmann als erster Fernwanderweg Deutschlands überhaupt. Sein Wegzeichen, die rote Raute auf weißem Grund, wurde so bekannt, dass der Schwarzwaldverein sie zu seinem eigenen Vereinslogo gemacht hat. Seit 2006 trägt der Westweg laut Wanderbares Deutschland zusätzlich das Siegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“, als erster Fernwanderweg in Baden-Württemberg überhaupt, und zählt zu den „Top Trails of Germany“.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Gesamtlänge | rund 285 km (je nach Quelle 285–291 km) |
| Etappen | 12 |
| Start / Ziel | Pforzheim – Basel |
| Höchster Punkt | Feldberg/Seebuck, 1.493 m |
| Tiefster Punkt | Hausach im Kinzigtal, 237 m |
| Höhenmeter gesamt | rund 9.000–10.000 m (bergauf und bergab zusammen) |
| Ausgeschildert seit | 1900, durch den Schwarzwaldverein |
Die wichtigsten Etappen-Regionen
Nordschwarzwald: Pforzheim bis Forbach
Der Weg startet in der „Goldstadt“ Pforzheim und führt über sanfte Hügel und dichte Wälder zunächst nach Forbach im Murgtal. Diese ersten Etappen sind landschaftlich ruhiger als der Rest der Strecke, ein guter Einstieg, um sich an die tägliche Distanz zu gewöhnen.
Grindenschwarzwald: Hornisgrinde und Mummelsee
Mit der Hornisgrinde (1.164 m) erreicht der Weg einen der markantesten Punkte des nördlichen Schwarzwalds, mit weiten Hochmoorflächen und Fernblick. Direkt am Weg liegt der sagenumwobene Mummelsee, einer der bekanntesten Karseen der Region.
Kinzigtal: der tiefste Punkt der ganzen Route
Bei Hausach im Kinzigtal erreicht der Westweg mit 237 Metern seinen tiefsten Punkt, ein deutlicher Kontrast zu den Höhenzügen davor und danach. Wer die Gesamtstrecke in Etappen plant, merkt hier am stärksten, wie viele Höhenmeter zwischen den Tagesabschnitten liegen.
Hochschwarzwald: Titisee und Feldberg
Rund um Titisee führt der Weg auf den Feldberg (mit dem Seebuck 1.493 m), den höchsten Punkt des gesamten Schwarzwalds und damit auch des Westwegs. Bei klarem Wetter reicht der Blick von hier bis zu den Alpen.
Belchen und der südliche Abschnitt bis Basel
Der Belchen gilt als „Schönwettergipfel“ des Schwarzwalds und bietet einen der weitesten Ausblicke der gesamten Route, bei guter Sicht bis zu den Alpen. Danach führt der Weg durch Rebland und sanftere Landschaft über Kandern bis zum Ziel in Basel.
Der Westweg war für mich ein komplett anderes Wandererlebnis als die eher sanften Höhenzüge im Siegerland, wo ich sonst unterwegs bin. Was mich am meisten überrascht hat: Die Kontraste zwischen den Etappen sind größer als gedacht, vom sanften Nordschwarzwald über den tiefen Einschnitt bei Hausach bis zum alpinen Charakter am Feldberg fühlt sich das streckenweise wie mehrere unterschiedliche Wanderwege in einem an, nicht wie eine gleichförmige Höhenwanderung.
Die Wanderin Anja Pusch, die den kompletten Westweg dokumentiert hat, beziffert den Gesamtaufstieg auf rund 9.000 Höhenmeter bei Tagesetappen zwischen 17 und 27 Kilometern. Für Übernachtungen in Gasthöfen und Pensionen entlang der Strecke nennt sie eine Preisspanne von 70 bis 110 Euro für ein Doppelzimmer mit Frühstück, ein guter Richtwert für die eigene Budgetplanung.
Praktische Tipps für den Westweg
- KONUS-Gästekarte nutzen: Viele Unterkünfte im Schwarzwald geben eine Gästekarte aus, mit der die öffentlichen Verkehrsmittel in der Region kostenlos genutzt werden können, praktisch für Etappen ohne eigenes Auto.
- Etappenlänge realistisch einschätzen: Die Tagesetappen schwanken deutlich in Länge und Höhenmetern, informier dich vorab lieber etappenweise statt nur auf die Gesamtdistanz zu schauen.
- Rote Raute im Blick behalten: Die Markierung ist gut ausgebaut, an Kreuzungspunkten mit anderen Schwarzwald-Wegen (Mittelweg, Ostweg) trotzdem auf die genaue Wegzeichen-Farbe achten.
- Wetterumschwung am Feldberg einplanen: Der Bereich um den höchsten Punkt kann deutlich kühler und windiger sein als die tiefer gelegenen Etappen, entsprechende Kleidung einpacken.
Häufige Fragen zum Westweg
Wie lang ist der Westweg im Schwarzwald?
Rund 285 Kilometer, je nach Quelle zwischen 285 und 291 Kilometern, aufgeteilt in 12 Etappen von Pforzheim bis Basel.
Wie viele Höhenmeter hat der Westweg?
Insgesamt rund 9.000 bis 10.000 Höhenmeter bergauf und bergab zusammen über die komplette Strecke.
Was ist der höchste Punkt des Westwegs?
Der Feldberg mit dem Seebuck auf 1.493 Metern, zugleich der höchste Punkt des gesamten Schwarzwalds.
Seit wann gibt es den Westweg?
Seit 1900, ausgeschildert vom Schwarzwaldverein. Er gilt damit als ältester Fernwanderweg Deutschlands, die Idee dazu entstand bereits 1894.
Ist der Westweg für Anfänger geeignet?
Als komplette Gesamtstrecke eher nicht. Einzelne kürzere Etappen im Nordschwarzwald sind ein guter Einstieg, für eine erste mehrtägige Fernwanderung empfiehlt sich, wie in meinem Wandern in Deutschland Guide beschrieben, erst mit kürzeren Touren in bekannter Umgebung zu starten.
